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Blog von TeddeMehr

Was sie sich als Spaß denken

13. Juni 2016 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #allerlei

 

Mottonacht war im Klub. Latin, diese Tänze.

Wer reinkam, rumschoß, der kam von außerhalb. Verstand keinen Spaß. Keinen Spaß mehr. Anscheinend war er Anhänger einer bestimmten Religion. Als solcher streng, sehr streng.

Man kann aber nicht unbedingt sagen, daß die, die dort die fanatischsten Anbeter sind, keinen Spaß verstehen.

Es gibt ihn durchaus, den Spaß. Den jeder auch erleben könnte, wenn er sie über sich herrschen lassen muß.

Unter anderem sagt ein Bestimmer einer jungen Frau an, sie muß diesen bestimmten einen heiraten. Das ist jetzt ihr Mann, ihr Gatte. Daraufhin hat der 'ne Ehefrau.

Dann dürfen sich die Leute damit unterhalten, sich gegenseitig zu behorchen, anzusehen. Wer lebt die Vorschriften und Verhaltensweisen der Religion mehr oder weniger, gestattet sich gewisse Freiheiten, Verhaltensweisen, die am Ende zuviel sein könnten? Diese können, hat der Nachbar Lust, dem umgehenden Religionspolizisten gemeldet werden. Dann wirst du mal befragt.

Als nächstes kann sein, daß sich an festgesetzten Tagen an Marktplätzen die Bevölkerung einfinden muß. Da gibt es dann die größte Unterhaltung im Sinne dieser Leute mit dem herausragenden Religionsverständnis, das keinen Widerspruch duldet.

Die Religionspolizisten führen die vor, die Pech hatten. Die nachweislich gegen die Regeln verstießen, dabei erwischt wurden. Oder die, die einfach nicht das Glück hatten, einen Fürsprecher für sich zu finden. Nachdem die aus Nachbarschaft mal denen vom Religionskommitee was Genaures steckten.

Nun sind sie der Willkür ausgesetzt. Weil das von ihnen behauptet wurde, sie würden nicht regelmäßig beten, sich nicht richtig kleiden wollen, Alkohol trinken, unmoralisch sein, verpönte Musik belauschen und so. Jedenfalls sich all das erlauben, was weniger gottgefällig wäre.

Das ist erst die rechte Volksbelustigung nach dem Geschmack derjenigen mit den Religionsgesetzen: Steinigungen, Auspeitschungen, Körperglieder abschlagen oder Augen ausdrücken. Je nach dem Maß deiner gottesverleugnerischen Schuld. Der Höhepunkt ist: Rudel-Aufhängen. Bis zum letzten Zucker.

Wobei natürlich immer die besondere Spannung darin besteht: Auch du könntest morgen dort droben vom Kran hängen. Gepeitscht, gesteinigt oder deiner körperlichen Versehrtheit beraubt werden.

Wenn du kein Glück hast, jemand das von dir den Religionspolizisten plausibel mitteilt, daß du was getrieben hast, was nicht Teil der Religionslehre ist.. Ob's nun der Wahrheit entspricht, das spielt wie gesagt keine Rolle.

Da soll aber einer sagen, es gäbe dort, wo die Fanatischeren von denen über Volk herrschen dürfen, keine Volksunterhaltung.

Solch Bespaßung hätte einer sicher gerne geteilt, der dort in dem Klub mit dem Schießen anfing. Sicherlich in der Erkenntnis, daß der Friede, für den er sorgte, als er da Ungläubige ermordete, nur ein Tropfen auf den heißen Stein war.

Jetzt ist er aber ein "Märtyrer", einer, der sich opfern mußte. So könnte seine Vorstellung gewesen sein: einer, der anderen vorausgeht. Getan hat, was er tun mußte. Vielleicht, damit andere ihm nachfolgen.

 

 

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