Ein Korsett
Es gibt so einen Religions-Kreationismus, da fängt die Welt vor so kruden zehntausend Jahren an. Nach der Meinung von irgendwelchen Leuten, die religiöse Schriften strikt auslegen.
Und dann ist noch was weiteres am Hof nahe vom Mond, der "Urknall". Mit dem sich eine Art Wissenschaftskreationismus zum Ausdruck bringt. Auch nicht besonders aus Wissen heraus geboren, der "Urknall". Eher aus einer Religionsperspektive. Was gut für die mit den "Ein Gott"-Religionen, der "Urknall". Denen hatte man scheint's irgendwas zuzugeben, mußte vor ihnen die Köpfe ehrfürchtig senken, die Augen niederschlagen, Ringe küssen, nachdem die auch noch höchstselbst daherkamen, extra anreisten, lobende Sätze zu sprechen. Das am Erdenrund, das wurd ihnen weiter gegeben, den Glaubensverkündern; der Wissenschaftler, der gestand jenen das zu.
Vor allem eine Arbeit leistet der "Urknall": er zwingt alle Wissenschaftswelt in ein Korsett. Mit ergebnisoffener Forschung hat der "Urknall" wirklich nichts zu schaffen. Der "Urknall", der quasi das ist, das Endergebnis, zu dem alle Forschung und so zu kommen hat. Ums Verrecken. Und, seit wann? Der Zeitraum? Mit Ende des zweiten Weltkriegs wurd's im Vorbeigehen in einer Sekunde "urknallig", erdenweltweit.
Und, solange man ihn nicht vom Tisch herunterfegen mag, diesen einen bestimmten erdorientierten, irdisch-motivierten "Urknall", bei dem nicht der Kosmos die Interessenslage war und ist, hat man denn auch mit den gewissen "Urknall"-Gesetzmäßigkeiten zurechtzukommen.
Der "Urknall", nicht das Universum auszudeuten, sondern dafür da, dir Begebenheiten auf Erden klarzumachen. Menschenweltgesetzmäßigkeiten. Die Menschenkreatur und ihre Religionen. Mitinbegriffen: Gold, Silber und Platin, Großgrundbesitz, Pfründe, Macht, Einfluß.
Darum dreht sich alles beim "Urknall". Der "Urknall", seit der am Erdplaneten mit einem Alleinstellungsmerkmal die Szene beherrscht, ist ein großer Friede auf Erden aufgeschlagen. Die, die ihn sich besorgten, diejenigen, die vom "Urknall" ihre Fron haben. Nicht eine Zeile ihrer Religionsschriften hatten sie abzuändern. Nicht für eine Silbe. Die Wissenschaften, die waren das Nachgiebige, die Veränderliche. Die Wissenschaftler, die, die nun seit damals am "Urknall" zu knabbern haben. Mit diesem einen Resultat "Urknall" zurechtkommen, das müssen sie.
Echt, was kümmert einen irgendwas am Universum? Wie da die Begebenheiten tatsächlich sind? Die Verhältnismäßigkeiten auf Erden sind viel bedeutender. Dort, wo Theologen, Kerikale, vielschichtige Priesterschaft, all die, mit ihren "Schäfchen" umgehen wollen, mit ihnen zurechtkommen, dort ist die "Kosmologie". Seitdem "Urknall" ist, hat man ihn, den erdballumspannenden Frieden auf Erden. Lange Jahrzehnte bereits lebt man in wahnsinnigen Friedenszeiten. Nur das Beste können DIE vom "Urknall" sagen.
Atmungsaktiv ist zwar weder der Religions-Kreationismus so recht, der eine Charakter, der alles auf eine Zeit von zehntausend Jahren bezieht. Weil so Schriftzeilen so was hergeben. Auch der Wissenschaftskreationismus hat dahingehend so seine Bekümmerungen. So "vierzehn bis achtzehn Milliarden Jahre", die können mitunter auch ganz schön knapp werden. Scheint's. Weswegen sich die Dinge im Universum ja auch irre zu beeilen haben. Hauptsächlich wegen des "Urknalls", der seine bei einem fixierte Verortung hat.
