"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 716
1. November 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Detektei Umschau: Das um Geiersdorf herum, wenn man da herumsuchen geht - das ist ein weites Gebiet. Selbst für ein Suchkorps der Polizei.
Frau Ramona Gleibt: Ich kann's für Sie ein bißchen eingrenzen. Gustl hatte einen kleines Brüderchen. Das war zehn. Hat nicht auf Mami und Papi hören wollen. Ist am Fels klettern gegangen. Wie so ein Freikletterer. Nur mit den Händen und Füßen. Ohne jede Absicherung. Nur ein Mädchen aus der Nachbarschaft war dabei. Die hat sich dann nicht getraut, mit Gustls Bruder mitzuklettern. Gustls kleiner Bruder ist abgestürzt. Wo der kleine Bruder Gustls abgestürzt ist, soll das sein. Dort in der Umgebung befindet sich die Höhle. Dort drinnen hat ER ihn eingesperrt in einen Käfig. Mehr weiß ich aber wirklich nicht. Das ist aber immerhin eine gewisse Hilfe für Sie, oder denken Sie nicht? Schauen Sie sich einfach dort um, wo der kleine Bruder Gustl die Felswand runter ist. Vielleicht finden Sie was. Muß ziemlich versteckt sein. Gustl hat durch eine Art Erdloch wie ein Fuchsbau da reinkriechen müssen, vor IHM. Gustl hat gedacht, sein letztes Stündlein hätt geschlagen. Leider hat's das nicht für Gustl.
Detektei Umschau: Ein Erdloch, wie von einem Fuchs gemacht ...?
Frau Ramona Gleibt: Hab ich gesagt, denk ich, ja. Aber, wie gesagt, ob der, den er im Käfig hat, noch lebt, ich weiß das nicht. Kann man nie sagen.
Detektei Umschau: Vielen Dank, daß Sie uns das mitteilen, Frau Gleibt.
Frau Ramona Gleibt: Keine Ursache. Deshalb wollt ich Sie noch schnell anrufen. Vielleicht interessiert Sie die Sache. Wenn nicht, mir ist's auch recht. Ich jedenfalls, ich habe keine Lust, heute schon wieder, weil's mir schon wieder so gut geht, aus dem Krankenhaus entlassen zu werden und in meine Wohnung zurückzukehren. Lieber geh ich ins Gefängnis, als das. Ich ruf jetzt die Polizei an, sage denen, ich hätte Hänsel umgebracht ...
Detektei Umschau: Fahren Sie doch zu Ihrer Mutter - kaufen sich ein Flugticket ... Sie müssen sich doch nicht einsperren lassen, wenn Sie ...
Frau Ramona Gleibt: Doch, doch. Vielleicht stimmt ja alles, was vermutet wird. Hab ich Hänsel umgebracht. Wissen Sie, ich war bei Hänsel in der Wohnung, als Hänsel starb. Ich kann genau erzählen, wie es passierte. Das werde ich jetzt tun. Ich werde ein volles Geständnis ablegen und viel weinen. Auf Wiederhören!
Frau Ramona Gleibt hat das, was sie zu Herrn Augustin von der Detektei Umschau gesagt hat, getan, die Polizei anzurufen. Aus dem Ortkrankenhaus haben Polizisten Frau Ramona Gleibt mit ihren Fahrzeugen abgeholt.
Den Mord an Herrn Josef Hänsel hat Frau Ramona Gleibt in allen Punkten gestanden.
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