"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 579
12. September 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Was denn unter anderem?
Herr Johann Gleibt: Das dürfte Sie interessieren ... Ramona war also zu Omi umgezogen, hat fest bei Omi gewohnt. Das, was ich Ihnen jetzt erzähle, war damals im Juni. Ein Wochenende. Zeitlich ein halbes Jahr nach Gabys Tod. Ramona hatte gefeiert, daß die Bank, bei der sie sich beworben hatte, sie nehmen wollte. Bescheid hatte Ramona bekommen, daß sie ab erstem September eine Banklehre beginnen könnte. Mit Freunden war Ramona durch die verschiedensten Diskotheken gezogen. Gegen halb drei Uhr, daß Ramona beschwipst nach Hause gekommen war. Omi war von Ramona geweckt worden. Reden wollte Ramona nicht viel mit Omi, sondern in ihr Bett. Ramona ist auch auf ihr Zimmer hoch und zu Bett gegangen. Unten im Haus werkelte Omi noch ein bißchen herum, wollte dann auch in ihr Bett. Da war Omi, unten am Flurgang stehend, sie höre von droben aus dem Obergeschoß, aus der Richtung von Ramonas Zimmer, einen Mann und eine Frau reden. Die weibliche Stimme, die gehörte Ramona. Eindeutig. Wer aber war der Mann da bei Ramona? Niemanden hatte Ramona mit nach Hause mitgebracht, war alleine heimgekommen. Obwohl Ramona das eigentlich tun hätte dürfen, einen netten jungen Mann mitbringen. Daß da doch plötzlich jemand im Haus und bei Ramona oben war, das ließ Omi keine Ruhe. Omi verstand Ramonas Geheimnistuerei nicht. Wo kam der Mann denn her, wenn keiner mit Ramona zur Türe hereingekommen war? Die Dinge paßten Omi einfach nicht zusammen. Im Nachthemd machte Omi wieder aus ihrem Bett, begab sich aus ihrem Schlafzimmer auf den Hausflur. Die Haustreppe stieg Omi leise hoch. An Ramonas Türe horchte Omi. Hörte von drinnen so Geräusch. Wie Saugen. Vernehmbar ein Mann, der an etwas saugte. Die Türe von Ramona war nicht zu, nur angelehnt, entdeckte Omi. Die Türe schwang einen Spalt nach innen auf. Einen Blick hinein riskierte Omi. Mit auseinandergespreizten Beinen sah Omi Ramona am Bett, Ramona im Halbdunkel des schwachen Nachttischlampenscheins mit weit offenen, starren Augen. Wie der Mann ausschaute, der sich damit beschäftigte, bei Ramona zwischen den Beinen herumzumachen und von dem die Sauglaute herkamen, das konnte Omi nicht fassen. Einen altertümlichen Trenchcoat hatte der Unbekannte, der bei Ramona am Bett kniete, an, einen schartigen Strohhut am Schädel auf. Und der Kerl war noch dazu mit seinen dreckigen Stiefeln in Ramonas Bett gestiegen. Omi konnte nicht anders, redete den einfach an: 'Was treiben Sie denn da, Sie -?' Hoch ruckte der Kopf des Unbekannten, nach der Seite verdrehte er den Kopf. Nach Omi schielte er. Dunkel besudelte Lippen sieht Omi an ihm; Sauce - Blut! - tropft ihm das Kinn herunter. Vom Bett schwingt er sich, stellt sich auf die Beine. Macht jedoch nicht auf Omi los, sondern Richtung offenem Fenster. Übers Fensterbrett kletterte er hinaus. In einem Moment war der im Trenchcoat, mit Strohhut am Kopf, der, wie Omi fand, viel zu alt und zu gräßlich und heruntergekommen für Ramona war, draußen in der Finsternis verschwunden. Als Omi ans Fenster trat, hörte Omi am Kiesweg noch sich entfernende laufende Schritte. Um Ramona kümmerte sich Omi. Bei Ramona blutete es aus vier Wundmalen die Schamlippen heraus.
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