"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 50
3. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Das langweilt, sagst Du, Tagebuch? Du fragst mich nach dem, was heute sonst schon bei mir los war?
Nun ...
Erst mal das heute in der Früh. So um zehn vor halb sieben Uhr rum.
Da war wieder die Hölle losgebrochen. Mit mir mittendrinnen.
Mein Vati, der hat mir mein Zimmer geentert. Stürmisch, ähnlich wie gestern.
Diesesmal drehte sich die Angelegenheit um mein Auto.
Wie mein Auto aussehen würde. Mit den zwei großen Dellen. Die eine hinten rechts am Heck; die andere in der rechten Seitentüre auf der Beifahrerseite. Dazu: die langen, breiten Kratzstreifen im Lack.
Hätte ich irgendwo einen größeren Unfall gebaut?
Darauf wollte ich keine Antwort geben. Hab' nur nach Vati hingeschaut, die Stirn gerunzelt.
Mein Vati winkt ab; alles meine Sache.
Zuschauen sollte ich jedoch, mein Fahrzeug sofort wieder dorthin hinzustellen, wo es sonst auch steht. Nämlich neben der Straße geparkt. Und nicht hinterm Haus. Hinten im Garten zwischen den Bäumen und beim dichten Gebüsch am Gartenzaun.
Gestenreich hab' ich beteuert, daß ich mein Auto am Vormittag noch in die Werkstatt bringen wollte. Darauf könnte er, mein Vati, sich verlassen. Mein Auto wäre nicht mehr dort im Garten, wenn Vati von der Arbeit heimkäme.
Dann war gut, mit der Anmache, dem lauten, aufgeregten Gesülze. Weil mein Herr Vater pünklich um halb sieben Uhr in die Arbeit fort abdüsen mußte.
In der Küche unten war Mutti erst einsilbig.
Wenigstens hat Mutti Platz gemacht, daß ich mir den Schnabeltopf mit Wasser zum Aufkochen auf die Herdplatte hinstellen konnte. Am Küchentisch durft' ich sitzenbleiben, um zu warten, bis das Wasser kocht.
Dabei hat Mutti mir die Mitteilung gemacht, daß sie Helen nicht hätte erreichen können. Ob die Handy-Nummer Helens überhaupt stimmen würde, die ich ihr gegeben hätte.
Sag' ich launig, ich hätte gesagt, Helen könnte längst schon eine neue Nummer haben. Nachdem sich Helen von mir getrennt hatte, wüßte ich von nichts, was bei Helen los war. Ob Helen also in der letzten Zeit eine Nummernänderung beantragt hatte, keine Ahnung.
Aber die Telefonnummer von Helens Eltern, die sollte zu einhundert Prozent wählbar sein. Mit der Möglichkeit, daß am andern Ende der Leitung jemand ranging, war jemand daheim.
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