Als Diener den Maechtigen ein Raedchen
Gestern, letzter Oktobertag des Jahres '16 nach dem Millenium, dachte ich von einer Sekunde zur anderen schwer an die durchgestylten, arrangierten NS-Propaganda-Filme, die die eine namenlose Dame damals in den dreißiger Jahren im letzten Jahrhundert gedreht hatte.
Der Gedanke kam mir ganz spontan, als ich so eine Abbildung von einem türkischen Staatspräsidenten zu Gesicht kriegte. Eine, die jedem Hochglanz-Magazin Ehre gemacht hätte.
Irgendwie dort diese Atmosphäre. Die von ganz früher, als die Deutschen ihre Arme reckten und dazu was riefen.
Jedenfalls gut derartiges Gefühl.
Der eine Staatspräsident ist ja auch sehr am Machen, was das angeht. Unfaßlich.
Wieder wurde unter anderem eine kritische Zeitung angegriffen, eine, wie es sie in jeder offenen Demokratie geben kann, weil die Gewählten in einer Demokratie mit Kritik umgehen lernen müssen. Davon gibt's schließlich in einer Demokratie jede Menge, Kritik. Anders wäre sie keine Demokratie.
"Triumph des Willens", eines dieser altvorderen herausragenden Machwerke, die sich sogar schon bekannte Pop-Musiker zu Gemüte führten, um die gesehene Ästhetik zu loben. Gerühmte Regisseure, Schauspieler, Modeschöpfer gefielen sich in dergleichen Meinung, brachten so was zum Ausdruck.
Unterirdisch.
Blub! Blub! Blub!
Großes Geblubber!
Glaubt man's? Kann das sein - "Ästhetik'?
Eher doch das zu blicken, daß die Aufnahmen durchorganisierter Aufmärsche der Propaganda dienen sollten, einer vordergründigen Heldenverehrung. Wer oder was in Szene gesetzt ist - kriegt da einer nicht vielmehr ein Würge-Gefühl, als eine Empfindung für was anderes, etwas wie "Ästhetik"? Das Wort "Ästhetik", das sich mit "wahrgenommener Schönheit, Gesetzmäßigkeit und Harmonie in Natur und Kunst" übersetzen läßt.
Personen einer Art präsentieren sich auf den bewegten Bildern, unbegreiflich, daß die Deutschen denen jemals folgen konnten. Der beste Griff ins Klo, den sich die Deutschen bisher geleistet haben. Zu einem Totalverlust an Selbstbestimmung hat deren Herrschaft schlußendlich geführt. Einem willenlosen Taumel, was noch aus allem werden sollte im und aus dem Land. Geteilt wurde das große Reich in verschiedene Herrschaftsgebiete. Lange Jahre war dem so. Bis es denn West- und Ostdeutschland als eigene Länderr gab.
Die waren gut für alles, was keiner je gebraucht hätte, diese nationalsozialistischen Herrschaften, die die eine ohne Namen so prachtvoll mit Kamerafahrten hoch und runter, vorteilhaften Perspektiven und Gesichtsprofilen, die sie gut aussehen ließen, in Szene setzte
Echt, wenn an mir alles so toll gewesen wäre, wie das gewesen sein soll, was diejenige da an perspektivischer Regiearbeit rüberbrachte - was mich an DIE verschwenden? Hätte ich doch nach Hollywood abreisen können. Mir den Rest in Deutschland mit seinen korrumpierenden An- und Zugriffen ersparen.
Konnte schließlich sogar Oskar Maria Graf, obwohl der wirklich eher der grobschlächtige Ur-Bayer war als irgendwas anderes. Trotzdem haute er lieber ab, reiste über den großen Teich.
Währenddessen einige bei den Braunen zurückblieben, schwer zu sagen ... Bei den Braun- und Schwarzuniformierten unter dem, der am liebsten als Charlie-Chaplin-Verfälschung rumlief.
Den bösen Machenschaften jener und dem Wissen darum zu entgehen, wenn man im Staat auf großer Bühne rumstand, rumstehen wollte, wohl schwerlich möglich. Da konnte man IHNEN sicherlich am allerwenigsten entkommen, fuhr man in großer Kutsche vor einem Filmpalast vor, lief ihnen am roten Teppich vor die Füße. Außerdem stiegen sie aus ihren Logenplätzen herunter, überreichten die Ehrungen an die Erwählten.
Da war, wollte man als Künstler was Größeres, ein bißchen etwas verlangt. Wurde einem mit Sicherheit was abgefordert.
He, am Ende ist sogar Oskar Maria Graf in der Umgebung von Hollywood über die Runden gekommen. Hatte in Amerika Bier und Oktoberfest. Bis er, nachdem die einen Großtuerherrscher der Marke Nationalsozialisten alles verloren, hergaben, was ihnen möglich war, nach Westdeutschland zurückkommen wollte. Nach Bayern.
Solche Personen, wie die, die im dritten Reich in heimatlichen Gefilden blieben, "Stars" waren, anscheinend treiben sich solche heutzutage auch in der Türkei im Tempel der Macht herum. Küssen Füße.
Zum Beispiel als Leib- und Magenfotograf mit ihrem Können für das Lob.
Der Künstler für die vorherrschenden Regenten. Sprecher nach deren Mund.
He, mal was anderes: Sollte das in der Türkei passieren, das Nationalsozialisten-Schicksal, schon die Frage, was dann mit jenen wird, die jetzt die Todesstrafe neu einführen möchten.
Vielleicht wird auf sie diese Strafe dann am Schluß noch kurz angewendet. Ehe das mit der Todesstrafe wieder ausgesetzt ist.
Eingeführt hat einer mit seinen Parteigängern zusammen ja die Todesstrafe. Wendet man sie noch mal ein letztes Mal bei ihnen an, die Todesstrafe.
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