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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 361

19. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Was in dem Anschreiben bezüglich der Kündigung steht, das schreibe ich mal kurz ab: Des Nachts haben Sie Prostituierte bei sich auf Ihrem Wohnheimzimmer empfangen. Daß Damen, die dem Gewerbe der Prostituion nachgehen, nächtens zu einem Wohnheimbewohner kommen, das ist für unser Studentenwohnheim nicht statthaft. Das steht auch exakt in Ihrem mit dem Studentenwohnheim abgeschlossenen Mietvertrag, daß Sie sich derartiges nicht erlauben hätten dürfen. Deshalb ist ein einseitige Kündigung des Vertrages rechtens.

 

Mutti und Angelika haben alles mit der Wohnheimleitung abgewickelt. Angelika war es klar, daß ich bei ihr einziehen würde.

Und - bingo! - seitdem wohne ich bei Angelika in Angelikas Wohnung.

 

 

Dann wäre da der dritte Brief, ein Schreiben der Universitätsverwaltung.

Ich meine, die Vorgänge im Wohnheim, die haben Kreise gezogen.

Die Uni-Verwaltung hatte jedenfalls darüber Bescheid bekommen, daß ich mich ab und an im Meinhardt-Sanatorium aufhalten mußte, ich mich des weiteren bei Frau Doktor Hella in regelmäßiger psychiatrischer Behandlung befinde ...

 

Echt wahr, das steht in dem Universitätsschreiben, daß mir die Rückmeldung zu Beginn des neuen Semesters nicht gestattet würde, könnte ich nicht glaubhaft machen, daß ich im Vollbesitz meiner geistigen Fähigkeiten sei und keine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle. Das normale zwischenmenschliche Verhalten eines jeden Studenten müßte gewährleistet sein. Daß es auf dem Universitätsgelände zu keinen unverhofften Zwischenfällen kommen könnte.

 

 

Eine schriftliche Versicherung des Meinhardt-Sanatorium habe ich ausgestellt bekommen. In dem Text steht, daß für die zivile menschliche Gemeinschaft von mir keinerlei Gefährdungsmoment ausgehe. Jemand, der plötzlich Amok laufen würde, das sei ich nicht. Auch übermäßig suizidgefährdet wäre ich nicht. Das seien keine Aspekte meiner Erkrankung.

Dazu habe ich einen unterschriebenen Ausdruck von Frau Doktor Hella, in dem ich als ganz und gar friedlicher, ungefährlicher Mensch beschrieben werde. Außerdem befände ich mich bei ihr, Frau Doktor Hella, in psychiatrischer Behandlung, würde sie als Ärztin und Psychologin auf alles achten, was bei und mit mir ist.

 

Auch schön.

 

 

Das Problem Universität, das hat Angelika ihrer Anwaltskanzlei übergeben.

 

 

 

 

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