Eine Explosion trägt irgendwann nicht weiter
Die Szene könnte doch deutlicher nicht sein: Der "Urknall", er ist ein astreines Anfang-und-Ende-Bild.
Etwas fängt gesichert an. Beim "Urknall" bei einem "Böllerschlag". Und dann, nachdem da was kurz geknallt hatte, nimmt was irgendwann auch wieder sein erzwungenes Ende. Weil auch im Weltraum so ein "Böller", bei massiv Zeug, das vom Ausgangspunkt aus ins Rund davonfliegt, seine äußerste Begrenzung zwangsläufig mal irgendwo erreichen muß. So eine Explosionswucht, weiter als nach dorthin trägt sie nicht. Selbst nicht im Vakuum.
In dem Sinne ist das mit dem "Urknall" denn gedacht: Das von einem Ausgangspunkt Wegspritzende hat an einen Horizont zu gelangen. Nach dort und nicht weiter hinaus. Der "Urknall" bei dem Sachverhalt eine Kleinigkeit, die seine große Entsprechung im Religiösen hat. Der "Urknall" ist die Wissenschaftsreflektion eines Glaubensbildes. Wie etwa in mancher Kirchen- und Religionsgegend bei den entsprechenden Schriftwerken die Weltentwicklungsgeschichte bei einem "Schöpfergott" gesehen wird. Jenes "Im Anfang" und so, das hat religiös Zeilenaufkommen. Dafür steht nun der "Urknall" ebenfalls ein.
Der "Urknall" zeigt einem einen Anbeginn von allem auf. Und der "Urknall" hat im Grunde die Möglichkeit inbegriffen, wie man aus einer Angelegenheit wieder rauskommen könnte. Hier zunächst die Wissenschaftsperspektive. Für IHREN Gott mußten die von der Priesterschaft dann selber sorgen, wie sie den beim "Urknall" immer genau ins Bild bringen wollten. Bei dem haben die Wissenschatsleute den Klerikern, die bei ihnen die Oberhand gewannen, nicht auch noch aushelfen wollen. IHREN "Gott" sollten sich die von der Glaubensbrüderschaft selber besorgen, ihn in die wissenschaftliche "Urknall"-Szene hineininterpretieren. Mit dem der "Urknall-Singularität" - ein einziger "Gott" ist schlußendlich denn was "Singulares" - wurde der Geist ausreichend genug befördert.
Der "Urknall", der das "Im Anfang" der Religion doch hergibt. Der "Urknall", der einer profanen Explosion gleichkommt, der hat letztendlich auch die große Verheißung eines "Jüngsten Tages" mitinbegriffen. Die Sekunde, daß alles mal endet. Der Gläubige, der schlußendlich mit dem des "Urknalls" nicht bis in alle Ewigkeit auf was zu warten hat. Beim "Urknall", daß wer auch im Leben das alles Beschließende zu sehen kriegt. Dieses eine Verheißene, daß "Gott" Erscheinung hat und "die Toten auferweckt". Die "frohe Botschaft", beim "Urknall" ist sie mit dabei. Das der Religionslehre, daß man vor "Gott" hintreten darf, vor seinen "Richter", der über das Geschick der Guten und die Bösen entscheidet. Entwder "Himmel" oder "Hölle", die "ewige Verdammnis".
Der "Urknall" bringt das mit dem "Jüngsten Gericht" in Sicht, weil die "Urknall"-Explosion zwangsläufig einen Horizont zu erreichen hat. Nicht wahr?.Weiter als bis da dorthin, zu einer äußersten Ausdehnung, die man per Teleskop doch mal zu sehen kriegen müßte, trägt so die massivste "Urknall"-Explosionswucht nicht. Mehr Materie dürfte es irgendwann einfach nicht mehr geben. Sondern bloß mehr dünne Restchen von ihr, bis es mit ihr gänzlich aufhört. Dann könnt allerhöchstens alles noch so kommen, was die allerletzte Explosionsausdehnung anbelangt, daß wo ein Schlußpunkt, eine natürliche Grenzziehung zu gewahren wäre. Daß bei ihr allerhöchstens noch eine Art Umkehrreaktion einsetzt. Für den religiösen Aspekt ist die an sich kein Problem: bei ihm ist die Endlichkeit das Entscheidende. Das, was erst von wo weggeflogen war, das an einem Horizont zum Stehen kommt und nach dorthin zurückstürzt, wo es herkam. Im All ist so was bei einer "Super Nova" wahrzunehmen, bei der auch der Explosionsmoment mal eine Ausdehnungsgrenze erreicht. Ab dem bei einem explodierten Stern alles an seinen Ausgangspunkt "zurückfällt". Das könnte man denn beim "Urknall" wie selbstverständlich mit vermuten: den einen Umkehrmoment, bei dem erkennbar wird, daß alles Zeug zurückschwirrt. Als Folge muß man die Zeit für den "Jüngsten Tag" mal zwei nehmen, das ist alles.
