"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 396
1. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Mein Glück, daß beim Genschnelltest kein einziges der aufgefundenen Haare, Härchen mir zugeordnet werden konnte. Kein schwarzes Kleidungsstück der Art, wie die Einbrechertype sie getragen hatte, wurde in Angelikas Wohnung oder im Hauskeller gefunden. Ebensowenig in den durchstöberten Mülltonnen der näheren Gebäudeumgebung.
Können mir die Leute aus dem Labor bei ihren weiterführenden Untersuchungen auch keine Hautschuppen genetisch zuordnen, bin ich soweit aus dem Schneider.
Das müssen jedoch erst die nächsten Wochen zeigen. Bis dahin habe ich noch zu warten.
Jetzt kommt aber das Horrormäßige hier am Platz. Der totale Schrecken für mich. Daß ich die Welt nicht fassen kann.
Ehe Angelika und ich am Abend ins Molto aufgebrochen sind, haben wir uns neu angekleidet.
Dafür habe ich mir neue, frische Socken aus meiner Kleiderschrankhälfte geholt. Zwischen den Sockenpaaren habe ich plötzlich etwas hervorlugen gesehen. So ein Glanzeck.
Danach habe ich gegriffen.
Das, was ich hervorgezogen habe, hat mich niedergehauen, daß ich wegtorkelte, die Hand links vor die Brust gepreßt.
Zum Glück hat Angelika davon nichts mitgekriegt, weil sie kurz am Klo war.
Bleich im Gesicht bin ich ja öfters.
Das, was ich hier festhalten muß: Ich habe das Foto.
Jenes Foto.
Manuela und Christine auf der Blümchenwiese. Eben pflücken Manuela und Christine Blumen für einen Blumenstrauß.
Diese Fotografie, die der Einbrecher ins Meinhardt-Sanatorium unter anderem aus meiner Krankenakte mit sich genommen hat.
Dieses Foto, es ist in meinem Besitz. Und ich, ich weiß nicht, warum. Wie ich darangekommen bin.
Wie kommt dieses Foto im Schrank unten im Fach zwischen meine Sockenpaare?
Ich meine, das ist ein Ding der Unmöglichkeit, daß die Beamten von der Spurensuche nicht dort nachgesehen hatten. Daß ihnen das entgangen wäre. Das Foto hätte ihnen, als sie alles in Angelikas Wohnung auf den Kopf stellten, wäre es dort im Fach gewesen, in die Finger geraten müssen.
MÜSSEN. MÜSSEN.
Und - das Herz schlägt mir bis zum Hals -, was heißt das Schreckliche für mich?
396
Newsletter
Gib Deine E-Mail-Adresse ein, um bei zukünftigen Artikeln benachrichtigt zu werden.
Seiten
Kategorien
- 768 "Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
- 374 mehr meilen
- 370 Kurzware
- 368 "Drei Erwachen"
- 360 hug it
- 352 allerlei
- 325 Kurzware II
- 315 kleine Szenen
- 310 Kleinteile
- 304 rundgehen
- 223 "Die Augenzeugin"
- 167 nach dem Tritt
- 152 dreimal erwachen
- 93 T-Rixi
- 57 K.K.
- 39 miles
- 22 Jäger des nächsten Textes
- 16 Kurzgeschichte