Mitreden und neuerliche Einflußnahme
Da schienen die, die mit mancher Religion zugange waren, so am Kosmos und bei seinen Themen ein wenig abseits zu stehen. Geradezu eine Weile, daß sie an der kosmischen Realwelt, wie die Astronomen, Physiker sie rüberbrachten, kaum ein gesteigertes Interesse zeigten.
So das Universum draußen, wo die Entfernungen nahezu unendlich sind, blieb ein Stückweit bei IHNEN auf der Strecke, man stelle sich vor.
Bis ihnen scheinbar das Außerirdischen-Gerede und die Erwähnung der Wissenschaften am Vorhof rein in die Kirchengebäude und bei den Meßdienern mal zu viel wurde. Zu beklagen begann man sich bei jede Menge Science fiction und bei der Abbildung mannigfaltiger außerirdischer Mächte auf Roman- und Heftchenseiten über die Gottlosigkeit der Wissenschaftswelt. Dort, wo nirgends irgendwelche Götter einen Platz hatten, größer in die abstrakten Berechnungsweisen miteinbezogen wurden. Bei der Nietzsche-Ansage Gott ist tot, mußte sich das Problem der Kirchenleute beizeiten anders lösen lassen, als mit der Dauerdrohung, daß einer womöglich noch exkommuniziert werden könnte und so das.
Irgendwann mußten da die mit der Religiosität ehedem geradezu unter der Glasglocke vorkommen und moderner werden. Sie konnten die Umfänge an Wissenschaftsneuigkeiten nicht länger außen vor, unbeachtet lassen. Etwas, das beispielsweise geradezu in der Tatsache denn noch gipfelte, daß die der Geistlichkeit sich mitten am Kirchenstaatgelände ihre eigene, exklusive Teleskopanlage hochziehen, errichten ließen. Um dort, unter sich zu sein, beim Sternebetrachten und bei der Diskussion über neuere insterstellare Begebenheiten.
In diesem Teleskopgebäude besprach man sich zumeist ohne Wissenschaftsleute. Selbst die eines Gottsucher-Hintergrunds hatten, wenn wichtig war, draußen zu bleiben.
Für ihre Zwecke suchten SIE denn Leute, die Physik, die Astronomie studierten, für sich zu gewinnen. Welche, die trotz Zölibat und manch anderem dazu bewegt werden konnten, aus dem Physikstudium und dem Astronomielehrgang ins Klerikale und ins Theologische rüberzuwechseln. Oder zur Theologie hinzu noch weltliche Physik als Studenfach zu belegen. Diejenigen, denen das nicht abwegig war, selbst noch die Priesterkutte für sich zu nehmen.
Auf jeden Fall reichte das jenen vom Kirchenstaat nicht länger, daß der und der, die oder die der weltlichen Physik, bei den Teleskopen einen gewissen Religionsaspekt im Auge behielt und ihnen schließlich gewogen war. Ein wenig in ihrem Sinne Wissenschaftstexte verfaßte, in denen auch mal von Gott und derartigem gesprochen wurde.
So einer, den sie am Kirchenstaatshof gebrauchen konnten, mußte unmittelbar Priester sein.
Die Kirchenleute, die am kirchenstaatexklusiven Teleskop untereinander sein wollten, traut sich dort über Inhalte zu unterhalten. Für sich. Wenn sie eine kosmische Sachlage, aus den Wissenschaftsnachrichten geboren, zu besprechen hatten. Selber mußte man sich manches ansehen, was da in der wissenschaftlichen Welt üblich erläutert wurde, mitsamt Formelhaftigkeit und nahezu dauergottlos. Ohne daß theologisch größer darauf eingewirkt werden konnte, wie so im Mittelalter noch. Als in den Wissenschaften nicht viel mit Sachverhalten los war, die dem klerikalen Auge mißfielen.
Demgegenüber, diese Machtlosigkeit einer Gegenwart, als wären sie, die von kirchlicher Seite, nahezu niemand mehr. Als müßte da überhaupt kein gesteigerter Wert darauf gelegt werden, was man zu irgendwas meinte. Ohne auch mal kurz die Theologen, Klerikalen anzufragen, was die wohl zu einer Angelegenheit zu sagen hätten, was das Universum, den Kosmos anging, so verhielt man sich. Ob man, was so eingedenk eines theologischen Aspekts, Kleinigkeiten jedermann in der und der Weise mitgeteilt sehen wollte, von kirchlicher Seite aus.
Das war am Ende ein riesengroßes Problem derer, die mit Religion denn umgingen. Jedermann konnte da Dinge erfahren, auf dem letzten Stand bleiben, was immer die Wissenschaftler, die Forschungsarbeiten vorantrieben, gerade der Welt unterbreiten wollten. Überdies, bei den Schwierigkeiten, die man für ein Weilchen hatte, da den Berechnungen überhaupt folgen zu können. Da was hinterherzudenken. Zu der damaligen Zeit, von der hier die Rede ist, hatte man da erst mal einiges verpaßt. So die zwanziger, dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, in seiner Kirchenweltblase lebend.
Bis man aufgeschreckt und vielmehr dazu gezwungen wurde, sich doch auf den letzten Stand der Wissenschaft zu bringen. Was die Kosmologie und die auf der Wissenschaftsseite anbetraf. Außer, daß man da ab und an Klage führte, sich wegen des Fehlens eines Gottes im Weltall beschwerte, war da damals doch oft nicht allzu viel.
Dabei passierte etwas. Und zwar das, daß es zum Aufkommen der faschistischen Regime in Europa kam. Diese Despotenherrschaften, die dafür Sorge trugen, daß die Wissenschaftler unter die Knute der Gleichschaltung im Staatswesen gerieten. Manche freisinnigen Wissenschaftsleute, die sich nicht an politische Begebenheiten anpassen wollten, die fielem den Nationalsozialisten und den Duce-Faschisten zum Opfer. Einige Europäer gingen zu jener Ära der Wissenschaftsszene verloren. Während die Nordamerikaner immer mehr die Hauptrolle übernahmen. Nordamerika und so ... Dort, daß der Wissenschaftsbetrieb wie eh und je problemlos weiterlief. Ungestört beinahe. Die aus den USA, die unter dem Wissenschaftsvolk und in den wissenschaftlichen Texten zu dominieren begannen. Viel mehr als vorher. Die Wissenschaftssicht der USA-Abkömmlinge wurde bald umfänglich und beherrschend. Während diesem und jenen einer Priesterschaft alles der Kosmologie und ihre Horizonte wieder vertrauter wurde. Man fing ab einem Zeitpunkt erneut an, besser mitzureden, die Wissenschaftsleutediskussionen zu begleiten. Nochgerade bei den Nordamerikanischen, in ihrer Gegenwart. Rechnete bei den Physikern und ihren Formelhaftigkeiten auch schon mal den Dingen hinterher. Und, bei denen aus den USA, die auf die Gottsucherei größeren Wert legten, ließ man, beiläufig erst mal, seine Betrachtungsweise einer Begebenheit aus dem Weltall einfließen, indem man einfach seine Priesterkutte mit dem Zivil der Wissenschaftlichen eintauschte.
Nochgerade, bei jenen aus den Vereinigten Staaten von Amerika, bei ihnen hatte man es gut. Wurde zur Kenntnis genommen, nicht seltsam angeblickt. Hatte ab einem Zeitmoment immer besser Einflußnahme.
Was man auch suchte, beiläufig auf Kosmosbetrachtungen Einfluß zu nehmen. Heftig diskutierte man die Rechnerei von Physikern, zweifelte die Richtigkeit von Zahlen an.
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