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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 133

3. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Wenigstens hätte Manuela mir Bescheid geben können, daß etwas bei ihr droben in der Wohnung los war.

Oder, wenn Manuela sich das mit mir anders überlegt hatte, nicht mehr an den Königweiher fahren wollte, daß sie schnell runterkam, mir das sagte.

 

Endlich war ich soweit, die Sache in die eigenen Hände zu nehmen.

Gereizt habe ich mir die Sonnenbrille heruntergenommen, diese im Wagen auf die Rücksitze geschmissen. Blöde Weiber, dachte ich.

Den Funkschlüssel in der Rechten, ein leichter Fingerdruck, darauf ein fiepender Schnappton vom Fahrzeug her - mein Vierräder war zugesperrt.

Entschlossen schritt ich vor die senkrechte Doppelreihe runder Klingelknöpfe, stellte mich davor auf.

Kopfschütteln meinerseits. Die Namen - elf an der Zahl -, die ich aufgeregt zweimal lesend überflog, die sagten mir allesamt nichts. Kein einziger.

Nirgendwo in einem der mit einem beschrifteten Papierstreifen versehenen Schildchen neben einem der Druckknöpfe war der Familienname Manuelas zu entdecken. Oben in der Fünferreihe links hätte der Name unter Klarsichthartplastik zu einhundert Prozent angebracht sein müssen. Zum Ablesen für jedermann, der in der Wohnung oberhalb klingeln hätte wollen.

Das war mir unbegreiflich. War perplex. Total vor den Kopf gestoßen.

Ein Gedanke war, heimzufahren, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen. Was sollte es? War ich eben der, der verarscht worden war. Kann einem das nicht immer passieren? Jetzt war ich der, dem das geschehen war.

Nur habe ich das dann leider nicht gebracht, bin nicht zu mir in das mit den vier Rädern zurück und eingestiegen, heimwärts abzudrehen. Weil: In mir war es immer heftiger am Brodeln. Mein aufbrausendes Temperament, das die Kontrolle übernahm.

Das konnte Manuela mit mir nicht machen. Nicht mit mir. Manuela, das dreckige Miststück.

 

 

*

 

Einundzwanzigster Juli, Tagebuch-Datei offen.

Vormittags am Sonntag. Zehn Uhr in ein paar Sekunden.

 

 

Das Gebäude, der kantige Wohnklotz, in dem Manuela gewohnt hatte, die Fortsetzung ...

 

Ich ...

Voll prächtig war mir das erblüht, reflektierte ich den Umstand, daß Manuela mich zum Narren gehalten hatte. Ein Gelächter, das Manuela aus mir machte. Für sich.

 

 

 

 

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