"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 113
27. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Manuelas Augen schauten seltsam von oben herab, daß es direkt ausschaute, als hege Manuela trotz Lächelmiene eigentlich Überlegungen unfreundlicher Natur. Manuela: 'Nein, Bern-die! Muß nicht Joeys sein. Muß nicht zu Joeys. Könnten auch ganz was andres machen, Bern-die - hm!'
Ich: 'Du sagst an, wo's hingehen soll, Manuela. Was immer du willst.'
Manuela, die Stirn komisch in tiefen Falten: 'He, Bern-die, jetzt weiß ich was Schönes ... Fahren wir doch raus aus der Stadt. An den Königweiher. Ja, an den Königweiher. Das ist was, was wir machen könnten, Bern-die, ja? Fahren wir raus zum Königweiher. Zum Königweiher. Im Mezzolatte mag ich nicht mehr bleiben. Joeys, da ist auch erst ab zehn was los. Das magst du doch, Bern-die, wenn wir an den Königweiher fahren, oder?'
Mein Kopfnicken. Ich: 'Klar ist das 'ne Idee, die mir gefällt, Manuela. Fahren wir miteinander an den Königweiher ...'
Manuela: 'Bezahlt haben wir schon. Dann würd' ich sagen, Bern-die, machen wir das mal, fahren raus aus der Stadt, fahren an den Königweiher. Können wir sofort machen.'
Freie Schußbahn für mich demnächst, am Königweiher - das hatte ich im Kopf. Am Königweiher, daß ich Manuela überall anfassen würde. Nach und nach.
Vor meinem geistigen Auge hab' ich mich hinter dichtem Gebüschbewuchs auf Manuela liegen gesehen, Manuela küssen, küssen.
Der Königweiher, das war der allerbeste Einfall Manuelas. Hier Manuelas Gedankengängen zu widersprechen, das wäre die Sünde total gewesen.
Die Szenen dieses einen Nachmittags mit Manuela, die müssen zu einem Ende gebracht werden.
Dazu bin ich voll entschlossen.
Solange ich das tippe, ist mit mir nichts anderes.
*
Die Tagebuch-Datei aufgeklickt.
Weiterhin der Samstag, zwanzigster Juli, 11:35 Uhr.
Das muß ich texten.
In meinem Kopf, daß sich alles überschlägt. Tränen laufen mir die Wangen herunter.
Das ist eine Pechsträhne, die ich seit dem Nachmittag hab', als mir Manuela vorm Unteren den Weg fürs Weitergehen verstellt hat, nicht zu glauben.
Also, Mutti kommt zu mir ins Zimmer hereingelaufen, so ein paar Minuten nach elf Uhr. Mutti mit dem Telefon in der Hand.
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