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Blog von TeddeMehr

"Fotos auf Pappe"

24. Mai 2014 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #Kurzgeschichte




Fotos auf Pappe




Etwas Urzeitliches, knapp Neandertal (aber zurück von da)


Küss das!
Weißes Licht, rote Hitze.
Wie nennt sich die Kiste, aus der ich das rausgeholt hab'? Die Schwatz- und Falschmünzerkiste.
Aus ihr kommt's her. Ist's entsprungen.


Das Ding, das geht ungefähr so ...

Zwei Riesen in einer Großhöhle. Zur Vor- viele kleine, größere Nebenhöhlen, in denen gut zu hausen war.
Allerschönste Stalakmiten und Stalaktiten.
Eine Schau.

Der eine Riese hatte den anderen Riesen bei sich aufgenommen, in der geräumigen Höhlenbehausung. Weil's dem andern so schlecht ging, zu der Zeit.
Quasi, daß man zusammenlebte. Teilte Interessen in vielerlei Hinsicht.


Irgendwie war's wahrlich was mit ähnlichem Zeitvertreib. Dieselben Anschlüsse, eben nur die knappe Behausung Höhlengang nebenan.
Der eine, der konnte bei dem anderen allerdings durch die Wände sehen. Mitkriegen, was der erstere so trieb.
Zusammengeschaltete Nummer. So kann man das nennen.
Der, der aufgenommen worden war in der großen Höhle, der konnte das einfach, das mit der Parallelschaltung.
Dahingehend hatte der sich kundig gemacht. Daran, daß er gesteigertes Interesse gehabt hatte. Derjenige der beiden, der der Geschmeidigere war. Die geöltere, glattere Type. Während beim zweiten locker und schnell bei Leuten und Angelegenheiten Grobschlächtigkeit aufkommen konnte. Urzeitliche Szene.

Mit dem Gastgeber-Riesen hatte der Feinsinnigere trotzdem seinen Spaß. Holte sich den öfters ab.
Der Großhöhlenbesitzer, der kriegte davon wirklich nicht viel mit.
Allerhöchstens in gewisser Dosierung. Wenn die Dosis von einer gewissen Art war. Kam's zufällig aus der benachbarten Höhlenräumlichkeit zu einem überraschenden Eindringen beim besser bespaßten Riesenkumpel. Gab's eine klarere, verständlichere Sicht auf dies und das.
Das volle Ausmaß jedoch, daß der Höhleneigner das jemals überblickte?

Wohl kaum, sonst hätte größere Aufregung entstanden sein müssen.
Oder nicht? Schwer zu sagen.
Inwieweit die Freundschaft der Riesen in der Gegenwart des Heute weiter Bestand hatte? Kann sein, daß das größere Freunde geblieben sind. Oder sie sind es auch nicht mehr.
Sollte es wen interessieren?
Damals aber, alles bestens zwischen den beiden.
Das Verschiedenste von dem einen Riesen, bei dem er wohnen durfte, übermittelte der flinkere, absichtsvollere Riese seinem damaligen Liebling. Der sich für den Liebling der Lieblinge hielt. Herausragend unter den Lieblingen, die es am Platz gab.

