"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 94
20. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Kann dir überhaupt nicht sagen, Tagebuch, wie die Dicke, die im Mezzolatte arbeitet, mich anstinkt. Die Reifen ihres Autos könnt' ich ihr zerstechen. Ihr bei sich daheim die Fensterscheiben ihrer Wohnung einwerfen.
Wie doof mir dieses fette Weib gekommen ist. Obendrauf.
Als ich wegen der Manuela-Geschichte zurück im Mezzolatte war, die Mezzolatte-Bedienung hinsichtlich mir und Manuela zu befragen, ist sie mir richtig blöd gekommen. Daß ich ihr keine reingehauen habe? Mittenrein in die aufgequollene Fresse?
Ich, Sekundenschlaf auf der Autobahn, weißt es ja noch, Tagebuch. Dann war ich im Laufe jenes Vormittags im Mezzolatte. Meine kleinen Fragen zu stellen. Hinsichtlich Manuela. Manuela und mir.
Das große Thema Manuela.
Eins mit Schockwirkung für mich.
Mit mir ist Manuela schließlich da am Tisch im Mezzolatte rumgehockt.
Aber, das beleibte Weibsbild, das da im Mezzolatte Leute bedient, das will sich nicht erinnern.
Nur auf mich entsinnt die sich. Partout keinerlei Erinnerung an Manuela. Nicht das bißchen was Manuela.
Als wäre keine Manuela da.
Obwohl ich beschwörend auf die Mezzolatte-Angestellte eingeredet hab', weiß sie nur Kleinigkeiten von mir. Ansonsten von niemandem bei mir. Von keinem, keiner, der, die bei mir gewesen wäre.
Echt böse ist die dicke Dame mir geworden, hat mir hingesagt, was ich mir denn einbilden würde, ihr auf eine Art ankommen zu wollen. Wenn ich sie noch einmal mit der Hand anfasse und sie nebenher schief anrede, würde sie den Koch holen. Dann würde ich mal sehen, was ich von dem Stuß hätte, den ich ihr daherlabern würde. Wenn der sich mich erst gegriffen hätte, mich feste angepackt.
Das könnte doch immer mal vorkommen, daß sie das Aussehen von Mezzolatte-Gästen vergaß. Nicht jeden, jede könnte sie sich immer genau im Gedächtnis behalten. Gibt jede Menge Gäste im Mezzolatte. Jeden Tag.
Beschreib' ich Schweinchen Dick Manuela in dem schwarzsamtenen Sackminikleidchen das nächstemal. Sage, lange, weiße Beine, Manuela. Ziemlich nackig, eigentlich, Manuela. Wenn eine so wo daherkommt, wie Manuela rummarschiert ist, könnte man sie doch nicht wie nichts vergessen.
Aber, es war bei der Dicken nichts zu machen. Keine Erinnerung weit und breit bei der, was Manuela anbetraf.
Na schön, Tagebuch, hab' ich aufgehört, Schweinchen weiter zu belästigen. Wortreich drauf einzureden.
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