"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 373
23. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Als kenne Manuela Dombrowski Angelika, hätte aber noch keinen neuen Blick auf mich und mein Aussehen geworfen. Außerdem, als würde es Manuela Dombrowski es zunächst noch vermeiden wollen, mir offen zu begegnen. Deswegen Manuela Dombrowskis nur kurzer Aufenthalt bei Angelika, Manuela Dombrowskis eiliges Verschwinden.
Fürchtete Manuela Dombrowskis unter Umständen sogar, daß in der Menschenmenge auf sie aufmerksam gemacht würde?
Deswegen meine Hoffnung, daß mir noch ein kleines Weilchen an Zeit blieb. Ein paar Tage vielleicht, Angelika nicht bloß irgendwas mitzuteilen, was sie glauben konnte oder nicht, sondern Angelika einen Beweis anzubringen. Einen, daß ihre Manu jene Manuela Dombrowski war, die Manuela Dombrowski, von der ich meine Meinhardt-Sanatorium-Geschichte hatte.
Das war die Idee. Deshalb bin ich gestern früh im Zug abgefahren ...
Das mußte ich Angelika anlanden, das, daß Manu Manuela Dombrowski war. Am besten mit einem Foto Manuela Dombrowskis.
Außerdem habe ich Mutti Dombrowski gebeten, wenn ich bei ihr in der Hegelstraße anrufe, dann mein Phon an Angelika weiterreichte, Angelika zu bestätigen, daß sie Frau Dombrowski war, die Mutti Manuelas, der jungen Frau auf den Fotos.
Wurde Angelika das Übel klar, mußten Angelika und ich weitersehen. Uns, voller Angst aneinandergepreßt, Kleinigkeiten überlegen. Etwas, was wir gemeinsam anstellen könnten.
Was blieb uns übrig?
Es mußte Möglichkeiten für uns geben.
*
Vierzehnter Mai, foxy.jpg. offen.
Später Abend am Mittwoch. 22:41 Uhr.
Vor eineinhalb Stunden ist Angelika nach Hause gekommen.
Hatte Geräusche an der Wohnungstüre gehört, bin auf den Flur gelaufen, Angelika zu begrüßen.
Auf die Wangen habe ich Angelika links und rechts geküßt, zu Angelika gemeint, daß sie aber heute spät nach Hause käme.
Angeguckt hat Angelika mich, ein Gesicht gezogen, als hätte sie Saures gegessen. Trotzdem antwortet Angelika mir, sie wäre noch bei Betsy gewesen. Bei Betsy und Manfred, Freund Immo-Manni.
Wortreich habe ich mich bei Angelika dafür entschuldigt, daß ich gestern abend und letzte Nacht nicht bei ihr, Angelika, daheim war. Am Vormittag hätte ich schnell zu meinen Eltern hinunterfahren müssen, etwas in heimatlichem Gefilden zu erledigen. Hätte sich überraschend ergeben. Entschuldigung dafür, daß ich mich auf keinen Anruf von ihr, Angelika, hin gemeldet habe. Entschuldigung, daß ich auf keine Kurznachricht zurückgeschrieben habe. Vielmals um Entschuldigung. Tausendmal Entschuldigung. Jetzt wäre ich aber wieder da. So schnell würde das nicht wieder passieren, daß ich so was machen würde, mir nichts, dir nichts zu verschwinden.
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