Das Flüchtige
"Keiner kann mir was!"
Zumindest scheint das so ein "Quasar" zu meinen. So vor 12,5 Millarden Jahren.
Ein wahrer Muskelprotz steht da im Raum. Bei 1,5 Milliarden Sonnenschweren.
Ins Gigantische angeschwollen, auch die "Stasis-Blase".
Was das Monster sich nicht alles abholen konnte, zur Aufbereitung bringen. Was für eine Strecke es um sich herum hat.
Herausfordernd, daß sich das "Schwarze Loch" als das eine in der Mitte vorzeigt. Überdeutlich. Voll bereinigt. Auf so einem Foto unzweifelhaft in der Weise zu erkennen, an ihm, dem "Quasar". Daß es Sauberkeit liebt, reinlich ist. Der unvorstellbare Gigant, er läßt sich freimütig drüberschauen. Ein wahres Monstrum, um das sich alles und jedes dreht.
Ein Monster, zu dessen Foto es Wissenschaftler neuerdings gebracht haben. Nackt für den "Porno" präsentiert es sich. Aufgestellt. Als das EINE, das im Mittelpunkt. "Komm da mal her", wird aufgefordert. Herausgefordert wird.
Muß nichts und niemand umständlich gucken, nach dem schwarzen runden Ding Ausschau halten. Das Mittelstück ist in schönster Pracht zu bestaunen. Es läßt sich begutachten.
Alles an sich fürchterlich definiert, geregelt. An und bei dem "Quasar". Bei 1,5 Milliarden "Sonnenschweren" ...
Unzweideutig zeigt das "Schwarze Loch" vor, wie es alles vom ganzen Rest, dieses Haufenweise von was, bei sich auf Distanz hält.
"Du - dort; ich - hier. Hier, bei mir, hast du nichts zu suchen. Sollte dir klar sein, daß du nichts bist, als das, das bei mir ansteht. Für nichts sonst bist du da. Als mir dienlich zu sein. Nur, wenn ich Lust auf dich hab, kommst du näher ran an mich."
Und dann war jetzt, in dieser Erdenweltgegenwart, noch Jahr '19 nach dem Millenium, was bei einer anderen Fotoaufnahme.
Auch das ist an sich so ein Galaxienmittelpunkt. Einer, von dem man schon was Besseres erwarten könnte als das, daß es"dreckelt". Das Teil "saut" rum. "Sudelt" sich ein. Beziehungsweise, diverse Staubmengen stehen um dieses Schwarze Loch herumverteilt. Und zwar so, daß das Schwarze Loch erahnbar ist. Anscheinend alles andere als distanziert, diese Staubware. Von sich gewiesen. Oder? Oder - was geht dort ab?
Stellt sich im Augenblick sogar noch die Frage: dieses Schwarze Loch, ein Galaxienmittelpunkt - wird das Schwarze Loch da angegriffen? Daß Sachen, Kleinigkeiten so nah beim Schwarzen Loch sein dürfen, das eine Schwarze Loch, das im Galaxienzentrum so knapp umwabern? Wie willens, es dichter und dichter einzustäuben?
Wirklich, gerade schwer zu sagen, was dieses Moment ist, das man dort so auf dem Fotowerk sieht. Was zeigt sich denn nun auf dieser einen Fotografie eines Schwarzen Lochs? Eine normale Staubentwicklung, etwas, das das Schwarze Loch an sich ranholte? Schon etwas klumpigere Staubmengen. Ist das etwas der normalen "Futterware", das nächste auf der Speiesekarte? So unmittelbar dran am Schwarzen Loch. Weil es reinkommen darf? Oder passiert da ganz was andres? Ist irgendwas Komisches an dem Schwarzen Loch zugange ...?
Präsentiert sich dort eine Art "kriegerische Auseinandersetzung"? Ist da was zu jenem Schwarzen Loch vorgedrungen, eins, das sich zu freiweg "nackig" herzeigte? Zu ungläubig wurde, wegen dem Fehlen seiner Feinde, Widersacher. Mit denen es doch dauernd rechnen sollte ... Eigentlich. Besser wäre es gewesen, es hätte die Dinge ungemütlicher gesehen, sich verborgener gehalten.
Seltsam könnten einem diese "Stäube", unter dieser Voraussetzung, unvermittelt vorkommen. Alles andere als freundlich gemeint. Nicht als das für den Genuß. An dem sich das "Schwarze Loch" laben möchte. Sondern: der Feind ist dran an IHM, herangekommen. Dort eingetroffen, aufgeschlagen. Der Kampf, er findet statt.
Sogar eine bessere Attacke könnte man sich vorstellen. Auf ein Schwarzes Loch samt all seinen "Sonnenschweren".
Daß dieses rumwabernde Art Staubzeugs etwas anderes ist, als das des Üblichen, Gewohnten. An dem so ein Schwarzes Loch sich bei Lust und Laune nährt. Etwas, das das Schwarze Loch derweil schon zurückweisen, abwehren hat können. Die Spuren der Auseinandersetzung, man begutachtet sie draußen vom Schwarzen Loch.
Lustig, nicht, wie sich so ein handelsübliche Fotolein urplötzlich zu was anderem, echt Spannendem entwickelt, nicht? Gänzlich unerwartet, bei all dem Gähnen, der Langeweile.
