Wer das Vielzuviel fürchtet
Man sieht sie hintereinander herfahren. Aufgereiht wie an einer Perlenschnur, Rennautos auf einer Rennstrecke. Zudem wirkt die Szene, als würde der "Rennfahrer" in seiner voranschießenden Kiste nichts wollen, als noch mehr Gas zu geben. Auf die Tube zu drücken.
Bloß, das, das sich so "knapp" nacheinander aufreiht, das fährt keine exklusiven "Rennen", es befindet sich auf der Jagd. Jedes Einzelstück ist ein Jäger. Eifrig jagt der eine hinter dem anderen her, was auf- und einzusammeln. Was, das irgendwann auf der erleuchteten Strecke den "Geist" aufgibt. "Ums Leben, daß man etwas gebracht" hat. Daß noch ein weiterer Faktor, als mit maßgeblich für die hochgeschwinde Fahrweise ins Spiel kommen könnte: die Flucht. Man könnte sich doch Abwehrreaktionen gewahr sein, nebenher gehetzt werden. Von vielerlei nebendran der einen umgebenden Landschaft. Von wo sich in einem Minimalmomentchen etwas auf einen "stürzen" könnte.
Vor allem vor dem Vielzuviel könnte man sich ebenfalls gut in Sicherheit bringen wollen. Eine Furcht könnte es sein, mal zum Anhalten gebracht zu werden. Mit Sicherheit hätte man von einer Verlangsamung nichts Gutes. Jedes Einbremsen, jede Verminderung des Fahrtempos, die wäre wohl das Ende von einem. Betrachtet man die Art und Weise, nach der man funktioniert. Wie man arbeitet.
So innerhalb einer Galaxie, die ein einziger gewaltiger Teilchenbeschleuniger zu sein scheint, merkt man an sich kaum was von irgendwas. Selten was von Geschehnissen jenseits des weltlichen Wahrnehmungshorizonts. Dort ist das regelrecht eine andere Welt. Eine veränderte Konsistenz. Schließlich beschäftigt sich alles im Galaxieninnern vor allem mit einer Sache: der Umwandlung. DAS dort umzuwandeln, umzumodellieren. Man macht aus etwas glattweg unmittelbar was anderes. Und zwar, wie es für das Hiesige scheint, wie aus dem puren Nichts. Wofür das erhöhte Geschwindigkeitsaufkommen auch gut ist. Der "Käscher", der die Kleinstteilchen einfängt, der hauptsächlich eins benötigt: Hochgeschwindigkeit. Haltlosestes Voranrasen.
Hinter nichts anderem scheint man hinterher zu sein, als sich da was aus dem Dunkel nebendran Kleinigkeiten abzuholen. Tatsächlich Kleinigkeiten, die sich jedoch anhäufen können. Zu jedem Momentchen, in jeder Sekunde durchschießen einen Kleinstteilchen. "Elementar-" beziehungsweise "Geisterteilchen". Bei drei aller Welt an sich mitgeteilten Wesenszuständen. Die man als was Wesentliches zur Kenntnis zu nehmen hat, hätte. In die einem passende Reihenfolge muß man sie sich derweil selber bringen. Denn der eine Spaß, von dem man als das Gewandelte im Milchstraßen-Lokal an sich selber nichts mitkriegt, der ereignet sich zu jeder Sekunde gleichzeitig in ähnlicher Weise.
Jedes einzelne Vorkommnis findet für sich selber statt. Drei markante kundgegebene Geschehnisse. Wie gesagt, für einen höchstselbst, etwa als Erdenbewohner, daß an sich nichts eine besondere Rolle spielt. Davon abgesehen, daß man selber daraus resultiert.
Quasi ist das eigene Dasein da mitinbegriffen. Ein Abfallprodukt. Was nebenher dazu.
Es kommt also was rein, zeigt sich glattweg hier in der bösen Landschaft. Zuerst zuckt das erschrocken vor einem zurück. Wie wer, der unvermittelt was einen Schmerz merkt. Wo keiner sein sollte. Ganz arg-, ahnungslos war es. Das, das nicht dachte, daß das hier möglich wäre. Die Idee hatte es gar nicht, irgendwie. Bis es eben aufzumerken hatte.
