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Blog von TeddeMehr

1. Teil: 2.4

6. Januar 2020 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #dreimal erwachen

Es war die Welt schier unerträglich für Joachim. Seit er wieder von einem Horror ins Bewußte zurückgeholt worden war.

Alles schwer zu ertragen. Im Wachen.

Vor seinen Augen flirrte es. Der Schmerz, in dem Joachim sich im Wachen immer schlimmer vorfand. Ohne davon aufzuwachen. Der Traum, das war Jo, der Revolvermann, Mörder-Willy und Marga, die Barfrau.

Das träumte er. Das andere, das war die Realität. Und solange es da nicht so böse für ihn wurde, daß die Ohnmacht ihn überwältigen konnte, solange ...

 

Arg brannte, schmerzte es Joachim von überallher.

Es war einfach restlos alles, alles miteinander. Die gesamte Bandbreite. Ein Brennen, ein Schmerzimpuls, Übelbefinden.

Nur, der Tod kam nicht. Der stellte sich bei ihm irgendwie nicht ein.

 

Von überallher kam der Schmerz. Währenddessen er nichts als so grelle Phänomene vor Augen blickte.

Dabei hatte alles sich bei ihm schon mal besser angefühlt.

Seine Augenlider mußte verklebt sein. Er wollte die Augen ständig aufreißen, konnte es jedoch nicht.

Eins war Joachim klar: Auf einem Kissen, daß er mit dem Hinterkopf auflag. Es mußte das Doppelbett in seinem Schlafzimmer sein.

Nichts, das sich an seiner Situation zu früher geändert hatte. Davon abgesehen, daß mehr Zeit vergangen war. Mittlerweile mußte er Hunger und Durst leiden, ohne momentan in seinem Zustand allzu viel davon mitzukriegen.

Irgendwie mußte er zwischen Leben und Tod schweben. Womöglich hatte sein letztes Stündlein geschlagen, sobald das mit der Folter aufhörte.

 

Jede Menge der Bilder, die mal vor Joachims geistigem Auge abliefen, hatten mit jenen Traumszenen zu schaffen, aus denen er erschrocken zu sich kam. Mit Jo, dem Revolvermann, Mörder-Willy, Marga, der Barfrau.

Geradezu, als wären Träume sein Leben. Jedenfalls konnte er sonst nichts Handfestes aus seinem Gedächtnis hervorkramen.

Am liebsten hätte er jemanden gefragt, wie das denn sein konnte, daß er Traumbilder so detailliert in der Wahrnehmung haben konnte. Beinahe bald, wie was wirklich Erlebtes.

 

Dort, in dem Alptraum, war ihm, als röche er Kaffee. Marga und er unterhielten sich in seiner Küche miteinander. Weil Marga irgendwie zufällig bei ihm in der Wohnung war.

Wochen nicht mehr vorgekommen, die jüngste Zeit.

Marga ließ sich überhaupt nicht mehr bei ihm blicken. Marga, sie war bei ihm ausgestorben. Ebenso Willy. Das hieß, ausgestorben waren Marga in dem Sinne nicht, nur mit Joachim wollten Marga und Willy nichts mehr zu schaffen haben.

Und jetzt, dieser und jener Alptraum. In dem es zuging wie in was Wirklichem. Daß alles in Echt so gewesen sein könnte, wie in diesen Traumbildern. Selbst Mörder-Willy, er hätte das im Saloon Empireless tun können, mit einem Revolver Russisches Roulette spielen. Mit dem Revolverlauf auf Jo, den Revolvermann, zielend.

 

Ein Besuch und ein Gespräch zwischen Marga und ihm, weil Marga sich wieder mit ihm vertragen wollte ...?

So lebensecht hatte das gewirkt. War ihm vollkommen real vorgekommen. Bis Marga durchsichtig zu werden begann.

So unvorstellbar war das, daß Marga bei ihm in der Wohnung war. Und doch war es eine Möglichkeit.

Und wenn was kein Ding der Unmöglichkeit war, dann ...

War er vielleicht aus dem Bett rausgekommen? Auf seinen Beinen in seiner Wohnung unterwegs, ohne nicht mehr das bißchen was davon zu wissen?

Keine Erinnerung an nichts.

Es mußte ja nicht in der Küche gewesen sein, daß er und Marga beisammen waren. Obwohl, natürlich, die Küche, die war durchaus drinnen. 

Und die Tatsache, daß Margas Gestalt verblaßte ... Hatte er vielleicht mit seinem aufklappbaren Rechner am Küchentisch gehockt? Hatte er per Bildübertragung ein Schwätzchen mit Marga gehalten?

Kam die Durchsichtigkeit Margas davon, weil Marga die Verbindung trennte? Der Rest, der war Alptraum ...

 

Vielleicht war das, was das schlimm endende Abptraumgebilde wiedergab, eine Abbildung von Realität. Der Nachgang von einem Gespräch, das er auf irgendeine Art mit Marga geführt hatte.

Das mit dem Filmriß nervte. Der Gedächtnisverlust war brutal.

Er entsann sich auf die unmittelbaren Dinge, die seit seinem schmerzensreichen Zusichkommen. Dann diese dummen Alpträume, Hirngespinste.

Nicht viel, was seine bewußte Erinnerung darüberhinaus hergab.

So sehr Joachim sich auch auf Dinge entsinnen wollte. Mit drängelndem Willen, Fordern war da nichts für ihn zu machen.

Nur, das mit dem Klapprechner, das war doch ein Einfall, daß sich Sachen erklärten. Vorm Monitor konnte man sich ganz gutauf eine Art besprechen, als wäre man von Angesicht zu Angesicht wo zusammen. Etwa in der Küche seiner Wohnung.

Überdies, war er herumgelaufen, ohne sich im Augenblick auf die Geschehnisse entsinnen zu können, hatte er vielleicht auch mal nebenher eine Kleinigkeit getrunken. Einen Joghurt aus dem Kühlschrank gegessen.

Schließlich mußte er mit Marga sprechen können. Mit trockenem Mund und Krächzstimme funktionierte Sprache nur schlecht.

 

 

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