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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 78

14. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

 

Meint diese Frau Kammer zu mir, daß meine Begleitung kurze, schwarze Haare hatte. Schwarze Röhrenjeans an den Beinen. Ein weißes Topp, viel zu knapp; nahe dran, ein Bikiniteil zu sein.

 

War spaßig.

Frage: Können die Leute lesen?

Hatte ich in der Zeitungsanzeige nicht eine blonde, junge Frau erwähnt?

Und - ich? Welche Details wüßte sie, Frau Kammer, noch von mir?

Hätte sie, Frau Kammer, vor ihrem geistigen Auge, daß ich ein Zopfträger wäre. Meine schulterlangen Haare hätte ich hinten zu einem Zopf zusammengebunden. Und: am Oberkörper hatte ich eine braune Lederjacke getragen. Auf der hinten am Rücken aufgenäht: eine Teufelsfratze.

 

 

Du lachst jetzt, Tagebuch?

Würd' ich auch gerne. Wäre mir zum Lachen.

Ich  - ein Motorradrocker!

Huch! Auf keinem Fall bin ich so was.

 

 

 

Schlimm, was?

 

Kann demnach so nicht stimmen, daß Frau Isabell Kammer mich gesehen hat. Manuela schon gar nicht.

 

Was Frau Isabell Kammer des weiteren geredet hat, hat sich allerdings ziemlich gut angehört.

Frau Kammer sagte, daß ich und die, die bei mir war, vor Zilkes Mode herumgestanden wären.

 

Mann, Zilkes Mode, mein Tagebuch - dort waren Manuela und ich tatsächlich. 

Manuela und ich, aufgebaut vor dem Schaufenster von Zilkes Mode mit Braut- und Abendkleidern. 

Auch wenn die Beschreibung meiner Person und der Manuelas einfach nicht stimmen wollte - Manuela und ich, wir waren da, haben bei Zilkes Mode durchs Schaufensterglas geschaut..

Frau Kammer, die hat sich lediglich ein andres Pärchen gemerkt, es mir genauer zu beschreiben ...

 

 

Sehe mich und Manuela, Tagebuch, der Schaufensterscheibe von Zilkes Mode gegenüber.

Auf das weiße Brautkleid mit zugehörigem weißem Schleier oben drüber über einen Doppelstahlhaken drapiert deutet Manuela mir hinter dem Glas der Scheibe.

Manuela: 'So ein schönes Kleid. So eines hätt' ich auch gerne getragen, Berndie. Für IHN. Für Hansi. Aber Hansi, der Dreckskerl, verlobt hat er sich mit mir. Aber mich heiraten - mich heiraten, das hat Hansi mich nicht mögen. Zwei Jahre, Hansi und ich, verlobt, Berndie. Zwei Jahre, mich hingehalten, Hansi. Immer wenn ich Hansi gefragt hab', ob wir nicht bald heiraten könnten, ist Hansi taub geworden. Nein, mit Heiraten war nichts. Ein Dreckskerl, Hansi, Berndie, sag' ich dir. So ein Dreckskerl.'

 

 

 

 

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