Als ich noch ein Kind war, dachte ich auch, es gäbe nur eine Religion. Ständig begegnete einem nur ein Religionslehrer, der war von dieser einen Konfession.
Was anderes kam mir nicht unter die Augen.
Vielleicht noch die Vielgötterwelt der Griechen, Thor mit dem Hammer, wo auch alle möglichen Gottheiten neben dem Hauptgott umgehen, der Himmel ähnlich vielköpfig bevölkert ist wie der Olymp.
Von der griechischen Götterwelt und der der Nordleute durfte man unter dem Oberbegriff "Märchen und Sagen" was lesen. Das mit den vielen Göttern und dem, das sollte man aber nicht ernster nehmen sollte. Wurde gesagt. Darauf hingewiesen.
Verpönt auch die Tiergottheiten früherer Zeit, die Mystik der Natur, als man noch viel zu einem Tier betete, um es zu beschwichtigen, nachdem man ihm das Leben nahm, das Fleisch zu essen.
Also, die Griechen und die nordischen Götter, die sollten eher der Unterhaltung dienen.
Heute dagegen weiß ich jedoch, daß es auch noch von den Ein-Gott-Religionen ein paar gibt. Daß mir über dem Rest von ihnen früher nur im ungefähren was erzählt wurde. Nur das unbedingt Nötigste. Und so nebenher.
Wahrscheinlich absichtsvoll, nicht?
Und das, daß die mit einem Gott unter dem Oberbegriff "monotheistische Religionen" laufen ...
Man sehe, es herrscht bei den Religionen im Grunde genommen nur ein Motto: Es kann nur eine geben. Und deshalb ist auch das sonnenklar: Wenn von wegen einer Religion von Toleranz gesprochen wird, muß das in der Zukunft nichts für sie selber heißen, wenn sie erst selber herrscht. Wenn man die Toleranz nicht mehr nötig hat, ist das eine ganz andere Perspektive. Kann man sich ganz anders miteinander unterhalten. Wer denn dann noch Toleranz hier erfährt, das muß erst gesehen werden. Nach dem Perspektivenwechsel.
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