Tausendfach wiederholt meinte der besagte Riese, der die Geschmeidigkeit in Person war, ihm, dem Schätzchen, daß er bereits einen goldenen Ring besorgt hätte. Einmal einen zur Verlobung. Auch schon einen zum Heiraten, für später, bei Gelegenheit.
Wie der wenig Spaßigere der Riesengestalten in der Höhlung nebenan das nämliche anstellte. Gleichfalls das seinem Engel auf Dauerschiene erzählte.
Er habe einen schweren Lapislazulibesatz-Goldring sich zugelegt. Zum Anstecken an den Finger des Engelchens. Falls es demnächst Heirat war. Heiraten.
Sogar von einem Monstertipi oberster Preis- und Güteklasse übermittelte dieser Riese was. Monstermäßig.
Den gigantischen Tipi hätte er für viele Mammuteckzähne, einen Haufen Bärenfelle, einige Obsidianmesser und ein paar Funkelsteinchen für sich und sein rotes Bauschehaarengelchen bestellt.
Auch ein eigener Primaten-Stamm, im Auftrag des Häuptlings als Umgebung und für die Unterhaltung für sie angedacht. Dann die, die immer die Jagd-Szenen begleiten sollten. Andere waren die Bedienung und hatten die passende Lagerfeueratmosphäre zu verantworten, stellte sich der Abend ein.
In dem prächtigen Tipi-Aufbau, daß er und sie als Mann und Frau zusammenleben würden. Während den Sommermonaten würde mit nützlichem Volk von einem Stamm und einem erwählten Feuerträger durch die erblühten Landschaften gezogen. Vogelgezwitscher allüberall. Baden in den Flüssen. Friede, Freude, Eierkuchen. Viel Liebe.
Immer alles, was sie sich wünschte. Von ihren Augen würde es abgelesen. Piep, piep.

Unablässig, daß die beiden Riesen ihren Bräuten von so was redeten. Jeder sorgte sich lediglich um die eigene Variation des Themas.
Oh, oh, es war nicht auszuhalten, oft. Was abging.


Und das! Hau dich weg, Mann! Hau dich wirklich weg.
Das erzählte der Riese, bei dem das mit der Bespaßung besser abging als beim andern, unter anderem der Süßen, die sich für seinen bevorzugten Herzensliebling hielt, die mit der echten Goldkrone am Haupt.
Unglaublich, das Gelächter. Mit dem's dabei zuging. Daß sie wieder einmal beinahe drunterrutschte. Unter das Rechnertischlein in ihrer weiterhin bescheidenen Höhle hinab.
Es war die Pappefoto-Geschichte ...
Die Geschichte mit den Fotos.


Die Geschichte mit den Fotos, die geht ungefähr so:

Ein Muskelmann. Aber nicht Ringer, Faustkämpfer. Nein, nein, nichts davon.
Lieder sang er, tanzte Volk was vor. Auch in Flammen.
Musik der härteren Gangart dröhnte dort, wo er herumstand, aus den mannshohen Hallkisten.
Wilde Blicke, Glutaugen, die das anwesende Publikum einzuschüchtern suchten. Raumgreifende, wichtige Gesten, die der Riesenmann sich draufgetan hatte, brachte er an. Voll die herausfordernde Pose.
Bruch von Tabus, das war an der Tagesordnung. Tagtägliches Geschäft. Ob mit eigener innerer Anteilnahme oder nicht, kaum was, das ausgelassen wurde. Was Grenzen überschritt, Regeln brach, das wurde benutzt.
Echt wahr, total gleichgültig, was es war, Hauptsache, es regte im allgemeinen vielleicht auf, schaffte neue Aufmerksamkeit.

Es war einmal, da dachte alle Welt, solche Typen würden nichts hinten lassen. Massenweise die Weiber, die diese Riesen abgriffen, an den Haaren gepackt hinter sich herschleiften. In die nächstbesten Höhlenräumlichkeiten. Um sie sich vorzuknöpfen.
Die Weibsbilder, die das nur zu gerne mit sich geschehen ließen. Solange das einer der ruhmreichen Riesen war, war es in Ordnung. Er, einer dieser Riesen. Solange war das was. Brachte Gewinn.
Hinter die Bühne der Auftrittshöhle, daß wenig Fell tragende Damenwelt in Haufen voll erregt aufmarschiert kam. Oder sonstwo vor einer Aufhalte-Höhlen ausflippte, mit ohrenbetäubendem Gekreische, präsentierte eine der prominenten Riesengestalten die Nasenspitze.
Jederzeit eine von ihnen, die der Riese sich nur auszusuchen brauchte. Oder zwei, drei.

