"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 387
28. Juni 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
An jenem Donnerstag, dem sechzehnten Mai, bin ich bis vor ein Uhr nachts noch mit Angelika zusammen in Angelikas Wohnung in Angelikas Küche gesessen.
Mein letzter Eintrag in foxy.jpg. eröffnet mit einer genauen Uhrzeit: 01:02 Uhr.
Danach habe ich noch ein geraumes Weilchen in foxy.jpg. getextet, Überlegungen angestellt. Erinnere mich, daß es bei einem Blick auf die Leiste knapp vor zwei Uhr nachts war.
Den foxy.jpg.-Eintrag habe ich abgespeichert. foxy.jpg. geschlossen. Obwohl ich heute davon nichts mehr weiß.
Als es Angelika auffiel, daß ich nicht mehr in Angelikas Wohnung war: jene Donnerstagnacht, sechzehnter Mai, gegen halb drei Uhr. Im ganzen Gebäude gab es Stromausfall. Für eine halbe Stunde.
Das nächste ist: Donnerstag, der sechzehnte Mai, am Morgen. Die Geiersdorfer Bergstraße.
Fünf Minuten vor acht Uhr fährt eine Frau die Geiersdorfer Bergstraße herab, ihre Tochter in die Schule zu bringen.
Ich befinde mich an dem Ort, überhaupt nicht weit von Geiersdorf. Man stelle sich vor. Mich streift die Autofahrerin mit ihren Fahrzeug, nachdem ich von der Wiese her auf die Straße getaumelt gekommen war.
Das heißt, bei mir hat es einen Ortswechsel gegeben.
Irgendwie mußte ich nach der Gegend in der Nähe von Geiersdorf gekommen sein. Und zwar nicht im Geiste, sondern leibhaftig.
Aber wie? Ein Problem für die ermittelnde Behörde.
Wenn ich um zwei Uhr herum noch in meiner Universitätsstadt anwesend war - wie bin ich nach Geiersdorf auf die Bergwiese gekommen, um fünf Minuten vor acht Uhr?
Bei keiner Autovermietung hatte ich wegen eines Leihautos angerufen. Kein Taxifahrer konnte ermittelt werden, der mich nach Geiersdorf gefahren hätte. Mitten in der Nacht, ab zwei Uhr, war das bei den Zugverbindungen ziemlich schlecht für mich möglich, vor acht Uhr auf der Geiersdorfer Wiese anzukommen. Reise ich auf der Schiene, steige in den Drei-Uhr-Schnellzug ein, bin ich eigentlich um acht Uhr herum immer noch mit dem Zug unterwegs.
Nahe der Bergwiese, den Anhang hinauf, beginnt Bewaldung. Dort wurde nach einer nochmaligen Suche durch Polizeibeamte meine Schlafanzughose, mein blaues Shirt und mein Paar Pantoffel unter Gebüsch gefunden.
Sonst nichts. Nirgendwo ein Geldbeutel samt Scheckkarte, Ausweis, das.
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