Dann geht alles mögliche damit weiter. Geisterartig haltlos fährt das durch einen hindurch. Von Galaxie von Galaxie wandert das, die Galaxien sind vor allem in ihrer Vielzahl an einem Ort. Dafür hat jede Galaxie diese Fahrt, dieses eine markante Tempo. Das man sicherlich beständig halten möchte. Eher noch geschwinder, daß man werden will. Das Motto: das eine, es hat sich an DAS hier zu gewöhnen. Es gewöhnt sich ja auch ein. Nur, auf der einen Fahrt, dieses Fahrstrecke, da kommt es nicht mehr davon. Es kommt auch nicht mehr davon, weil es von dem einen, dem innerhalb jeder Galaxie, angeschlagen wurde. Immer angeschlagener zeigt es sich. Von der innergalaktischen Realität, an die ES sich besser und besser gewöhnt, von IHR hat ES nichts Gutes. Es verträgt die intergalaktische Wirklichkeit nicht, die eine, die es materialisiert, gegenwärtiger und gegenwärtiger macht. Das ist er, der eine Zweck, daß es Dauer haben muß, in einem. Dafür ist man am Rasen. Hintereinander aufgereiht.
Das Dritte dann, das ist er doch, der Beweis der Unverträglichkeit von einem. Das ist der Haufen, zu dem es wird. Das Häuflein. Es ist der "Staub". Aus dem in einem Voranschießenden wird die "Asche", das "Stäubchen" des Abgefackelten. Das, das sich unmerklich wabernd auch auf außerhalb auf der "Straße" ansammelt. Das, das die Galaxien wie selbstverständlich im Vorüberfahren einsammeln. Das, das hier ran- und reinkommt, das sich mit der Zeit in eine "Leiche" verwandelt hat. Zu einer aufsammelbaren "Ware" wird das. Was da los ist, was da alles geht, da braucht einer nur an sich runterzublicken, sich mit seinem Ich gewahr zu werden. Des weiteren des Nachts in den Sternenhimmel hinaus zu blicken. Astronomie könnt es einem so richtig besorgen. Wo er an ist, der Lichtschein ...
Jene Materie, aus der man selber aufgebaut ist, die kommt von dort. Innerhalb der Galaxien wird sie erst komprimiert, zusammengefaßt. Dort erfährt sie eine Verarbeitung. "Transformation". Ziemlich viel ist das, was längst aufsammelbar ward. Mit Sicherheit, daß die Galaxien nicht von ungefähr großzügig zueinander sind. Vielmehr arbeiten die Galaxien und die Galaxienhaufen hier Hand in Hand zusammen. Was selbstverständlich wird, wenn jede einzelne Galaxie für sich aufzupassen hat, nicht jenes eine Quäntchen ZUVIEL abzukriegen, mitzunehmen. Es geht wahrscheinlich ständig nur eine gewisse Dosis des VIELEN hier rein. Ein Stückchen des Kuchens und sicher nicht DER Kuchen. Deshalb herrscht hier nicht das Ego, teilt man.
Könnt man direkt auch als den Abschluß eines dauerwährenden Prozesses sehen: Das andere, das sich als "Leichnam" endgültig zu manifestieren begann. Erst bemerkt es diese Realität hier, wird dem gewahr, um zurückzufahren. Ohne deswegen in der Folgezeit noch mal entkommen zu können. Womöglich könnte man das sehen, daß der Gegenseite dazu verholfen wird, daß sie sich an einem infiziert. Angeschlagen zeigt sie sich, sobald sie eine erste "Schmauchspur" läßt. Jedenfalls findet es, ist es angegriffen, nie mehr dorthin zurück, wo es gesund und munter wäre, alles wie eh und je hätte. Einmal mit einer Verletzung versehen ...