Das nahm jeder an, das würde der helle Stern unter den Riesen mögen, das mit den unzähligen geilen Torten. Ständig hätte er eine von ihnen leibhaftig am Leib. Wohin er sich wandte, da war schon die nächste.
Derart ferne eine Idee, echt weit, weit dem außenstehenden Betrachter fern, man wolle das Angebot an vielgestaltigem weiblichem Sortiment nicht für sich benützen. Allerfernstens der Gedankengang, man wäre in der Lage, Hübsche von der Kante der Breite des Fellagers zu stoßen. Sofern die aufgeregte, erwartungsfroh Stöße erwartende, rotwangige Braut nur einigermaßen ausschaute, gefiel.

Hier nun trotzdem jenes Lachen. Jenes massive Lachen.
Echt heftig, daß gelacht wurde. Von dem einen der Riesen. Und der Braut mit dem Schauschirmglas dazwischen, die es übermittelt kriegte.
Mindestens wie schon oben beschrieben, das Gelächter.
Der eine der Riesen, der sagte seinem Engelchen, der andere Riese, der nebenan, der sollte ...
Einen Papperdeckel sollte der genommen haben.
Eine rechteckige Pappe, die er eigenhändig mit der Schere von einer großen Schachtel runtergeschnitten hatte. Ehe die in Einzelteilen in der Vorhöhlentonne für papierne Reste landete.
Die Tube Sekundenkleber aus dem Großraumhöhlenbaumarkt hätte er sich anschließend gegriffen.
Um das Stück braunen Kartons eifrig mit Fotos von ihm, seinem roten Rauschehaarengelchen zu bekleben. Des Engelchens, dem er alle mögliche versprochen hatte. Weiterhin versprach. Die funkelnden Sterne vom Himmel herunter. In Massen.
Echt irre, die Verheißungen, Versprechen. Auf Dauerfunktion geschaltet, die Einrichtung.
Und: Diese mit den Fotografien seines Lieblings vollgeklebte Pappe nahm der Mann von einem reinen Riesen in der Kofferkiste mit sich mit auf seine bei aller Liebe nicht absagbare, lang andauernde Reiseunternehmung.
Wenn dem Riesen mancherorts in einer Höhlung danach war, zog er die Pappe mit der Aufreihung von Farbbildern seines Darlings aus den Seitenfächern des Kofferteils heraus. Ausgiebig, daß der Riese die Foto-Werke betrachtete.
Das ganze Drum und Dran einer Hand, einer Hand. So einer Hand ... Eine Hand, die ...

Diese Fotos, die sie abbildeten, seinen Engel, dem er redete, wie sehr er ihn liebe. Diesen Engel, den er auf diese Weise ständig bei sich hatte.
Eigentlich brauchte er das überhaupt nicht arg schlimm, daß sie in Echtzeit leibhaftig anwesend sein hätte müssen. Die Abbildungen waren genügend. Langten voll und ganz.
Und jedem, der es wollte, präsentierte der Riese mit Hilfe des Pappestücks die Braut, gab kund, das sei die, die, die er liebe.
Jedermann, hatte derjenige Pech, kriegte das gute Stück fotosbeklebter Pappe zu sehen. Es unter die Nase gehalten. Mußte während den dazugehörigen Erklärungen des Riesen mit dem Kopf nicken.
Interessiert war auf die Bildersammlung draufzugucken. Von den Leuten. Männlich, weiblich.
Aus den verschiedensten Perspektiven, daß sie abgelichtet war. Die Dame. Die, die das selber gewesen war, die die Bildnisse verfertigt hatte. Per eigenem Klickelein mit dem Hartplastikmäuschen dem Riesen übermittelt.

Voll entschlossen, ihr treu zu sein, das war der Riese. Weil: Treue, das hatte er ihr gelobt.
Das mußte man sich erst vorstellen, das mit dieser Treue. Diese Absicht des Riesen, diesen Schwur, den er getan hatte, durchzuhalten. Unglaublicherweise hielt er den auf seiner Reise durch die verschiedensten Stadtstaaten und Landschaften durch.
Kaum etwas, das links und rechts ankam, das er anfaßte. Nichts, das so richtig landen durfte. Egal, welche Darbietung es vor ihm gab, es wurde drüber hinweggesehen. Wie der Riese es für sich im Plan hatte. Tatsächlich, daß er sich daran hielt.
Unvorstellbar.
Es war bloß zum Lachen. Zum Unter-den-Tisch-Kugeln. Das mit den beiden Händen. Mal die eine, mal die andere.
Eigene Hände.
Keine Hände, die halfen. Nicht eine helfende Hand. Nichts, das mithalf. Ihm half ...