Ziemlich das bei den Sternenguckern und sonstigen wahrzunehmen, die sich mit den Begebenheiten im Universum umtun, was man da so vor Jahren aufgegeben hat, als man das mit der Ergebnisoffenheit in der Forschung auf den Müll warf. Nicht zum Frone universeller Erkenntnis, sondern für das auf der Erdenwelt. Für das war der "Urknall" passend, wie "der Arsch auf den Eimer". Der "Urknall" als das Endresultat, das, was in jedem Fall unterm Strich herauszukommen hat. Zu "Wissen", "Gewißheit", dazu ließ man sich verhelfen. Statt freundlich abzuwinken, den Ankommenden im Priestergewand gegenüber mit der Schulter zu zucken und sich seine nach allen Seiten offene freie Forschung zu behalten.
Besser wäre es wohl gewesen.
Statt dessen hat sich die Wissenschaftsseite in ein "Urknall"-Joch begeben. Beim Menschen auf Erden spielen eben noch ganz andere Sachverhalte eine Rolle. Da interessiert mitunter nichts am Universum das bißchen irgendwas, passen einem die Dinge im Universum nicht so recht in ein Erdenplanetweltbild. Bei der Menschenkreatur, bei der mag da wer mitunter was nicht so haben, hat was anderes lieber. Beim Menschen kann er sich das aussuchen, ist das auch durchzusetzen. Nochgerade wenn jemand beim Menschenwesen mit was ziemlich erfolgreich ist. Seit Jahrtausenden geradezu mit demselben unterwegs. Bei jedem Kind noch. Von kleinauf, daß ...
Die Welt der Wissenschaften, die hatte wegzusacken. Dort kriegte man es ab, hat sich bestmöglich damit abzumühen, alle möglichen Geschehnisse im Universum der einen exklusiven "Urknall"-Strecke anzupassen. Wie eine der Damenwelt, die gerne Korsetträgerin ist. Es reicht ihr nicht mehr, sich möglichst eng zu schnüren. Um das Schnürkorsett noch besser einem "Idealmaß" anzupassen, hat man manche Einfälle. Beispielsweise, sich die Rippen kürzen zu lassen - oder welche lassen sich einzelne Ripplein operativ noch ganz entfernen. Um das mit dem Einschnüren der eigenen "Körperfülle" noch auf den Gipfel treiben zu können.
Bei der Menschheit, da läuft's. Auch gänzlich ohne Wahrheit, Wirklichkeit. Das ist am Universum nicht anders. Allerhöchstens kraus nimmt man die Universumswelt an. Bei Worten. Seitdem "Urknall" war, muß man sich vorstellen, hat man nun echt bald keine Zeit mehr übrig. Daran hat man sich abzuarbeiten, Neuentdeckungen, Kleinigkeiten, die man am Nachthimmel mit neuester Technik neuerdings des weiteren herausfiltern konnte, dem einen, großen "Urknall"-Bild anzupassen. Purzelbaummäßig. Daß man textlich kürzlich, als noch nicht "2020" war, mitteilte, daß sich Sachverhalte bei einer Galaxienstruktur mit irren 1,5 Milliarden Sonnenschweren vor 12,5 Milliarden Jahren explosionsartig abgespielt hätten. So was, bei den "Quasaren" anscheinend drinnen. Nahezu das von Heute auf Morgen. Schließlich ist man da nun zufällig bis knapp zwei, zweieinhalb Milliarden Jahren am "Urknall" dran. Den man bei vierzehn bis achtzehn Milliarden Jahre sieht. Immerhin noch ein Zwischenraum von vier Milliarden Jahren, den man als Unbestimmtes fürs Ungefähre angibt, was den "Urknall"-Moment angeht. Während man textlich informiert, daß sich alles dort, bei den "Quasaren" nahezu explosiv abgespielt hätte. Keine öde, langweilige, langatmige Entwicklung, sondern wahnsinnig ratzifatzi.
Es eilt sich das Universum eben, am "Urknall" nochgerade. Wenn der "Urknall" hinten rauskommt, beim menschlich-irdischen Ergebniswesen, dann ist mitunter das gesamte Universum unter Zeitdruck. Dann "arbeitet" es bei seinen Entwicklungen mit der Stechuhr.
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