"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 337
10. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Als ich auf der Tischfläche nach meinem Phönchen greifen wollte, heulte Christine Dombrowski tierisch los, sprang mit ihren schrecklichen gelben Katzenaugen auf mich los.
Gerungen haben Christine Dombrowski und ich, während mir von meinem Rückenmark her immer grellere Schmerzimpulse das Gehirn sättigten.
Stark war Christine Dombrowski. Bei weitem stärker, als es der langen, hageren, klapprigen Gestalt Christine Dombrowskis anzusehen war.
Ich schrie, weil ich dabei war, den Zweikampf zu verlieren.
Christine Dombrowski schrillte: 'Gib das Foto her, du Ratte du! Bernd, du Ratte! Gib her - oder ich mach' dich kalt!'
Verdreht und gewunden habe ich mich, um nicht zu sagen, alles dafür unternommen, daß Christine Dombrowski keinen Finger an die Fotografie mit Manuela, ihrer Schwester mit den Kupferhaaren drauf, herankriegen konnte.
Dann, eigentlich war ich da mit meiner Körperkraft am Ende, sah ich, daß Christine Dombrowski den Mund mit den dick rotbemalten Lippen weit aufreißt.
So angespitzte Eckzähne zeigten sich groß bei Christine Dombrowski. Als hätte Christine Dombrowski sich ein solches Gebiß anfertigen oder sich das sonstwie für eine Stange Geld bei irgendeinem Zahnarzt modellieren lassen. Die Spitzzähne hat Christine Dombrowski mir mit einem Schnappen in den Hals geschlagen.
Empfinde bis heute den Genuß, mit dem Christine Dombrowski das getan hatte. Es fühlte sich an, als würde Christine Dombrowski mit ihrem bösen Biß immer tiefer bei mir eindringen. Und ich spüre, daß bei mir gesaugt wurde.
Wie das bei mir war, mußte sich jemand bei einem Vampirangriff fühlen. Mir war wirklich, als sauge Christine Dombrowski kraftvoll und im Fluß bei mir Blut.
Zum Glück war ich einigermaßen geistesgegenwärtig, klug genug, jener Christine Dombrowski das Fotowerk mit ihrer darauf abgebildeten Schwester Manuela, das Foto, das Christine Dombrowski ums Verrecken haben wollte, unmittelbar vor die Katzenaugen zu halten.
Um das Fotoding drehte sich der Mist schließlich ursprünglich.
Die Fotopappe hat mir Christine Dombrowski - oder wer oder was das war -, auf der Stelle aus den Fingern gerissen. Um daraufhin ohne weiteres von mir abzulassen.
Vom Fensterschreibtisch, auf dem ich mit dem Rücken auf meinem Läppie auflag, bin ich auf den Fußboden herabgerutscht.
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