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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 303

30. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Frage ich Laila, wie sie denn auf Reise wäre. Man stelle sich vor, sie, Laila, so ohne Kopftuch, Schleier, dem Rest. Lämmchen, nenne ich Laila; sie wäre doch ein süßes, kleines Lämmchen. Dann erkundige ich mich bei Laila, wie es denn so geschoren sei, das Lämmchen. Ist es bereit, fürs Schächten, das Lämmchen? Was nun den Spaß mit dem Lutschen anginge - sie, Laila ...? Wenn ich an ihre, Lailas Jungfräulichkeit, dächte ... Wie es um die denn eigentlich stünde, in letzter Zeit? Einiges, was ich da läuten gehört hätte. Von Knutschen, Anfassen. Klar. Allerdings das volle Programm mit Kerlen. Nicht mehr nur Dauerlutschen.

Ehe Laila, die alles aus meinem Mund bis dahin überraschend ruhig ertragen hatte, der Vulkan richtig ausbrechen konnte, kommt Angelika mit Tina in die Küche gestöckelt.

Die Stimmung zwischen Laila und mir, schlagartig eine andere. Alle Wolken der Bosheit gegen mich, bei Laila verflogen. Bestens hätten ich und sie, Laila, wir uns miteinander unterhalten; ich und sie, wir hätten gerade über Jungfrauen in verschiedenen Kulturkreisen gesprochen. Unter dem östlichen Himmelskreis sei es eben wichtiger als hier im Westen, als Jungfrau in die Ehe zu gehen. Mich lächelt Laila süßlich an.

Mußte mich nun voll und ganz Tina und Angelika widmen.

Tina hat Schmuck von Angelika getragen. Und Angelika hatte sich mit dem größten Teil von Tinas Schliemann-Schatz behangen. Daß Angelika monstermäßig aufgebrezelt aussah. Wie eine kleine Königin. Aus dem Museumsschatz des Schliemann-Museums Tinas kriegte Laila ein paar hübsche Stücker ab, daß Laila ganz aufgeregt war, auf der Stelle einen Spiegel brauchte, aufhüpfte.

So teuer ausstaffiert ging es eine halbe Stunde danach im Taxi ab ins Molto. Tina, Angelika und Laila waren die Stars im Molto.

Bilder, die ich von Angelika im Molto geschossen habe, möchte Angelika demnächst auf ihre Heimatseite hochladen.

 

 

Das ganze Wochenende unterwegs, Angelika. Möchte Angelika heute, weil wir nirgendwo mehr hinmüssen, ihre Ruhe haben. Vor mir. Der Welt.

Klingelt das Normalo-Telefon, darf ich nicht abheben. Läutet es an der Wohnungstüre, darf ich höchstens durchs Guckloch schauen, wer draußen steht. Aufmachen, das ist mir verboten.

Seit halb sieben Uhr hat Angelika sich in ihr Arbeitszimmer eingeschlossen. Lautlos gestellt, ihre Phönchen, Angelika.

 

Zu mir hat Angelika gemeint, wenn ich nichts für Studium tun müßte, sie schon. Sie jedenfalls hätte lange genug nichts gemacht.

 

 

 

 

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