Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 384

27. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

An mein Krankenhausbett ist die Autofahrerin und Mutti am Nachmittag gekommen. Hat sich, ein Papiertaschentuch knüllend, nach meinem Befinden erkundigt. Sich richtig aufgeführt, die Frau, als könnte sie was dafür, wenn ich in meinem Tran auf die Straße gelaufen bin, in ihr Automobil hinein.

Hätte sie nicht mit ihrer Sechzehnjährigen gestritten, hätte sie der Straße sicher mehr Aufmerksamkeit geschenkt, sülzte die Frau. Vielleicht hätte sie mich sonst schon früher gesehen.

Sage ich dann, da wäre vielleicht was dran.

 

 

Wäre ich in der Lage gewesen, der Dame und dem Mädchen zu entkommen, wäre ich von den beiden sicherlich weggelaufen. So allerdings konnte ich nur mühsam Zentimeter für Zentimeter wegrobben, und das reichte mir nicht für die Flucht.

Innerhalb von zehn Minuten waren das Sanitätsfahrzeug, der Notarztwagen und die von der Polizei gleichzeitig an der Unglücksstelle eingetroffen.

Die Fahrzeughalterin zeigte auf mich, mich mitten in der Wiese, dann waren die Damen und Herren vom Rettungswesen und von der Polizeischicht bereits bei mir.

Auf eine Trage wurde ich geschnallt, an einen Tropf gehängt und mein nackter Körper mit einer Art silberner Plane abgedeckt.

Die Frage der Polizisten, wer ich denn sei, wo ich meine Kleidung gelassen hätte, die konnte ich nur lallend beantworten, obwohl ich eigentlich alle Daten einwandfrei und problemlos preisgeben wollte. Wußte ja meinen Namen und wo ich her war; das hatte ich trotz meines Tranbefindens alles nicht vergessen.

Im Krankenhaus haben sie erst mal alles dafür unternommen, daß mir meine Dauererektion wegging. Mir dafür zweimal unterschiedliche Mittel gespritzt. Das zweite wirkte, konnte ich wieder abschlaffen, um normal Wasser zu lassen. Damit war das mit meinen Unterleibsbeschwerden relativ bald wieder vorbei.

Der Drogenschnelltest ist bei mir für den Arzt, der ihn an mir durchführte, überraschenderweise negativ verlaufen. Nur eine erhöhte Virendichte hatte ich im Blutkreislauf. Jenes Virus, das einem Borreliose-Bakterium entstammen konnte. Zumindest dessen Genmaterial gab Hinweise auf Borreliose.

Hautabschürfungen, blaue Flecke und mittelschwere Prellungen habe ich von dem Unfall davongetragen, weiter nichts. Das mit den Stellen am Hals, aus denen ich herausgeblutet hatte, war auch nicht weiter schlimm; die Blutung im Kehlkopfbereich war vom Notarzt noch an Ort und Stelle gestillt worden.

 

Daß ich aus dem Kreiskrankenhaus in das Bezirksklinikum abreisen mußte, lag an der Geschichte, die ich auf der Wiederholungsschiene von mir gegeben habe. Dachte mir nicht das geringste dabei, sie immer und jedem zu erzählen. Obwohl ich kein Fieber, keine Gehirnhautentzündung, überhaupt nichts einer Krankheit hatte, vollkommen nüchtern war.

 

 

 

 

384 

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post