Overblog Alle Blogs Top-Blogs Literatur, Comics & Gedichte
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Werbung
Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 412

7. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Mensch, Angelika, ich bin doch der, den du gern hast. Du bist meine Freundin. Hör mir zu: Manuela Dombrowski hat ihre Haare rotgefärbt. Kupferrot. Früher mochte Manuela Dombrowski aber ihre dunkelblonde Naturhaarfarbe lieber. Ich hab' ein Foto, Manuela Dombrowski dunkelblond. Magst du es dir nicht doch mal genauer anschauen, Angelika? Dann wirst du nämlich die Tatsache nicht von der Hand weisen können, wie ähnlich Manu und Manuela Dombrowski sich sehen ... Bitte, Angelika!

Bleib mir bloß mit deinem Stuß weg, Bernd.

 

 

Was ich mit dem Spazierstock gemacht hätte? Wo ist der Blumenstrauß hinverschwunden? Warum hätte ich den Strauß nicht in eine Vase gestellt? Ich hätte den Strauß doch gut in eine Vase tun können, wenn sie, Angelika, das letzte Nacht nicht getan hätte. Weil sie irgendwie zu fertig, zu kaputt dazu war.

Keine Ahnung, was das gestern und die Nachtstunden durch mit ihr, Angelika, war. Mußte am schwülen, drückenden Wetter liegen. So matt wie sie war, so deprimiert.

 

 

 

Ah, Angelika, Angelika kommt gerade.

Ich höre Angelika mit ihrem Schlüssel die Wohnungstüre aufsperren.

Hoffentlich ist Angelika alleine. Hoffentlich läßt Angelika mit sich reden, tickt nicht sofort wieder aus, wenn ich ein bißchen was zu ihr sage.

Angelika muß das doch begreifen können, daß ihre Freundin Manu Manuela Dombrowski ist.

 

 

*

 

Zehnter Juli.

Donnerstag, der Abend fortgeschritten. 22:42 Uhr.

 

 

Angelika gibt sich mir gegenüber arrogant, von oben herab.

Am liebsten hätte ich den ganzen Abend über zu Angelika gesagt, sie ist nicht nur voll doof, sondern saublöd noch dazu.

Sie ist eine bornierte, blasierte Idiotin, sie, Angelika.

An alles auf der Welt glaubt Angelika, aber nicht an mich. Was ich sage, das ist Müll. Zu mir hin winkt Angelika ab, meint, ich hätte es ganz knapp. Ich sollte ja aufpassen. Thema Meinhardt-Sanatorium.

 

 

Muß festhalten: Bis jetzt hat sich der gesamte Kreis Weiber von mir bedienen lassen. Die führen sich alle auf, als wäre ich bei Angelika als Angelikas persönlicher Butler angestellt.

Bernd, komm her, schenk mir das Glas nach.

Bringst du noch 'ne Packung Chips, Bernd?

 

Ich habe dann vor fünf Minuten zu Angelika gesagt, ich wäre müde. Ich gehe jetzt auf mein Zimmer.

 

 

 

 

412

Werbung
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post