"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 507
17. August 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Frau Ramona Gleibt: Jene Nacht zum Beispiel war sofort wieder etwas. Die, nachdem ich das Waschbecken im Badezimmer und den Rest, der etwas von dem Zahnpasta abgekriegt hatte, gesäubert hatte, bin ich anschließend zu Sonja aufs Zimmer. Um schlafenzugehen. Habe aber nur sehr schlecht einschlafen können, so sehr habe ich mich über Gaby geärgert. Dann war ich weggedöst, weckt mich lautes Gestöhn, Ächzen, lustvolles Geschrei. Von nebenan. Aus Gabys Zimmer. Bei Gaby im Zimmer war es laut, als ob Gaby die Absicht hätte, das ganze Bauernhaus der Strauchingers aufwecken zu wollen.
Detektei Umschau: Wirklich? Aus dem Einzelzimmer ihrer Schwester Gaby? Was hat Gaby sich denn dabei gedacht?
Frau Ramona Gleibt: Schwer für mich zu sagen. Tatsache, Gaby hat mich aufgeweckt. Gaby war so laut war, daß ich wach war. Ich machte das Licht an, sah, daß Sonja im Bett neben mir auch aufgewacht war. Sonja horchte, fragt mich, was da denn los wäre. Sage ich zu Sonja, daß ich das auch nicht genau wüßte; müßte Sonja Gaby bei Gelegenheit schon selber fragen. Weil ich nun wach war, mußte ich aufs Klo. Am blöden Zierschemel da habe ich mir die Zehen angehauen. Den Gang hätte ich runter müssen, um ins Bad zu kommen. Aber ich bin dann im Dunkeln an der Tür von Gabys Zimmer festgepappt. Drinnen stöhnte und stöhnte es. Dann schrie Gaby wieder auf. War für mich nichts, von dort wegzukommen, mußte lauschen. Meine Finger haben die Türklinke von Gabys Zimmertüre gesucht. Weiß nicht, was ich bei Gaby drinnen gewollt hätte. He, mit ihr mitmachen? Und mit dem, der da bei Gaby dabei war? Dann habe ich die Klinke gedrückt. Es war abgesperrt. Zwei-, dreimal, daß ich das Klinkendrücken wiederholte. Als wäre ich zornig darüber, daß bei Gaby zu war. Als hätte ich wirklich da zu Gaby reinmüssen ...
Detektei Umschau: Wollten Sie rein?
Frau Ramona Gleibt: Könnte schon sein. Daß Gaby einen Schlüssel zum Absperren hatte, habe ich mich gefragt. Denn die Zimmer im Bauernhaus der Strauchingers blieben üblicherweise alle immer offen. Daß eine, einer sich einsperren hätte können, das war mir neu. Überall im Bauernhof der Strauchingers konntest du üblicherweise damit rechnen, daß wer zu dir reinkam. Und wenn Gustl oder sein kleinerer Bruder nicht wußten, daß du im Bad bist, stand Gustl schon mal bei dir im Bad drinnen, sah sich an, was du anhattest. Gustl hatte ich auch schon gesehen ... Gustl, der sich schnell die Hände vorlegte ... Das heißt, hast du vergessen, anzuklopfen, konntest du alles mögliche zu sehen kriegen. Auch Opa Strauchinger ...
Detektei Umschau: Was war weiter am Gang?
Frau Ramona Gleibt: Gaby hatte zugesperrt. Eine Überraschung für mich. Weil ich die Türklinke gedrückt hatte, war die Stöhnerei kurz abgebrochen. Dann ging es schon wieder weiter. Wieder lauter als zuvor. Auf einmal ging am Gang das Licht an. Vati, der aus dem gemeinsamen Schlafzimmer von Mutti und ihm hochkam. Um nachzuschauen.
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