Seit über einem Jahr, daß sie zusammen waren, er und sein Rauschehaarengel.
Ein Paar.
Der Riese und sie, sie nannten sich ein Liebespaar.
Liebe. Liebe, die Dauerbezeichnung dafür. Die sie benutzten.
Getroffen hatten die beiden sich dabei noch nie. Nie!
Nirgends war mal etwas großartig für eine unmittelbarere manifestere Begegnung.
Nicht einmal auf dem großen Großhöhlen-Anhänger-Treffen, daß er war, der Riesenmann.
Hatte sich dort nicht hinbegeben mögen. Ums Verrecken nicht. Trotz seines Ruhmes. Daß er der Mittelpunkt von allem gewesen wäre. Der ortsfälligen Bedröhnung.
Ungeheuer, die Abneigung da dagegen. Zum Erbrechen fand er's.
Obwohl sie dort war, die Braut, der Rauschehaarengel. Von der der Riese ausdauernd behauptete, sie wäre bei ihm die Braut der Bräute. Das war das ewige Klingeln bei ihr.
Angeflogen gekommen war er, der Engel. Auf großen Flügeln. Für zwei, drei Tage. Wovon er genau wußte, der Riese. Ganz genau wußte der Riese, welche Höhlen es bewohnte, das Engelchen.
Nebenbei überhaupt nicht übermäßig weit entfernt von der Großhöhle, in der der Riese seine noble, fellbehangene Behausung hatte, die betreffende Begegnungsstätte der schunkelnden, trunkenen Anhängerschaft. Wo sicherlich die Welt am Ausflippen gewesen wäre, wäre er, der Riese, das Idol, auf seinen Riesenfüßen da eingetroffen.
In Minutenfrist wäre sie vom Riesen erreichbar gewesen, jene Höhlung. Außerdem - bei der Menge an Funkeldiamanten, die der Riese sein Eigen nannte, hätte er jede Art von Flugdrachen sofort für sich gemietet bekommen können, die ihn in Windeseile an jeden gewünschten Ort Fern und Nah bringen konnten. Binnen Minuten-, Stundenfrist.
Als er und sie sich wieder zur besseren Verständigung zusammenfanden, nach der Festivität, der Singsang, der der gleiche war, wie zuvor: Er liebe sie. Nicht vorstellen könne sie sich, wie sehr er sie liebe. Was Gefühle er für sie hätte. Gewaltigste Empfindungen. Rein die Liebe zu ihr. Die reine Liebe, die er empfände. Hätte er doch nur mehr Zeit. Aber, er war so eingespannt. So eingespannt. Proben, Planungen. Für die Jagden. Haarige Mammuts mußten gejagt werden. Tagelang war man da immer unterwegs. Auch wenn's in der Nähe war, blieb's bei Tagen.

