"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 661
12. Oktober 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Die Situation in Geiersdorf habe ich Ihnen, Herr Doktor Weil-Esch, bereits öfters in telefonischen Unterhaltungen auseinandergesetzt.
Sie dürfen sich das wirklich so vorstellen, daß Thomas, Regina und Agathe überall in und um Geiersdorf herum bei den Leuten wie die bunten Hunde bekannt sind.
Steigen Thomas, Regina oder Agathe irgendwo in Geiersdorf aus einem Auto, kommen von irgendwo Gestalten daher. Massiv werden Thomas, Regina und Agathe angegangen, beschimpft und bedroht.
Vor drei Wochen ist eine Type in Rocker-Kluft, Mitglied der Dead Riders, eines Motorradklubs aus Roting, einem der Nachbarorte von Geiersdorf, in Geiersdorf nur mal so an Agathe vorübergegangen. Der Mann zeigte Agathe ein Hühnerei. Dann klatschte er das Ei auf Agathes Kopf, daß Agathe die Sauce das Haar herunterlief.
Was sollte Agathe machen? Der Mann hatte Kumpels dabei. Gardemaß bei allen. Deren Gelächter hat Agathe ertragen.
Agathe war froh, daß sie in ihren Wagen entkommen konnte.
Auf die Polizei ist Agathe gefahren, hat den Beamten dort eine genaue Beschreibung des Rockers gegeben.
Dann fragte Agathe vorgestern bei der lokalen Polizei nach, bekam Agathe zur Antwort, daß Beamte die Daten des Mannes aufgenommen hätten. Einen polizeilichen Verweis habe das Dead Riders-Motorradklubmitglied schriftlich zugestellt bekommen. In dem Schreiben sei er aufgefordert worden, sich ihr, Agathe, nicht mehr zu nähern. Sonst müßte er damit rechnen, daß Bewährung bei ihm außer Vollzug gesetzt würde.
In Geiersdorf dürfen Thomas, Regina oder Agathe ihre Mietautos kaum aus dem Auge lassen. Passiert es, daß Thomas, Regina oder Agathe irgendwo in Geiersdorf in ein Geschäft oder ein Haus hineingehen, kommen sie zurück, sind die Reifen zerstochen, hat der Autolack schlimme Kratzer.
Kinder haben das Fahrzeug Agathe und Regina nach dem Geiersdorfer Sonntagsvormittagsgottesdienst letztens mit Steinen beworfen. Mitten zwischen Geiersdorfer Erwachsenen, ihre Bibeln in der Hand.
Keiner von denen hat den Fratzen jedoch irgendwas davon erzählt, sie sollten mit dem Steinchenwerfen aufhören.
Es war erst Schluß, als Agathe und Regina vor den Wagen traten, sich umschauten.
Das müssen Sie doch verstehen, Herr Doktor Weil-Esch, wie es in Geiersdorf zugeht, was uns von der Detektei Umschau anbetrifft.
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