"Les champs" (Weiter die Straße runter ist der Palast)
Mann, Mann, Mitte November des Jahres '16 nach dem Millienium, eine Stimme gehört. Eine weibliche Stimme aus der Europaregion Frankreich.
Mitgekriegt, erfahren, daß dort ein breites Grinsen ein Gesicht überhaupt nicht mehr verläßt.
Fast schon ein gewisses Siegesgrinsen von der alten Nationalistin, die jetzt in der Straße der Republik ihr Wahlkampfhauptquartier aufgeschlagen hat. In "Les champs". Damit erst recht aller Welt zeigt, wie mit Geld unterfüttert alles bei ihr lange ist.
Diesen Standort, "Les Champs", muß man sich leisten können. Eine horrende Ausgabe.
"Les champs", gewöhnlich, umgangssprachlich die Straßenbenennung hier, weil sie, diese Tochter eines äußeren Rechten, dergleichen Charakter ja mit sich bringt. Sie, das Kind von dem Parteigründer, dessen Stimme sie im Augenblick abgewürgt hat, um sich weichgespült für den französischen Kleinbürger wählbar zu geben. Keine zu deutliche Aussage, schärfere Nuancierung soll sie noch in ihren Absichten mit den ihr gegenüber naiv gewordenen Franzosen stören. Bei ihrem Streben nach der Allmacht im Staate.
Auch nicht der alte Vater und Parteiführer. Hauptsache ist doch für den wie für sie, sie wird als Staatspräsidentin gewählt. Das muß der Vater doch auch irgendwann einsehen, Rücksicht darauf nehmen, daß das das Wichtigste ist. Das Allerwichtigste.
Der Rest, den ER meint, der alte Vater und Parteiführer, der läßt sich auch später jederzeit noch besorgen. Alles wird man schon noch in seinem Sinne erledigen können. Das Unterschwellige, Verschwiegene, nicht so bei ihr Erwähnte, das er immer vertreten hat. Wenn man erst keine Rücksicht mehr auf irgendwas zu nehmen hat, kann sie wieder mehr auf die Ratschläge, Worte ihres Papas hören.
Wobei sie ja eigentlich einiges durchaus sagt. Was sie glaubt, sagen zu können. Weil es sich im Ohr mancher Franzosen ziemlich vordergründig überhaupt nicht mehr nach was Besonderem anhört. Zum Beispiel, das, daß sie den Staat und das Präsidentenamt, beides, zur alten Stärke zurückführen will. Indem sie Frankreich alsbald als vom Volk Gewählte aus der EU hinausführt. Die althergebrachten Dinge will sie nach Frankreich zurückholen, den früheren Naionalstolz, als wäre momentan dort in Frankreich niemand auf irgendwas stolz. Auch die Verfügungsgewalt über das eigene Staatsbudget, als man sich mit ihm noch nicht größer gegenüber europäischen Behörden zu rechtfertigen hatte, das möchte sie vollständig zurückgewinnen. Als gäbe es für ein von ihr geführtes Frankreich keinerlei Sachzwänge, nichts, was den eigenen Ausgaben irgendwann Grenzen setzen könnte. Könnte bei niemandem jemals ein Staatsbankrott drohen, wenn man die eigenen Staatsausgaben nicht zu zügeln vermag. Wovon man der Bevölkerung jedoch nicht viel mitteilt, daß man sich bei dieser Gelegenheit dann erst sich so richtig zum Durchregieren gezwungen sähe. Wobei, das, im Heimatland durchregieren, das möchte man unausgesprochen sowieso.
Die Franzosen, die die harte national-französische Hand irgendwann so richtig zu spüren bekommen könnten. Die rechte National-Faust, die zuschlägt. Dafür befindet man sich innerhalb den Grenzzäunen von altersher.
Sie möchte ja als von der Bevölkerung in den Präsidentenpalast Berufene wieder die altvordere französische "Grande Nation" zurückholen, für die Schlagbäume was Wichtiges, Bedeutendes waren.
Mit ihren verfänglichen Parolen und allem scheint sie tatsächlich ganz gewalitg unterwegs zu sein, sieht sich im Grunde nicht nur nahe dem Präsidentenpalast, sondern fast schon in dem Gebäude für die Herrscher drinnen. Fast klingt es bei ihr, als wäre das Amt ihr schon sicher. Daß sie, die regional-denkende Rechtsaußen-Dame, prall von der französischen Bevölkerung auf den Präsidentenstuhl draufgewählt würde. So postfaktisch. Wider besseren Wissens. Die Franzosen, nach der Art derer, den Schwarzen, Latinos, Frauen in den US-Staaten, die dem einen mit ihren Stimmen zum Präsidentenamt für das Jahr '17 mitverholfen haben. Daß die Franzosen das für sie möglich machen, das erwartet sie geradezu. Bei all dem Postfaktischen in den sozialen Netz-Medien.
Auf allerbestem Wege fühlt sie sich. Zusammen mit ihrem Kreis, ihren Parteidabeistehern. Diejenigen, die, während sie auf der Präsentationsfeierlichkeit im hellsten Licht dasteht, beflissen im Hintergrund Wahlwerbebroschüren mit ihrem Bild, ihren Schlagworten und beiläufig auch den Inhalten des Partei-Programms an die Meute geladener Journalisten verteilten.
Die Frage nach dem Preis ihrer neuen Wahlzentrale beantwortet sie, daß das Volk da sicher nichts dagegen haben wird, schließlich sei so was auch DAS Volk.
Wie sie beim Sprechen fast ständig das Wort "Volk" im Mund führt. Sich bereits mittendrinnen als die eine Stimme des Volkes sieht. Was, das fast schon was von dem Staatspräsidenten in der Türkei hat. Der meint auch, wenn er den Mund aufmacht, spricht, spräche damit sofort das gesamte türkische Volk los.
Was durchaus möglich sein könnte, daß das Volk so was auch schmal, unreflektiert daherredet, solche Reden wie er führt. Solange es kein Volk besser weiß. Und damit das Volk eher alles schlechter weiß, dafür sorgt er am Schluß ja auch geflissentlich. Mit seinen gleichgeschalteten Medien. Medien, in denen immer nur der eine geistige Horizont in seinen Variationen vorgestellt wird.
Viel weiter darüberhinaus darf dort nicht geblickt, wahrgenommen werden. Sicher nichts, das weitergeht, als über den kleinen Tellerrand hinaus.
Immer die eine Sicht. SEINE Sehweise. Was anderes scheint eher seltener auf.
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