"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 459
28. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Besonders hoch jedoch war die Anzahl der an einer Überdosis Verstorbenen nach dem Urteilsspruch gegen Herrn Hans-Georg Tabert. Nachdem Herr Hans-Georg Tabert zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden war.
Darauf machte Herr Josef Greitel Thomas und Regina aufmerksam.
Das Ableben dieser Männer und Frauen war nicht damit zu erklären, daß der Stoff plötzlich so gewesen wäre, daß viele sich bei der Dosierung irren hätten können. Das Zeug war wie immer. Worüber Beppi jedoch Bescheid wußte, war, daß einige der betreffenden Kollegen, -innen bei Tabert-Hansi Schulden hatten. Bei ein paar waren das ziemlich hohe Beträge, die sich zusammengeläppert hatten.
Heini war von einem Besuch bei Hansi im Gefängnis nach Hause gekommen. Vor der versammelten Tabert-Familie sagte Heini, daß Hansi davon gesprochen hätte, daß jeder irgendwann einmal zahlen müßte. Jeder, der Schulden hätte. Er, Hansi, müßte schließlich auch für was bezahlen, säße im Gefängnis. Die Wohlfahrt wäre das nicht, die wäre woanders. Tabert-Hansis Tenor: Es müßte dafür gesorgt werden, daß jeder, der etwas wollte, sofort Geldscheine rüberwachsen ließ. Wer nichts zahlte, der kriegte auch nichts. Das hieß, daß es auch nichts gab. Und wer Schulden hätte, der müßte bald den ganzen Betrag beisammen haben. Meinte diejenige Person, sie könnte nicht zahlen, würde trotzdem bezahlt.
Kurz danach fing das mit dem Sterben an. Vor allem Schuldner bei den vorgeschobenen Händlern der Tabert-Familie, die in zeitlich ziemlich knapper Abfolge aufeinander verstarben. Von einer zu hohen Dosis dahingerafft.
Der Rest der Giftler, der wußte dann, was Sache war. Disziplin kehrte ein, was die Bezahlung anging.
Auch Beppi war unmittelbar betroffen. Betroffen wegen Tine. Tine kannte Beppi seit der ersten Klasse Grundschule.
Eines Tages war Beppi bei Joeys. Setzte sich zu Tine an den Tisch. Nach fünf Minuten gingen Tine und Beppi bei Joeys raus, hockten sich auf eine Parkbank. Da erzählte Tine Beppi, daß sie sich früh abends am Klo des Schnellimbisses am Bahnhof einen Schuß setzen wollte.
Als Tine eben mit allen Vorbereitungen fertig war, sich die Spritze reindrücken wollte, öffnete sich die Türe ins Damenklo. Schnelle Schritte beschuhter Füße hörte Tine. Vor ihrer abgesperrten Klotüre sprang der Unbekannte ab, die Klokabinentüre hoch.
In Fransens grinsende Visage stierte Tine entsetzt hinauf, Fransen, der mit seinem Trenchcoat bekleideten Oberkörper oben auf der Kante der vorderen Kabinenseite auflag. Fröhlich winkte Fransen zu Tine herab.
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