"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 466
31. Juli 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Wovon ich spreche, Herr Doktor Weil-Esch, ist, daß, wenn wir, wir von der Detektei Umschau, nicht genau wüßten, daß die Tabert-Familie im Drogengeschäft ist, daß es sich hier um das Milieu von Prostitution und Menschenhandel dreht, daß von den Taberts Einbruchsserien finanziert, organisiert und koordiniert werden, wir denken könnten, die Taberts, das wären ganz normale Leute.
Klärchen und Minchen Tabert tauschen sich mit Kochrezepten aus, erzählen sich dann, wie es geschmeckt hat. Marja, Tobias Taberts Frau, hat Kinder, die scheinen größere Schulprobleme zu haben, wie anderer Nachwuchs der Taberts sie momentan nicht in dem Maße. In Urlaub waren einige Taberts; die Tabert-Verwandtschaft schickt untereinander täglich neue Urlaubsbilder hin und her. Heini Tabert hat letztens auf der Jagd einen kapitalen Keiler geschossen, postet das Bild des toten Tieres mit sich mit Gewehr nebendran bei Freunden. Auf seiner eigenen Homepage hat Heini Tabert Fotos von seinem Treiben als Jägersmann in rauhen Mengen. Henriette, Heini Taberts Frau mutmaßt gegenüber einer Ronja, einer Geiersdorfer Landfrauenfreundin, daß Heini ihr wieder fremdgegangen sein könnte; am liebsten würde sie sich scheiden lassen.
Besonders heraus ragt für meine männlichen Mitarbeiter momentan Klara, Heini Taberts vierzehnjährige Tochter. Klara sitzt beinahe täglich bis spät nachts auf ihrem Zimmer vor dem Laptop. Klara chattet, die Netz-Kamera an. Gerne macht Klara die Beine breit, während sie auf bewegte Bilder starrt. Der nächste Freund Klaras, der sich selber umfaßt, Onanie betreibt. Wir fragen uns schon: Trifft Klara sich eigentlich auch mal mit Kerlen? Oder ist das alles? Zu verstehen wäre es, denn Heini Tabert ist ein strenger Vater. Einer, der dafür sorgt, daß seine Kinder ihre Hausaufgaben machen. Nur um den Schlaf seiner Tochter daheim scheint Heini Tabert sich nicht viel zu kümmern.
Apropos, Herr Doktor Weil-Esch, ehe ich es vergesse, es ist doch etwas, was wir darüberhinaus mitgekriegt haben.
Soweit wir die Inhalte mehrerer mitgehörter Telefonate und von ein paar Kurznachrichten richtig interpretieren, sind die Tabert-Familiemitglieder Heini und Tobi derzeit irgendwie klamm. Die beiden haben nicht so viel Geld, wie sie gerne hätten. Ein paar ihrer Geschäfte haben Heini und Tobias zu viele Unkosten verursacht und zu wenig eingebracht. Daran haben die Tabert-Brüder zu knabbern. Sogar der Verkauf von einigem Grundbesitz wird von Heini und Tobias Tabert in Betracht gezogen wird. Einzig und alleine die Furcht vor Hansi, die läßt Heini und Tobias zögern, das in einem größeren Ausmaß umzusetzen. Weil Hansi keiner sei, der Dinge einfach einsieht, was Mißerfolg anginge. Tobias meinte zu Heini, daß nur zu hoffen bleibt, daß seine Familie knapp noch den Kern ihres Besitzes erhalten kann, bis Hansi wieder raus ist aus dem Knast. Daß Hansi in Freiheit mit seinen Kontakten hoffentlich mehr hilft. Ohne Hansi direkt dabei, hat Tobias festgehalten, liefen die Unternehmungen bei ihm überhaupt nicht so gut; die Renditen wären bei ihm die letzten Jahre immer schmaler geworden. Und das jetzt noch, der Ärger mit der toten Nutte.
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