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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 549

1. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Detektei Umschau: Was war da mit Ihrer Schwester Gaby? Wenn wir das richtig überblicken, Frau Gleibt, hatte Ihre Schwester Gaby da nur noch etwas mehr als ein halbes Jahr zu leben.

Frau Ramona Gleibt: Ehrlich gesagt, konnte ich die Freude darüber, daß Gaby nicht daheim war, kaum verhehlen. Nur das Schlechteste wünschte ich Gaby. Sogar den Tod. Den Tod.

Detektei Umschau: Was hat Ihrer Schwester Gaby nun gefehlt, Frau Gleibt?

Frau Ramona Gleibt: Jedesmal gingen die Ärzte erst von zu starken Regelblutungen bei Gaby aus. Daß der Blutverlust bei Gaby deswegen so hoch war. Daß keine Eisenpräparate oder Medikamente zur Blutbildung bei Gaby groß halfen, war ein Problem. Mit Infusionen peppelten die Ärzte Gaby auf, sagten zu Mutti, Vati, daß Gaby zu regelmäßigen Untersuchungen vorbeikommen müßte. Die Photophobie verging Gaby nicht mehr. Gaby war sehr lichtempfindlich. Die Sonnenbrille trug Gaby dann sogar ständig in der Wohnung. Eine Enzephalitis war bei Gaby diagnostiziert worden. Die Enzephalitis bildete sich zurück, daß Gaby als gesund anzusehen war. Dann brach die Enzephalitis bei Gaby jedoch ohne ersichtlichen Grund plötzlich wieder aus. Eingehend befragt wurden Vati und Mutti, ob Gaby in der Vergangenheit Zecken hatte. Oder von sonst einem Tier gebissen wurde. Auch die Tollwut wurde meinen Eltern gegenüber erwähnt. Bitte, ich bin für die Details der Erkrankung meiner Schwester Gaby nicht der richtige Ansprechpartner. Um alles ganz genau zu erfahren, sollten Sie mit Vati oder Mutti sprechen. Ich habe Ihnen vorhin gesagt, wie mein Verhältnis zu meiner Schwester Gaby war. Das stimmt. Nicht ein einzigesmal bin ich mitgefahren, wenn Vati, Mutti und Sonja Gaby im Krankenhaus besucht haben. Ich machte Vati, Mutti gegenüber keinen Hehl daraus, daß es mich freute, daß es Gaby schlecht ging. Daß Gaby mit einer Krankheit rang, deren Ursache nicht eindeutig identifiziert werden konnte, das fand ich besten Fall interessant. Als Vati und Mutti in der Küche davon redeten, Gaby könnte Leukämie haben, habe ich vor Freude in die Hände geklatscht, daß Vati und Mutti mich aus der Küche fortschickten. Es gab zwischen Vati und Mutti eine Auseinandersetzung wegen meiner Bosheit, was meine Schwester Gaby anbetraf. Zur Rede wurde ich ein paarmal von Vati, Mutti gestellt, wobei es sich um mein Verhältnis zu meiner Schwester Gaby drehte. Nicht hinterm Berg habe ich gehalten, wie sehr ich meine Schwester Gaby haßte. Warum sollte ich lügen? Ließen Vati, Mutti mich ein eigenes Zimmer suchen, wäre ich die glücklichste Person auf Erden gewesen. Weil ich dann, von daheim ausgezogen, meine Schwester Gaby keinen Tag mehr sehen hätte müssen.

 

 

 

 

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