"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 365
21. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Jetzt hatte das Gericht Vati Dombrowski letzte Woche am Dienstag wegen eines neuerlichen Einbruchs in eine Gaststätte, bei dem Vati Dombrowski auf frischer Tat ertappt worden war, zu einem Dreivierteljahr Freiheitsstrafe verknackt. Freigang und anderweite Erleichterungen ausgeschlossen, solange das mit dem Widerstand gegen die Alkoholentziehungskur unter ärztlicher Beobachtung weiterging.
Mich persönlich interessierte das Schicksal Vati Dombrowskis nicht so sehr. Für mich war ein Vorteil, daß Vati Dombrowski nicht in der Wohnung in der Hegelstraße sein konnte, ich ihm also nicht begegnen mußte.
Erinnerte mich zu gut, wie Vati Dombrowski mir bei meinem letzten Besuch plötzlich mit einem Baseballschläger daherkam ...
Zwei hübsche Farbfotos hat Mutti Dombrowski mir mitgegeben.
Auf dem einen Foto ist Manuela Dombrowski drauf abgebildet.
Das Foto war bei Foto Händel entwickelt worden, Datierung einwandfrei möglich, August vor zwei Jahren.
Manuela mit ihren dunkelblonden Haaren.
Manuela, gekleidet in eine dunkelbraune, hautenge Reithose, schwarze Schaftstiefel an den Füßen. Ein rotes Metzgerhemd bauschte sich an Manuelas Oberkörper. Am Kopf trug Manuela eine schwarze Reiterinnenkappe.
Das, was mich an dem Bild irritierte, war der große, dunkle, verwaschene Umriß den Manuela seitlich hinter sich hatte. Bei dem es sich um ein größeres Tier handeln konnte, das nicht stillstehen hatte können, deshalb diese Verwaschung, Schemenhaftigkeit. So was Monströses kannte ich bereits von einem anderen Foto.
Habe ich Frau Dombrowski auf das schemenhafte Ding aufmerksam gemacht. Meinte zu der Frau, daß ich das Schwarze da ziemlich komisch fände. Müßte mit einer Handy-Kamera aufgenommen worden sein, nicht mit einem Fotoapparat. Mit Digitalkameras könnte man auch bewegte Objekte recht gut einfangen. Was wäre das denn dort am Foto bei Manuela nun für ein Monsterding?
Länger hat Frau Dombrowski da draufgelinst, als sähe sie das auf dem Foto zum erstenmal bewußt. Dann zuckte Frau Dombrowski die Schulter. Sie würde nicht verstehen, was ich da meine. Wahrscheinlich, daß das stimmt, was ich sage; Hans-Georg könnte das Bild mit seinem Handy geschossen haben. Das Große bei Manuela, das müßte Manuelas Pferd sein, Manuelas schwarzer Lieblingswallach namens Song. Song wäre kein Monster.
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