Also: Wenn das einem von dem her nicht klargeht, was da vor Jahren die große Übereinkunft der Wissenschaftler mit den Klerikalen war. Die Kleriker, die lange von der Wissenschaft angenervt waren, auf die Wissenschaft, daß die Religionsgelehrten es abgesehen hatten. Manches bei der Wissenschaft, das SIE unter ihre Kontrolle bringen wollten. Nun: Obzwar der "Urknall" an sich ein Ding ohne einen "Gott" war, trat mit dem "Urknall" nichtsdestotrotz größte Zufriedenheit zutage. Seitdem beherrscht relativer Friede zwischen der Wissenschaft und der Religionslehre die Weltszene.
Da wusch manche Wissenschaftswelt praktisch "ihre Hände in Unschuld". Zu den erschienenen kirchlichen Abgesandten, und der religiösen Kollegenschaft wurde gemeint: reicht das nicht? Den einen "Gott", den müßt ihr euch in das "Urknall"-Bild, in diese "Singularität", schon selber einfügen. Dürfte doch nicht allzu schwer sein, wenn "Ein Gott" eine "Singularität" ist.. Bei einem Ausgangs- und einen Endpunkt aller Weltenszene, wie ihn der "Urknall" so zur Abbildung bringt.
Das war auf dieser Wissenschaftskonferenz dort das eine wirklich große Ding. Die Einigung, zu der man es bringen konnte. Die zwischen einer mitunter durchaus gläubigen Wissenschaftlerwelt und dem Klerus, der sich am Wissenschaftshorizont bei den Sternenguckern so und so verhielt. Mit den Händen rang. Bei Hubble'schen Erkenntnissen dachte so die religiös orientierte und motivierte Wissenschaftsseite daran, die Gunst der Stunde zu nutzen. Für sich. Und die Gelegenheit, die blieb auch nicht ungenutzt. An sich schon mal der eine Beweis: die Tatsache, daß man seitdem den "Urknall" überall vor Ort hat. Jenseits des "Urknalls" wird nicht mehr besonders viel am Wissenschaftshorizont geduldet. Alles muß man vom "Urknall" aus sehen. Oder ...
Man wollte demnach als Wissenschaftler nicht die reale Welt, wie sie die Erkenntnisse zutage fördern. Sondern man nahm nach Konferenzende die gesamte Wissenschaft an die "Urknall"-Kandare. Die Wissenschaftserkenntnisse sollten sich im religiösen Sinne des einen Gottes der Schrift mit der "Im Anfang"-Szenerie präsentieren. Faktisch, übersetzt man sich die "Urknall"-Geschichte grob, ist der "Urknall" der "Wissenschaft" geheißene Wurmfortsatz theologischer Lehre. Man täuscht vom Wissenschaftlichen her seit längerem jetzt schon jede "Urknall"-Gewißheit an. Unsicherheit darf beim "Urknall" größer keine mehr aufkommen. Wie ja auch Theologen die Strukturierheit ihrer Religionswerke unerschütterlich für bare Münze nehmen sollten. Ob beim Geschichtsbild oder bei dem der ganzen Welt. Die Theologie dabei was, das an den Universitäten genauso lange wie Chemie, Biologie und Physik gelehrt wird. Jahre braucht man als Student, bis man seinen Abschluß in religiiöser Theologie kriegt. Wobei auch das des "Urknalls" anteilig dem des Theologischen ist, jedoch bei einem gewöhnlichen Wissenschaftsabschluß "weltlich" genannt wird. Womit man sich daraufhin jenen Wissenschaftlern dazugesellen sollte, die all ihre Berechnungen und dergleichen im exklusiven "Urknall"-Sinne umsetzen.
Außer dem "Urknall" möchte man perspektivisch nicht mehr viel dulden. Der "Urknall" ist allüberall die gängige Lehrmeinung. Womit sich die Religion beständig mit einschleicht.
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