"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 395
1. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Am Nachmittag mußte ich mich an der Seite Angelikas auf das Polizeipräsidium begeben. Ein ziemlich ausführliches Verhör meiner Person fand statt.
In der Begleitung Angelikas mußte ich mich am frühen Abend im Meinhardt-Sanatorium einfinden. Für ein längeres Gespräch mit Herrn Doktor Entje und Entjes Kollegen Arts und Randel.
Bloß, bevor das alles - Polizei, Meinhardt-Sanatorium - mit mir losging, wußte ich von nichts.
Deswegen hörte ich mich auf der Polizei und im Meinhardt-Sanatorium auch glaubhaft an.
Regelrecht war ich vor den Kopf gestoßen, nachdem man mir mitteilte, was ich angestellt haben sollte.
In schwarzer Kleidung soll ich ins Meinhardt-Sanatorium eingedrungen sein, um Kleinigkeiten aus meiner Krankenakte zu stehlen und bei meiner Flucht schnell zwei riesige, schwere Hunde - Rottweiler - zu töten, die mir hinterhermachten. Ich soll der gewesen sein.
Ich meine, bei so viel Sport, den ich betrieben haben hätte sollen, hätte mich das ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Schließlich hatte ich eine Rückenmarksverletzung, eine Beschädigung der Bandscheiben. Übertrieb ich es mit bestimmten körperlichen Aktivitäten, bestand für mich die Möglichkeit, zum Rollstuhlfahrer zu werden.
Deswegen war ich schließlich bei den Soldaten entlassen worden. Obwohl ich gerne Berufssoldat geblieben wäre.
Daß dem, was meinen körperliche Belastbarkeit anging, der Wahrheit entsprach, dafür hatte ich verschiedene ärztliche Atteste.
Außerdem, das erklärte ich, stünde ich auf der Stelle gerne zu neuen Untersuchungen meiner Person zur Verfügung, was meinen Rücken anginge. War bereit, zu jedem Amtsarzt zu gehen. Damit der sich mich ganz genau ansehen konnte.
Die einzige Zeugin, daß ich nicht der Einbrecher in das Meinhardt-Sanatorium sein konnte, war Angelika.
Mit Angelika zusammen war ich gegen halb zwölf Uhr zu Bett gegangen.
Und wir haben die Nacht durch nicht nur nebeneinander im Doppelbett geschlafen. Sondern auch ein wenig Bettgymnastik betrieben. Mehrere Male. Etwas, was Angelika auch bezeugte.
Warum sollte Angelika das Gegenteil behaupten, wenn dem nicht so gewesen wäre? Angelika müßte nicht für mich lügen. Ganz davon abgesehen, daß Angelika das nicht tun würde. Angelika war daran gelegen, daß ich bald keine weiteren Meinhardt-Sanatorium-Aufenthalte benötigen würde; daß das aufhörte und nicht immer wieder irgend etwas Neues anfinge. Schließlich hatte sie, Angelika, mit ihrer Unternehmersfamilie zu kämpfen, die nicht das größte Verständnis dafür aufbrachte, daß Tochter Angelika mit einem babbelnden Irrenhausfall zusammenlebte. Dessen ehrenamtliche Betreuerin Angelika war, und der nicht einen eigenen müden Cent auf einem Konto oben hatte.
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