"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 551
2. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Frau Ramona Gleibt: Es herrschte Streit zwischen Gaby und IHM. Das habe ich direkt mitbekommen.
Detektei Umschau: Streit?
Frau Ramona Gleibt: Ja. ER wollte, daß Gaby IHM die Erlaubnis gab, über die Schwelle von Gabys Zimmer hinaus zu gehen. Irgendwie mußte Gaby IHM die Erlaubnis dazu geben. Keine Ahnung, warum ER nicht einfach über Gabys Schwelle hätte gehen können. Und Gaby gab IHM die Erlaubnis nicht.
Detektei Umschau: Wollte ER zu Ihnen, Frau Gleibt? Oder zu Ihrer Schwester Sonja? Vati? Mutti?
Frau Ramona Gleibt: Könnte sein. Bis dahin war ER an meinem Fenster. Sonst nirgends. Aber, ab dem Zeitpunkt, als Gaby aus der Kur zurück war, war was anders. ER bedrängte Gaby anscheinend. Und ER war nicht nur kurze Zeit bei Gaby im Zimmer drinnen wie früher, sondern hielt sich stundenlang bei Gaby. Jetzt hatte jeder der Familie einen unruhigen, schlechten Schlaf. Sonja kam mitten in der Nacht aus ihrem Zimmer, sah mich am Gang stehen. Aufs Klo ging Sonja. Sonja kam vom Klo zurück, und ich stand immer noch am Gang rum, als warte ich an der Bushaltestelle auf den Bus. Der nicht kam, weil der letzte Bus schon abgefahren war. Sonja ging, den Kopf gebeugt, zurück auf ihr Zimmer. Auch Vati und Mutti mußten öfters. Sahen mich, wenn ich sie nicht gehört hatte, es nicht in mein Zimmer geschafft hatte, am Gang. Das alles, seitdem Gaby aus der Kurstadt nach Hause zurückgekommen war. Wieder ihr Zimmer bewohnte. Gaby, sie ... Gaby, die hatte ... Gaby, sie hatte IHN wirklich zu uns eingelassen. Verstehen Sie?
Detektei Umschau: So richtig verstehen wir nicht, wovon Sie sprechen, Frau Gleibt ...
Frau Ramona Gleibt: Von Sonja hatte ich nie mitbekommen, daß mit Sonja irgendwas war. Nur an meinem Fenster war ER. Sonst - keine Ahnung. Ich weiß nur eins sicher, Gaby war eine eifersüchtige Person. Gaby hatte bei IHM den Wunsch, die einzige zu sein. Keine andere der Familie sollte IHN haben. Auch wenn ER Gabe gegenüber den Wunsch äußerte ...
Detektei Umschau: Das Thema Eifersucht ...
Frau Ramona Gleibt: Dann ... Dann ... Dann war Gaby schon wieder kaputt. Nach nur drei, vier Tagen war Gaby schon wieder kaputt. Am Morgen kam Gaby nicht zum Frühstück in die Küche. Es war aber immer noch Schule. Wenn schon die Ferien gewesen wären, hätte Mutti wahrscheinlich nicht nach Gaby geschaut. Weil immer noch Schule war, latschte Mutti zu Gaby ins Zimmer. Mutti schrie in Gabys Zimmer auf, daß Sonja und ich es bis in die Küche hörten. Auf ihrem Bett lag Gaby, die Beine weit auseinandergespreizt. Als hätte Gaby erst vor wenigen Augenblicken Liebe gemacht. Jede Menge Blut, das bei Gaby dazwischen rausgelaufen war, die Laken besudelten. Die Augen standen Gaby weit offen, waren starr, glasig; das Gesicht Gabys blutleer, blaß wie bei einer Leiche. Die Wangen patschte, haute Mutti Gaby her. Gaby blieb reglos. Gaby atmete nicht mehr; keinen Puls fand Mutti bei Gaby. Der Notruf wurde von Sonja gewählt, Mutti schrie die Angaben ins Telefon, das Sonja ihr hinhielt.
551
Newsletter
Gib Deine E-Mail-Adresse ein, um bei zukünftigen Artikeln benachrichtigt zu werden.
Seiten
Kategorien
- 768 "Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
- 374 mehr meilen
- 370 Kurzware
- 368 "Drei Erwachen"
- 360 hug it
- 352 allerlei
- 325 Kurzware II
- 315 kleine Szenen
- 310 Kleinteile
- 304 rundgehen
- 223 "Die Augenzeugin"
- 167 nach dem Tritt
- 152 dreimal erwachen
- 93 T-Rixi
- 57 K.K.
- 39 miles
- 22 Jäger des nächsten Textes
- 16 Kurzgeschichte