Etwas einer Masse ist dort, beim Schwarzen Loch, das des Reingestürzten, das es zurückgestoßen hat. Als "Abgefackeltes", "Niedergemetzeltes", daß es draußen für die Weiteraufbereitung rumsteht, sich ansammelt, während drinnen, am Schwarzen Loch, da geht es voll Stoff weiter. Unbesehen.
Drinnen, am Schwarzen Loch ist doch irgendwas eingetroffen - ein "Gemetzel", das vor Ort im Dunklen stattfindet. Ein Schwarzes Loch, das seine Mühen haben könnte, weil es sich zu frech als Mittelpunkt der seiner galaktischen Szene vorzeigte, plötzlich als DAS zu locker zu gewärtigen war, deshalb mit gewissen Problemen bei sich zurechtzukommen hat ...
Muß man verstehen. Es muß schon Versuche geben, gegeben haben, um der "Galaxien", den "Schwarzen Löchern" Herr zu werden. Diesen einen Bestimmten, diesen Umwandlern, diejenigen mit einem bestimmten Geschäftsmodell ...
Den Wunsch könnt man haben, den Galaxien-"Schrecken" einzudämmen. Oder einer Angelegenheit ein für allemal, mit seinen "Antikörpern" ...
Versammelt haben sich die Galaxien schließlich schon mal. Bleiben nach Möglichkeit auf ihren Streckenführungen. Keine Galaxie ist einzeln wo auf Solo-Tour. Man bleibt strikt hintereinander, dichtgedrängt zusammen. Hat sich zusätzlich zu richtigen Haufen zusammengeschlossen, die große Hüllen haben. Wohl vielleicht, um auszufiltern. Nicht unbedingt alles, das reinkommen darf. Beziehungsweise, den Rest, den sollen die nachkarrenden Galaxienhaufen mit regeln, Dingen ihre Gefährlichkeit nehmen oder einfach, daß die grobe Fülle sich verteilt.
Auf einer bestens ausgeleuchteten Fahrstrecke. Eine hinterherkurvende Reisetätigkeit wie eine Struktur bei dieser Vielzahl an Galaxien erkennbar, die tatsächlich einzeln in jede Richtung turnen könnten. Nichtsdestotrotz "trommelt", "karrt" alles in eine Fahrrichtung, neben, hinter- untereinander und immer "geradeaus". Als liebe man die Hochgeschwindigkeitsfahrt auf einer Rennstrecke. Bei der man doch auch in einer Landschaft "dahinknattert". Während Galaxien ebenfalls wo dazwischen "knallen", "ballern", beiläufig dabei von überall seitlich was mitnehmen, "entführen".
Mittlerweile könnt man von dem her auch absichtsvoll was angeliefert bekommen.
Angesichts des eigenen Geschäftsmodell könnte man Feinde haben. Schlußendlich verhilft eine Galaxie dem, was es mitnimmt, erst mal zu einer Desorientierung, späterhin dann in weiterer Folge zu einer ganz anderen Konsistenz. Ein Umwandlungsprozeß findet statt. Als würde mit was Lebendem grausam umgegangen, verfahren. Tatsache: Es wird aus einem Zustand in einer anderen verbracht. Endgültig. Ein für allemal. Unwiderbringlich.
Da wird was abgefischt, aus einem irgendwie gearteten Dasein gerissen. Grobschlächtig ausgedrückt: "umgebracht", "kaltgemacht". Und zwar grausam. Nach und nach. Anzukommen hat am Platz, in den Galaxien, was. Bei einer Dauerunverträglichkeit der klimatischen Bedingungen im Licht. An den galaktischen Umweltbedingungen wird ja auch "gestorben", "abgekratzt", "dahingeschieden". Das ist die Galaxien-Tour.
Wer weiß, wie viele Durchläufe dafür durch Galaxien, -Galaxienhaufen, die gewaltige "Käscher" darstellen, notwendig sind. Bis sich so ein Dingelchen zum erstenmal so weit abbremst, daß es die Gegenwart einer Galaxie beiläufig merkt. Womit das Elend für so ein "Geisterteilchen" so richtig anfängt. Denn: Damit ist es dann eins klar, es ist endgültig verloren. Es merkt die Durchgangsstrecken von einer Galaxie zur anderen immer schlimmer. Langsamer, eingebremster wird es, bis ... Bis es irgendwo liegenbliebt. Als profane Asche, Staubflöckchen hatte es zu enden. Abgefackelt, bis zum letzten niedergebrannt.
Jede nachkommende Galaxie kriegt von dem Spaß was ab. "Brüder-", "schwesterlich" teilt man untereinander. Oder ist dazu gezwungen, "brüder-", "schwesterlich" zu teilen. Das Vielzuviel unter sich aufzuteilen. Um nicht daran zu ersticken. Zum Verlöschen gebracht zu werden. Eine Art Erstickungstod kennenzulernen. Dieser eine Schwachpunkt, den Galaxien doch haben. Ihre "Achilles Ferse". Dort, wo Hagen bei Siegfried, der in Drachenblut gebadet hatte, seinen Speer mit bester Zielsicherheit hineinwerfen konnte. Böswillig hat Hagen bei Siegfried haargenau sein anvisiertes Ziel getroffen.
Das ist doch der einzige Schwachpunkt, den Galaxien haben. Das eine, letzte an Verletzlichkeit, das sie im Universum darbieten.
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