"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 399
2. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Kehrt die Elektrizität nach einem kleinen Weilchen wieder, funktioniert alles so weit einwandfrei wie zuvor, hat Angelika mich alleinegelassen, bekomme ich die Gelegenheit, wieder einen Blick auf Manuela und Christine Dombrowski auf der Fotografie zu werfen.
Auf dem Bild pflücken Manuela und Christine Dombrowski weiterhin ihre Blumen für ihre Blumensträuße.
In dem Moment sind die beiden am Foto oben gefangen. Dabei verharren Manuela und Christine Dombrowski.
So sollte es sein. Als ob sich daran nie wieder etwas ändern könnte.
Nur, daß ich das besser weiß.
Heute nachmittag hat Angelika bei der Polizei angerufen. Angelika wollte wissen, wie weit die Ermittlungen in der Einbruchssache Meinhardt-Sanatorium gediehen wären. Wie außerdem die Laborergebnisse ausgefallen seien.
Der Inspektor informierte Angelika, daß das Labor einen vorläufigen Bericht übermittelt hätte; gut, daß sie, Angelika, anrufen würde, müßte keiner der Polizei Angelika anrufen.
Aus den Berichtsunterlagen gehe hervor, daß nicht auf eine Täterschaft Bernd Reils hinweist. Nicht die kleinste Hautschuppe gibt einen Hinweis darauf, daß ich, Herr Bernd Reil, wirklich derjenige gewesen sein könnte, der am Donnerstag, dem sechzehnten Juni, in das Meinhardt-Sanatorium eingedrungen wäre.
Obwohl das mit mir, was die körperliche Statur des Einbrechers anginge, weiterhin passen würde. Bloß, das würde auf einem breitgefächerten Personenkreis des weiteren ebenso zutreffen.
Solange also kein eindeutiger Beweis gegen mich zu führen sei. Sofern Angelika ihre Aussage nicht ändern wolle, daß ich doch nicht die ganze Nacht bei ihr im Schlafzimmer mich aufgehalten hätte. Wolle sie, Angelika, das nicht für das Protokoll widerrufen, würde ich in Ruhe gelassen.
Ohnehin befände ich mich in psychiatrischer Obhut. Sowohl durch Frau Doktor Hella als auch durch das Meinhardt-Sanatorium. Angelika trüge als meine ehrenamtliche Betreuerin überdies die Verantwortung für mich.
Sobald sich weitere Neuigkeiten ergäben, würden sie, sie von der Polizeibehörde, sich bei ihr, Angelika, melden, darauf könnte Angelika sich verlassen. Was jedoch nicht zwingend heißen müßte, daß sich daraus irgendeine Veränderung bei meinen Lebensverhältnissen ergäben. Vielleicht höchstens, daß mich ein Gerichtsurteil zu einem mehrmonatigen Aufenthalt im Meinhard-Sanatorium zwingen könnte. Jedenfalls würde es dauern, bis mir neue Wohnungsaufenthalte erlaubt würden. Auf unbestimmte Zeit.
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