"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 413
7. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Tatsächlich störte Angelika sich nicht daran, daß ich weggehen wollte. Sondern hat mich angenervt von sich fortgewunken.
Weiß nicht, wie lange ich auf meiner Zimmerflucht meine Ruhe habe, wer insbesondere was von mir möchte. Jedenfalls habe ich erst mal hinter mir zugesperrt. Mich eingesperrt. Unverhofft kommt mir also keine Braut herein.
Das heißt, will eine zu mir rein, muß sie zuerst die Klinke herabdrücken, um zu entdecken, daß zu ist. Dann muß sie anklopfen. Oder sie macht es ganz anders. Sie geht durch die Türe durch. Wie ein Geist.
Klopft SIE, möglicherweise öffne ich IHR die Tür. Spreche ein paar flüchtige Worte mit IHR. Laufe plötzlich an IHR vorüber, geschwind ins Wohnzimmer. Um bei Angelikas Freundinnen Betsy, Laila, Veronika und den anderen zurück zu sein. Wieder mitten unter ihnen.
Dort gibt es immerhin schon mal einen Schlüpfer zu sehen. Kommt von einem Fehler beim Schwung, sich umzusetzen, die Beine zu überschlagen. Oder es blitzt eine Brustwarze, weil eine mit tiefem Kleidausschnitt sich vorbeugt.
Das heißt, ich unter Weibern. Eigentlich.
Jede Menge Kurven, Rundungen. Gerötete Wangen. Gekicher.
Teure Importware wird gesoffen. Japanischer Mandarinenlikör. Fünfundzwanzigprozentig.
Erste Wackler habe ich schon wahrgenommen. Das mit den Hochhackpumps kann heute noch kompliziert werden.
Alles wäre demzufolge in bester Ordnung, wäre ich bei den meisten der anwesenden Damen nicht unbeliebt. Zuvorderst bei Betsy und Laila und Veronika.
Nachdenkliche Blicke Betsys, Lailas habe ich bereits zugeworfen bekommen, weil Angelika mich so herablassend behandelt, Angelika mich herumstehen läßt, statt daß ich an der Seite Angelikas oder mittendrinnen dabei hocke, schon mal was daherplappere. Was zu ertragen wäre, weil ich der Lutscher Angelikas bin.
Einzig und alleine ich habe die kleinen Leckereien dargereicht, Nachschub aus der Küche geholt. Ohne daß Angelika, die Gastgeberin, sich viel Mühe darum gemacht hätte, mir hinterherzukommen, mir tatkräftig dabei eine Stütze zu sein. Anders wie letztens immer. Nicht das kleinste Küßchen Angelikas auf meine Wangen, nichts.
Am Wohnzimmertisch liegen jede Menge Klunker herum.
Schmuck in rauhen Mengen.
Daß ich mich frage, wie jede einzelne Dame, betütelt wie sie war, später sich den und den Diamanten, Brillianten, Opalstein und desgleichen zuordnen will.
Bei den Ohr-, Fingerringen, Halsbändern, Armreifen, die man ausgebreitet hat, haut das ja noch einigermaßen hin.
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