"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 463
30. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Herr Siegfried Stegmann klappte den Aktenordner auf, fragte nach Monat, genauem Datum, Uhrzeit. Dann meinte Herr Siegfried Stegmann, daß er ab viertel über sechs Uhr frei hätte. Nach viertel über sechs könnte man sich jederzeit treffen. Für einen Restaurantbesuch. Und nach dem Abendessen tanzen gehen; in einen tollen Tanzklub mit Live-Musik.
Agathe säuselte, sie würde sich das überlegen, Regina auch.
Das betreffende Datum, von dem wir aus Herrn Bernd Reils Tagebuch-Datei foxy.jpg. wußten, kam zum Vorschein.
Ein DIN-A4-Blatt für den Pfand, unten unterschrieben von Herrn Bernd Reil, zwei Beleg-Zettel; zwei Fotos übereinander in einer Klarsichtfolie.
Auf den Fotos die gesamte Stocklänge, professionell fotografiert. Der metallene Stock mit der Knauffratze eines zähnefletschenden Drachenungeheuers mit drei Hörnern am Schädel oben, der war an eine braune Holzlattenwand angelehnt.
Exakt das Ding, das Herr Bernd Reil in seinen Tagebuch-Einträgen detalliert beschrieben hatte.
Relativ enttäuschend fanden Agathe und Regina, daß die bei Herrn Bernd Reil vielfach als schrecklich, monströs erwähnte Bronze des Drachenungetüms mit dem aufgerissenen Maul auf den Fotos ausschaute. Auch nicht erschreckender als anderes, was Agathe und Regine bisher in ihren Detektivinnen-Leben gesehen hatten. In irgendeine Art unheimlicher Stimmung versetzte Agathe und Regina reine Fotobetrachtung wirklich nicht.
Das Grundgebot bei der Auktion, sollte die fällig werden, war damals bei Pfand Stifter auf fünfhundert Euro festgesetzt worden.
Agathe erkundigte sich, was den Gehstock so wertvoll machte.
Herr Siegfried Stegmann zuckte die Schulter, erwiderte, mit Spazierstöcken kenne er sich nun wirklich nicht aus. Da müßten Agathe und Regine die alten Herrschaften fragen, warum Herr Meyerl den Spazierstock auf einen derartigen Wert fixierte, wenn das Metall Eisen war, die Bronze Stahl. Die Alten, die allerdings nicht erfahren durften, daß Agathe und Regine den Aktenordner überhaupt eingesehen hatten. Herr Siegfried Stegmann grinste.
Wie in seinem Tagebuch geschrieben, hatte Herr Bernd Reil am neunten Juli des besagten Jahres einen Zehner für den Gehstock Fransens erhalten.
Abgeholt hatte Herr Bernd Reil den Spazierstock jedoch nicht.
Derjenige, der den Spazierstock abholte, Herrn Bernd Reils Leihschein vorzeigte, unterschrieb den Beleg für den Erhalt in einer Art schnörkeligen, dünnern Spinnenschrift, dennoch leserlich. Der Namenszug lautete - Drakonie Rupertus Wank.
Drakonie Rupertus Wank, Herr Doktor Weil-Esch.
463
Newsletter
Gib Deine E-Mail-Adresse ein, um bei zukünftigen Artikeln benachrichtigt zu werden.
Seiten
Kategorien
- 768 "Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
- 374 mehr meilen
- 370 Kurzware
- 368 "Drei Erwachen"
- 360 hug it
- 352 allerlei
- 325 Kurzware II
- 315 kleine Szenen
- 310 Kleinteile
- 304 rundgehen
- 223 "Die Augenzeugin"
- 167 nach dem Tritt
- 152 dreimal erwachen
- 93 T-Rixi
- 57 K.K.
- 39 miles
- 22 Jäger des nächsten Textes
- 16 Kurzgeschichte