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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 93

20. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

 

Meine Erinnerung ist, daß Manuela und ich an einem Rundtisch so in der Nähe der - wenn man hineintrat - rechten Wand Platz genommen hatten. Kaum sind wir gesessen, Manuela und ich, kommt schon die Bedienung.

Die ordinärste Welt, Tagebuch.

Bei der weißbeschürzten dicken Oberin im Livree geben Manuela und ich unsere Bestellungen auf.

Heißen Tee mit Rum orderte Manuela für sich, heißen Tee mit Rum, trotz der herrschenden Hitze. Schulterzuckend bestelle ich für mich das gleiche.

 

Breit grinse ich Manuela ins Gesicht. Ich: 'Dachte, du trinkst keinen Alk, Manuela ...'

Manuela: 'Doch, trink' schon Alkohol. Wenn ich gesagt hab', daß ich nichts trinke, hab' ich davon geredet, daß ich mich nicht jeden Tag bis zum Rand vollaufen lass'. Alkohol in Maßen, Bern-die, wenn du verstehst, wovon ich rede.'

War ich zufrieden, das von Manuela zu hören. Allerdings konnte ich es nicht unterlassen, Manuela die nächste Runde breitest eins hinzugrinsen.

Manuela wechselt das Thema. Manuela: 'Weißt du noch, Bern-die? Erinnerst du dich noch an das Eventcafé? Lange, lange her ...'

 

 

Entsinne mich, daß ich - es war das erste Jahr, das ich als Zeitsoldat verbracht hatte - gehört hatte, daß um Weihnachten herum das Eventcafé in Mezzolatte umgetauft worden war. Damit verwandelte sich das Eventcafé, in dem jede Woche mindestens eine Nachwuchsrock-, Popgruppe auftrat, Jazz- oder Folklorebands und die Nachwuchs-DJs sich am Wochenende bis tief in die Nacht hinein übten, in ein stinknormales Café. Eines, in dem bei leiser Alltagsmusik Kuchen, Torten zu speisen waren, Kaffee- oder Teesorten zu schlürfen.

Eigentlich eine Tatsache, daß die Stadt mit dem Eventcafé eine kleine Attraktion verloren hatte. Als Mezzolatte hielt sich das Café jedoch bis in die gegenwärtige Zeit hinein. Während das jugendlichere Publikum, das damals das Eventcafé frequentierte, sich nach etwas anderem umschauen hatte müssen.

 

 

*

 

Zwanzigster Juli, mein Tagebuch.

02:43 Uhr.

 

 

Will fortsetzen, Tagebuch, ich und Manuela, wir beide im Mezzolatte ...

 

 

Die dickliche Bedienung, blondbehaart unter ihrer weißen Kappe, Dutt hinten, in Livreekleidung und mit weißer Schürze vorgebunden, kehrte mit dem Serviertablett mit den Gläsern Tee und Rum zu Manuela und mir zurück. Auf den Tisch stellte sie Manuela und mir alles, während ich ihr lächelnd hingenickt hab', der Dame.

 

 

 

 

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