"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 385
27. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Was ich von mir gegeben habe, war folgendes: Ich wäre in meinem Zimmer in Angelikas Wohnung auf meinen Bürodrehstuhl gestiegen. Herab hätte ich mich am Stuhl gebeugt, über ein handflächengroßes Foto, das ich auf der Schreibtisch liegen hatte. Dann wäre ich zunächst mit dem Kopf voran in die Bildfläche eingetaucht. Hätte sie durchstoßen, so einfach wie ein Taucher die Wasseroberfläche durchstößt. Schließlich hätte ich mit dem ganzen Körper hinabfallen lassen.
Dort, wo ich daraufhin ankam, bin ich einen grasbewachsenen Abhang auf eine Blümchenwiese hinabgerollt. Auf der Wiese hätten Manuela und Christine, die beiden Schwestern Dombrowski, mich in Empfang genommen, mir auf die Füße geholfen.
Gefreut hätten sich Manuela und Christine über meine Ankunft. Mich in die Mitte genommen. In ihren Minifaltenröckchen und weißen Hemdchen für die Nabelfreiheit hätten Manuela und Christine um mich herumgetanzt.
Alles nichts als die Wahrheit. Mit beiden Schwester Dombrowski wäre ich zusammen gewesen. Obwohl die eine Schwester Dombrowski - Manuela - seit über einem Jahr nicht mehr lebt.
Zu dritt hätten Manuela, Christine und ich getanzt.
Bis ...
Bis ich den gesehen hätte, der bei Manuela und Christine Dombrowski auch noch mit dabei war. Den mit dem Fotoapparat. Aber nur als schwarzen Umriß hätte ich den im Gedächtnis. Ab da habe sich alles verändert, wüßte ich nicht mehr, was weiter mit mir geschah. Beim besten Willen könnte ich mich an nichts mehr weiter erinnern.
Vor sechs Uhr, nachdem meine Mutti aus dem Zimmer abgegangen war, wurde ich von Sanitätern auf meinem Bett aus dem Krankenzimmer geschoben. Zum großen Lastenaufzug, in ihm ins Erdgeschoß verfrachtet. Von dort aus schob man mich zu einem Santitätsauto weiter.
In dem Sanka wurde ich ins Bezirksklinikum weggefahren. Für Suchtkranke war das Bezirksklinikum der geeignetere Ort. Vor allem, was die Nachsorge nach einem Entzug anbetraf. Konnte man mich auch sofort dort hinschaffen.
Gegen halb drei nachts an dem Donnerstag hatte Angelika mitgekriegt, daß ich nicht mehr bei ihr in der Wohnung war. Andererseits begriff Angelika nicht, wo ich hinverschwunden wäre. Schließlich war niemand zur Wohnungstür raus. Hätte ich durch die Tür die Wohnung verlassen, hätte ich sicherlich drinnen nicht die Ketten wieder vorhängen können.
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