Daheim, auf dem heimeligen, warmen Fellager, beider Riesen Übung: Das freie Klappi, das den Schoß stieß. Das an den Schoß anstieß.
Das Klappi-Ding, das Teil, das dort oben auflag.
Das Wichtigste, der Mittelpunkt von allem, das waren Klappi-Dinge.
Stundenlang, stundenlang war es da was, mit dem aufklappbaren Hilfsgerät. Da mit den Fingerspitzen auf Nachgiebiges draufzudrücken. Abgeschickte Zeilen én masse. Das, was sich daraus ergab.
Kein Mensch - echt wahr, kein Mensch -, der aus der beheizten Höhlenbehausung mit seinen vielen Einrichtungen rausschleichen mußte, irgendwelche unerwarteten belästigende Umstände hatte. Es sei denn. Daß er eine der kleinen Brennerschachteln für die Lungenflügeltönung aus einem entfernteren Vorhöhlenautomaten nötig hatte. Einem solchen, der unter freiem Himmel gebaut herumstand, bereit für Kunden. Anlaufende Kundschaft. Weil das mit den Rauchringen ein dringendes Bedürfnis war. Daß es zum Ausmarsch zwang. Raus dem Schutz der warmen Großhöhlenräumlichkeiten. Hinaus in die klirrend kalte und unübersichtliche Landschaft. Wo Schatten beängstigend dräuten. Alles mögliche einem passieren konnte, ereignete sich eine Konfrontation mit wartenden Primatenmonstern von ganz weit unten drunter. Voll ein Zeug, auf das man im Grunde genommen ohne Bewachung von Leib und Leben gut verzichten konnte. Zu jeder Zeit.
Kaum vorstellbar, wie sehr man sie haßte. Sie und es haßte. Hätte man nicht die Klunker von ihnen. Von den vielen, die dafür nötig waren. Dann wäre man nie, nie auf den Einfall gekommen ...


Das Treiben des in ihren Höhlenräumlichkeiten in der zu der Zeit gemeinsam bewohnten Großraumhöhle sich herumflözenden Riesen-Gespanns, ein Schwarm vieler Höhlen-Mädels mit irrem Kreischvermögen ...
Was ungefähr auf den frei auf- oder nebenbei liegenden Aufklapp-Dingern ankam ... Worte, Zeilen. Verfaßt in Schwatzräumen.
Selbst wenn am Aufklappdingens ein einschaltbares Auge dran angebracht war, in der Lage, jegliches bewegtes Bild davor deutlichst einem Betrachter zu übermitteln, es mußte nicht notwendigerweise heißen, daß auf Riesen-Seite viel Bild herrschte. Höchstens vielleicht so eine unscharfe Umrißhaftigkeit.
Übersetzt: Zum Tippseln, Verfassen von Sätzen - zu denen wer zuvorderst in der Lage sein mußte, wer dort in der Gegend was wollte. Ewige Tippsel-Zeilen.
Das war mal das Angesagte.
Für den Verlauf und Fortgang des Spiels am besten ohne allzu viele größere Vertipperer. Die nerven, verstören konnten.
Weil, es mußte real nicht zu sichtbareren aufgebauten Bild oder sonstigen Vorkommnissen kommen. Sollte einem was mit einem Mangel an Ausdrucksmöglichkeiten passieren, war man möglicherweise früher hintendran, als das zu glauben war. Da half bestimmt auch das eigene, bessere Aussehen nichts. Bei den Mengen. Wo alle gut ausschauten. Zwischen denen hin- und hergewechselt werden konnte.

Vielleicht kam es dann bei der einer oder anderen, irgendwem zwischendrinnen vor, daß es ein leichtes Erschrecken gab. Grusel, Grusel.
Der Grund: Unerwartet, daß sich im Schatten etwas regte. Ein kantiger Umriß, der sich darbot. Grimmig, das Gesicht, das auftauchte.
So unvermittelt. Nachdem man sich lange an das Dunkel gewohnt hatte.

Ein klein weniges laufende Zeilen, nicht allzu schlimm viel ... Aber, man sollte ruhig an viel denken ...
"Knuddel, knuddel."
"Knuddel, knuddel."
"Knuddel, knuddel."
"Ich hab' dich lieb."
"Knuddel, knuddel."
"Ich hab' dich voll lieb."
"Ich dich auch."
"Ich liebe dich."
"Ich lieb' dich auch."
"Ich liebe dich."
"Ich liebe dich."
"Ich liebe dich."
"Ich liebe dich."
"Ich liebe dich."
"Ich liebe dich."
Als wär das Ich-liebe-Dich eine Funktion auf der Tastatur. Nichts damit, daß man das ohne Unterlaß tippen müßte.
"Ich liebe dich."
"Ich liebe dich."
"Ich liebe dich."
"Ich liebe dich. Ich liebe dich."
"Ich liebe dich auch."
"Ich lieb' dich. So, so sehr."
"Ich liebe dich."
"Ich liebe dich."

