"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 658
11. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Die Todesursache bei der Vierzehnjährigen: eine Überdosis.
Jedoch kein gewöhnlicher Drogensuizid. Im Magen der Vierzehnjährigen wurden gefüllte Kondome gefunden. Im Dutzend. Die Droge: Angeldust.
Drei der Kondome unterschieden sich von den restlichen für den Zweck benutzten Kondomen. Die Magensäure des Mädchens war in der Lage gewesen, das dünne Plastik dieser Kondome anzugreifen und zu durchdringen. Die Folge: Die Vierzehnjährige, auf ihrer Reise im Zug alleine unterwegs, erlitt einen immer stärkeren Drogenrausch. Mehrere Male rief die Vierzehnjährige mit ihrem Phone Nummern an, von denen ihr anscheinend mitgeteilt worden war, daß sie sie anrufen sollte, wenn sie schlimmere Probleme mit irgendwas hätte. Aber, die Nummern waren allesamt Nieten.
Bei der nächsten Haltestation schaffte die Vierzehnjährige es auf das Klo des Schnellimbisses, versuchte anscheinend, das, was sie im Magen hatte, zu erbrechen.
Aber, es nützte nichts: Ihrem Schicksal konnte die Vierzehnjährige nicht entgehen.
Das Geschäft der Vierzehnjährigen, das - stellen Sie sich das vor, Herr Doktor Weil-Esch - aus der Geiersdorfer Umgebung herstammte, mußte man sich so vorstellen: Unter der Woche ging die Vierzehnjährige wie jedes gewöhnliche Mädchen in dem Alter in die Schule. Im Fall der Vierzehnjährigen war es die Realschule.
Nach dem Schulunterricht Freitag am Nachmittag traf sich die Vierzehnjährige allerdings mit Männern. Nicht mit irgendwelchen Männern. Sondern Dealern. Drogenhändler. Die der Vierzehnjährigen am Wochenende zu einem oder zweien Aufträgen verhalfen.
Dann reiste die Vierzehnjährige mit gefälschten Papieren und erfundener Vita ausgestattet im Zug an Orte im In- und Ausland. An den verschiedensten Orten traf die Vierzehnjährige sich mit Leuten, übergab ihre Ware.
Das lief für die Vierzehnjährige alles bestens ab, bis mit den Kondomen, die sie geschluckt hatte und mit denen sie auf Reisen ging, etwas schief lief.
Der weibliche Teenager, vierzehn Jahre alt, diente also als Drogenkurier.
Das Hauptziel der Soko Kondome war es nun, herauszufinden, wer die Drahtzieher, Hintermänner für die Aktivitäten der Vierzehnjährigen waren.
Die Eltern der Vierzehnjährigen, die in Roting, drei Kilometer von Geiersdorf entfernt, wohnten, wußten über das Treiben ihres Kindes genau Bescheid. Sie partizipierten reichlich von dem Geld, das die vierzehnjährige Tochter verdiente. Deshalb sitzen Vati und Mutti jetzt auch ein. Wie ein paar der Dealer auch, die mit der Vierzehnjährigen in Kontakt standen.
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