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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 114

27. März 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

 

Ein Anruf am Haustelefon für mich. Herr Altdorf, Personalchef bei Mauth. Höchstselbst am Samstagvormittag in der Leitung, Herr Altdorf. Für meine Wenigkeit.

 

Gemeint hat Herr Altdorf, es täte ihm die Geschichte ziemlich leid. Aber ich könnte nicht am Montag schon mit meiner Ferienarbeit anfangen. Die Krankmeldungen, die hätten sich abgebaut.

Außerdem, das wäre sehr ungewiß, ob man mich ab dem Ersten bei Mauth als Mitarbeiter brauchen könnte. Ab dem ersten August beginne nämlich für die gesamte Belegschaft bei Mauth Kurzarbeit. Und das bedeutete, nachdem man bei Mauth das mit der Zeitarbeit eingedämmt hätte, daß man vielleicht auch sämtlichen Ferienarbeitern absagen mußte.

Von den Entwicklungen der nächsten Tage würde das abhängen, und ich würde nochmals einen Anruf erhalten, falls ich mit meiner Arbeit ab dem Ersten doch anfangen könnte.

Ich müßte das verstehen, daß für Mauth momentan harte Zeiten am Markt herrschten. Die Geschäfte, die liefen alles andere als gewünscht; die Auftragslage, die sei miserabel.

Er, Herr Altdorf, verstünde das gut, daß ich das Geld bräuchte. Er selbst könnte deswegen jedoch nichts tun. So seien für Mauth im Moment die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Den Begebenheiten müßte Rechnung getragen werden.

Wenn ich doch noch ab dem Ersten eingestellt würde, würde ich angerufen.   

 

 

Kein weiteres Wort mehr, Herr Altdorf, Personalchef bei Mauth, hat aufgelegt.

Mutti, die alles mitgehört hatte, ist der Mund offengestanden.

Den Kopf hat Mutti geschüttelt, als ich ihr das Telefon zurückgereicht habe.

Es gab zwischen Mutti und mir nichts zu sagen. Mit starrer Miene hat Mutti sich von mir abgewandt, ist aus meinem Zimmer hinausgeschritten.

Sicher hat Mutti Vati die neue Nachricht sofort überbracht.

 

Aufs Bett hab' ich mich legen müssen. Niedergeschlagen. Die Hand hab' ich mir auf die linke Brustgegend gedrückt.

Der nächste Tiefschlag für mich. Schwer getroffen war ich.

 

 

Und die bei Mauth, die hab' ich fragen wollen, ob sie mich nicht eventuell über die Monate meiner Semesterferien hinaus im Betrieb beschäftigen wollten. Ein halbes Jahr darüberhinaus.

 

Jetzt hatt' ich Bescheid gekriegt. Wußte, was Sache war.

 

Eine Katastrophe.

Nichts als Katastrophen weit und breit, was mich angeht.

 

 

 

 

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