Voll der geistige Fräser, das. Fürs Matschepampehirn. Bei der Anzahl der Wiederholungen, knapp dafür, in Echt was davon ab- und mitzukriegen.
Daß sich die Frage stellte: "Ich liebe dich" - wo hört hier der Spaß auf? Wann fängt das an, ernst zu werden? Das Problem des Ernstes bei dem Spiel? Denn, immer weiter und weiter, ohne Unterlaß: "Ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich." Und noch mal hinterher: "Ich liebe dich. Ich liebe dich." Und: "Ich hab' dich so lieb. Ich hab' dich so, so lieb." Und, und: "Ich hab' dich lieb. So, so lieb."
"Ich hab' dich auch so, so lieb."
"Ich liebe dich. Ich liebe dich. Ich liebe dich."
"Ich liebe dich."
"Ich lieb' dich."

Sie, mal enger am Mann am Ball, in und um den Strafraum in Dribblings gehend: "Du, mein Engel, darf ich dich anfassen?"
Er: "O ja."
Sie: "Darf ich dich anfassen, mein Engel?"
Er: "Würd' ich auch gerne, mal deine Brüste anfassen ... Würd' ich wirklich gerne."
Das Mädchen, es: "Du ...? Du ...?
Der Riese, er: "Ja ...?"
Das Mädel, es: "Du ...? Du, darf ich ...? Darf ich das, dich mal fester anfassen?"
Der Riese: "Klar darfst du das, anfassen. Alles. Auch fester, wenn du magst."
Es, das Mädchen: "Ja ...?"
Er: "Fass' an - ja, fass' mich an ..."

Sichtbar wurde deswegen lange nichts am dunklen Schirm.
Oder - war dort irgendwas?
War da was? Ein Umriß? Vielleicht was Großes?


Was immer es war, so im Vorüberkommen waren auf alle Fälle unbestimmt Kleinigkeiten zu blicken.
Haarscharf vor allem die. Das, daß man sie sich sparte.
Die Sex-Hotline.

Die teuren Nummern. Die mit den Professionellen.

Ein, zwei, drei Glitzersteinchen pro kurzer Minute. Ein Zeug, das sich hochkarätig läpperte, betrieb man das mit den beidseitig offenen Leitungen zur Gesprächsübermittlung häufiger. Bis zum Monatsende möglicherweise ein dicker Beutel, her- und abzugeben.
Einer, der beim Hinschwingen weh tat.
Wenn man es doch auch billiger haben konnte. Es billiger ging. Viel, viel billiger. Null komma nix an Kostenpunkt. Noch dazu mit welchen, naiv, leichtgläubig, unverbraucht. Aber hübsch.


Mochte schon etwas gewesen sein, da am Dunkelschirm. Trotz der Dunkelheit, auf ihm abgebildet.
Vielleicht war das Huschende die Bewegung einer Hand.
Finger, die sich irgendwo draufgelegt hatten. Das dann umschlossen.
Etwa so was.
Für eine Eigenrubbel-Attacke.
Uuhhh!
Uuhhh!


Trotzdem, man machte sich das doch nicht alleine, oder? Mit sich alleine ...
W***en? W***en, so nennt sich das gewöhnlich.

Nein, nein!
Unvorstellbar.
Nicht bei den monsterhaften Riesen. Gewaltige Ansager des Aufrisses.


Uppsie!

Ist das wahr? Kann das denn wahr sein?
Wer weiß so was schon genau, was man glauben soll, was nicht?
Vieles auf der Welt, reine Glaubenssache, nicht wahr?


Da ist noch etwas. Was sicher ist. Das, daß es nicht einfach losläßt.
Weiterhin Tauben, die zu sehen sind. Über Land fliegende Tauben. Hin und her, daß die Tauben fliegen.
Überbringen Nachrichten. Neuigkeiten. Anfragen.

Nach dem Ende, nach dem Ende - muß lange nicht Schluß sein.


Wie geht ein Gesang?

"She's crazy, crazy like a fool, 'bout her Daddy Cool ..."


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