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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 460

29. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Ein kleines, rechteckiges, weißes Pappestück warf Fransen Richtung Tines. Dann stieß Fransen sich nach rückwärts ab, um außerhalb von Tines Klokabine mit den Beinen auf dem Fliesenboden aufzukommen. Fransens Laufschritte, die Türe raus aus dem Damenklo ging auf, fiel nach einem Augenblick ins Schloß. Fransen war fort.

Als Tine das aufhob, was knapp bei ihr am Boden lag, war das eine Visitenkarte. Die Hans-Georg Taberts. Mit der Wohnadresse Taberts in Geiersdorf, Telefon- und einer Handynummer.

Das begriff Tine, um was es sich drehte. Die unvermittelte Erscheinung Fransens war eine unverhohlene Drohung und eine Zahlungsaufforderung an sie, Tine. Tine sollte ihre Schulden bei den Tabert-Händlern begleichen. Oder es ereignete sich etwas mit ihr. Wie sich Dinge bereits bei anderen ereignet hatten.

Die Geldsumme aufbringen, das konnte Tine deswegen lange nicht. Selbst mit Ratenzahlungen hatte Tine ihre Probleme.

Wenige Wochen später lag Tine leblos in ihrer Wohnung, den Arm abgebunden, Spritze in der Armbeuge. Tine, sie hatte sich selber den goldenen Schuß verpaßt. Vorher mußte Tine jedoch eine Auseinandersetzung mit jemandem gehabt haben. Aus Tines Nase hatte es geblutet; Tines Lippen waren aufgeplatzt.

 

Sonnenklar war Beppi das, Fransen hatte Tine auf dem Gewissen. Fransen war das ausführende Organ, der, der die Drecksarbeit für Tabert machte. Fransen hatte Tine und andere, zum Beispiel Marco, Didi und Renke, umgebracht. Fransen alleine.

Fransen, ein Killer. Ohne jeden Skrupel.

Andererseits, er selber, Beppi, er mußte Fransen deswegen lange nicht fürchten. Fransen hatte nichts gegen Beppi. Drogenschulden hatte Beppi keine bei den Taberts. Außerdem war Beppi zu der Zeit noch mit Klärchen Tabert zusammen.

Anders wie heute. Klärchen hatte sich von ihm, Beppi, vor eineinhalb Jahren getrennt.

Letzte Woche war Zecke von einer Leiter gefallen. Auf Zeckes Beerdigung war Beppi am neunten Oktober. Und da war Beppi aufgefallen, daß nicht einer der Tabert-Familie auf Zeckes Beerdigung war. Mit Hanno, einem anderen der alten Bande hat Beppi sich unterhalten. Hanno hat Beppi darauf aufmerksam gemacht, daß außer ihm, Beppi, Herrmann, der nicht mehr zählte, nur noch er, Hanno, lebte. Die anderen hätte es die letzten Jahre alle irgendwie hinweggerafft. Acht Mann. Fast jedem war ein Unglück passiert. Gerd, im Urlaub auf Korsika ertrunken. Rocko, beschritt beim Wandern in den Alpen einen schmalen Grat, abgestürzt. Ali, mit dem Auto gegen einen Baum gefahren. Doldo, spurlos verschwunden. Denke und Mangold hatten Herzattacken. Und Zecke, Zecke, der war ungeschickt auf der Leiter ...

 

 

 

 

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