Es scheint abgetrennt zu werden. Eine Entführung findet statt. Andernorts geraten, wird es des weiteren desorientiert. Erst mal vor Ort gehalten. Obwohl es flüchtig ist, begleitet es einen. So fährt es dann munter weiter, nimmt in allem möglichen nachfolgenden Galaxien Platz. Bis es aussieht, als ob ES länger und länger bleibt, seinen einen Platz findet, zum Stillstand zu kommen. Nicht länger, daß es durch einen hindurchschießt. Versteht man erst besser, wenn man sich die ungeheuerliche Geschwindigkeit der Galaxien vor Augen hält. Weile haben die verschiedenen Galaxien an sich nirgendwo, außer in einem: dem Dauerrasen. Einen Hauch eines Moments halten, verharren sie mal wo. Durch die Reise mit- und hintereinander besorgen es die Galaxien DEM anderen. Dem aus der "Geisterwelt". Irgendwann hat es dazubleiben, drinnen in der Galaxienlandschaft zu verweilen. Oder wird mitnehmbare, aufsammelbare Materienvielfalt. Die im Galaxieninnern herumwabert. Jenes Waberzeugs, von dem dies und da besser mal nicht miteinander in Berührung kommen sollte. Sonst knallt es. Das Schwarze Loch, dem macht das nichts, wenn wo was knallend hochgeht.
Das ist der gesamte Zweck des Hinterherrasens, der Hochgeschwindigkeitreise. Das, das ankommt, das findet irgendwann wo seinen letzten Halt, einen Fixpunkt, indem es zunächst durch die vielen hindurchjagt. In einem Minimalstsekündchen eines Moments kommen die Galaxien dahergeschossen, zig Galaxien am Stück, die es zu bewältigen hat. Irgendwann verliert sich das eine innerhalb irgendeiner Galaxie, läßt erst mal ein klein bißchen seine Stäubchen, eine Schmauchspur. Um irgendwann einzutreffen, präsent geworden, an einem spaßbefreiten Punkt aufzuschlagen: Es "kackt" - es in der Weise profan ausgedrückt - irgendwo in der Galaxienreihe ab. In irgendeiner Galaxie oder einem Zwischenraum der Galaxien beim freundlichen Lichtphoton ist es mal irgendwann fällig. Erfährt ihn, den Todesmoment. Samt allem von sich. Seinem Körperumfang. Nicht länger bloß das Verbrannte, Angesengte. Sondern der gesamte Leib ist zu nehmen, mit der galaxieneigenen Gravitation ranzuzerren. Für die Aufbereitung.
Ein Geschäft, das Galaxien wie nebenher ständig betreiben. Dort, innerhalb der Galaxien, geht das mit der Umwandlung immer weiter. Wird aus der einen Geschichte die, die von dem hier, eine bei "Sonne, Mond und Sterne". Weil schließlich so ein Schwarzes Loch nicht ständig dauernd alles auffressen kann. Da hat was hinzuwarten, sammelt sich haufenweise Zeug an. "Schimmelt" sogar. Bis das Schwarze Loch, das in einem irren Überfluß lebt, wieder mal fressen kann, sich auch um die harte, massivere, sich verdichtetere Ware bei sich kümmert. Wovon es denn überdies gar nicht soviel braucht, das Leckermäulchen, das das Handfeste auf den Tisch kriegt, obwohl es mit dem hinterletzten Süppchen noch zurechtkäme. Keinen besonders erlesenen Geschmack hat es im Grunde. Was drankommt, das kommt dran. Ist es ein Planetenystem, einerlei. Sind es Horden an Neutronensternen, einerlei. Alles paßt.
Wie gesagt, von dem Komprimierten, Verdichteten braucht es nicht zu viel. Da reichen schon diese und jene Häppchen hin. Dann ist es satt. Klappe zu: Verdauung. Höchstens dieses und jenes Süppchen nebendrein, das klappt immer.
Was für die gesamte Galaxie darüberhinaus gilt: Was das Schwarze Loch wirklich fürchtet, das ist es, von Unmengen erstickt zu werden. Das Vielzuviel, mit dem geht man durchaus vorsichtig um. Deswegen kümmert man sich umeinander.
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