"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 454
27. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Sogar mehrere Plastikkarten besaß Fransen.
Außerdem war Fransen in der Lage, am Rechner zu arbeiten und mit allen Arten von Telefonen umzugehen. Nicht zu glauben, wenn man Fransen sah.
Lieber blieb Fransen der ewige Penner. Der aussah, als würde er sich nicht das bißchen was leisten können. Nie war Fransen mit Weibern zu sehen, wenn andere sie im halben Dutzend abschleppten. Oder ging mit ins Puff.
Was jedoch verschärfend hinzu kam, Fransen war niemandens Freund. Ausschließlich Hansi, Hans-Georg, Tabert, dem Fransen diente. In acht nehmen mußte man sich vor Fransen, war Fransen in der Nähe. Nur an Hans-Georg Taberts Ohren flüsterte Fransen. Loyal.
Die meiste Zeit war Fransen in und um dem Wohnkomplex Herrn Georg Taberts anzutreffen, nachdem Hansi Tabert den Großbauernhof mit Anfang zwanzig plötzich erworben hatte. Als wäre Fransen da bei Tabert als Wächter angestellt.
Trotzdem blieb undurchsichtig, wo Fransen eigentlich hauste. Kein eigenes Zimmer hatte Fransen im Bauernhof Hans-Georg Taberts, keinen Raum in einem der Ställe, den Fransen bewohnte. Auch auf Stroh dort schlief Fransen nicht. Meistens immer, daß Fransen erst spät nachmittags oder am frühen Abend wie aus dem Nichts auftauchte. Als wäre er eben aus der Erde gekrochen. Dann konnte es passieren, meinte Beppi, der drei Jahre mit Klärchen - Frau Klara Hannelore Tabert, der Tochter von Hans-Georg Taberts Tante Minchen -, liiert war, daß man draußen hinterm Haus bei einem Strauch am Pinkeln war, sich umdrehte und bemerken mußte, daß Fransen mit ausdrucksloser Miene ganz nahe hinter einem herumstand. Fransen, wie eine finstere Drohung.
Die ganzen Jahre hindurch gab es immer wieder Beweise für den hohen Stellenwert, den dieser Fransen bei Herrn Hans-Georg Tabert hatte. Zumeist dann, wenn Herr Hans-Georg Tabert zu Unternehmungen aufbrach, die Herrn Hans-Georg Tabert persönlich am Herzen lagen.
Herr Hans-Georg Tabert sprach, er müsse mal nach Bologna, Rimini, Anderlecht, Montpellier. Im Kreis seiner Brüder und Schwestern, präsenten Weibern und anderer für ihn wichtigeren Leuten blickte Herr Hans-Georg Tabert herum. Die Hand hob Herr Hans-Georg Tabert. Herrn Hans-Georg Taberts Finger zeigte geradewegs auf Fransen, der unparfümiert und mit schäbigem Kleid irgendwo unbeachtet, vergessen im Eck herumstand. Auf Fransen. Fransen würde auf alle Fälle mit ihm, Hansi-Tabert, mitkommen, ihn begleiten.
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