"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 142
6. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Mülltonnen umgeschmissen, Autospiegel abgebrochen, Räder zerstochen ...
Mit Drogen. Hab' mir was besorgt, geraucht, eingeschmissen.
Alles mögliche, das ich angestellt hab', was Polizei hätte interessieren können.
Heute würde ich sagen, was den damaligen Lebensabschnitt angeht: Glück gehabt.
Hätte schlimmer kommen können. Mir.
*
Einundzwanzigster Juli, Tagebuch-Datei offen.
Später am Nachmittag. 17:16 Uhr.
Frau Hermine Meier, die Frau des Hausmeisters.
Der Teil mit Frau Hermine Meier vor der Wohnungstüre, der ist noch nicht fertig.
Lasse ich Frau Hermine Meier und mich fortsetzen. Wie's mir in den Sinn kommt, daß Frau Hermine Meier und ich gesprochen haben, über den Daumen gepeilt.
Frau Meier: 'Wissen Sie, Herr Bernd, Christine und Manuela ... Am liebsten hätte ich dafür gesorgt, daß den Dombrowskis ihre Kinder weggenommen worden wären. In jedem Erziehungsheim wären die Gören besser aufgehoben gewesen. Daß solche Leute Kinder großziehen dürfen, man glaubt das nicht. Wenn Eltern ein schlechtes Vorbild waren, dann bei den Dombrowskis. Da hat man gesehen, wo verluderte Erziehung hinführen kann. Wenn man noch dazu selber verkommen war ... Ich sag' Ihnen, Herr Bernd, wären das nicht Mädchen gewesen oder hätten die Dombrowskis zu den Mädchen noch Söhne gehabt ... Mord und Totschlag hätt's gegeben. Mord und Totschlag hätt's gegeben. Bei ihnen oben. Oder, daß die Kerle sonstwo auf der Straße einen totgeschlagen hätten. Zuviel Freiheit, das ist nicht gut für ein Kind. Da fällt ihm nichts als Unsinn ein. Das Kind, es treibt sich schon in jungen Jahren rum, hat den verkehrten Umgang. Mein Hubi sagt immer: Kinder und junge Leute, die gehören an die Kandare. Verbote brauchen sie, von klein auf eine feste Hand. Anständige, ehrliche Eltern. Sonst gehen sie klauen, treiben es als Mädchen mit jedem oder gehen auf den Strich, kommen die Geschichten mit den Drogen. Ich könnt' Ihnen das eine oder andere von Christine, dem älteren Mädchen der Dombrowskis erzählen, Herr Bernd. Die ist einige Male verhaftet worden. Wegen Drogensachen. Mußte vor Gericht erscheinen. Und es ging das Gerücht, Christine Dombrowski und ihre jüngere Schwester Manuela würden weiter fortfahren, in die Großstadt, um sich auf dem Straßenstrich Geld zu verdienen. Für Rauschgift. Wenn man danach süchtig ist, braucht man Geld. Viel Geld. Das viele Geld muß schließlich wo herkommen. Im Puff oder auf dem Strich geht's am besten.'
Ich: 'Ö, Frau Meier, entschuldigen Sie bitte ... Was mich interessieren würde, was ich gern wissen möchte - wissen Sie vielleicht, Frau Meier, wo die Dombrowskis hingezogen sind? Ja, wo wohnen die Dombrowskis denn heute?'
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