"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 146
7. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Als sie vierzehn, fünfzehn war, war Manuela meine Freundin, Geliebte. Knapp ein Jahr lang. Bestimmt zusammen waren wir ein dreivierteltes.
Ewige Jahre her, eigentlich, heute.
Daß mir das alles mit Manuela schlichtweg unbegreiflich ist.
Eine unfaßliche Geschichte. Die mit Manuela.
Es knallt hinter meiner Schädeldecke. Wie elektrostatische Blitze, die sich mir im bleichen Brei meines Gehirns entladen.
Meine alte Freundin Manuela, die ist mir an diesem Nachmittag begegnet. Vor die Füße gelaufen ist SIE mir.
Dann war die Zeit gekommen, daß SIE, SIE, Manuela, mich verlassen hat.
Eine lange Nase hat Manuela mir gezogen. Auf dem falschen Fuß hatte Manuela mich damit erwischt. Mit dem hatte ich nicht gerechnet. Nachdem ich mir schon alles mögliche mit Manuela ausgerechnet hatte. Ich mit Manuela am Königweiher. Am Königweiher, wenn erst der Portwein richtig bei Manuela wirkte. Da stand dann was zum Anfassen für Manuela rum ...
Das mit der Art von Manuelas Abgang, das konnte ich nicht locker wegstecken. Einerseits sagte ich mir: Fahr nach Hause, Mann! Andererseits wußte ich jetzt, wo die Eltern Manuelas hinziehen hatten müssen.
Ich hatte eine Adresse. Und wenn Mutti und Vati Dombrowski immer noch dort wohnten, meinte ich, könnte ich ... Einmal wegen Manuela nachfragen.
Dorthin bin ich demnach gereist, in die Hegelstraße.
Vor dem Wohnhaus in der Hegelstraße auf dem Parkplatz habe ich meinen Wagen hingeparkt.
Natürlich das erste, das ich unternommen habe, auszusteigen, einmal bei dem besagten Gebäude die Klingelknöpfe bei der Haustür zu überblicken.
Dombrowski. Das war hier einer der Schildchennamen. Der in der Mitte von dreien unten.
In der Hegelstraße, da fanden sich die Sozialwohnungen. Städtische Wohnhäuser, in die bevorzugt Leute einziehen durften, die in der Gegend lebten und über kaum Geldmittel verfügten.
Mutti hatte mir das gesagt, habe ich mich erinnert.
Mutti hatte zu mir von der Hegelstraße geredet.
Mutti meinte, daß es in der Hegelstraße andauernd zu Schlägereien zwischen Anwohnern käme. Die Jugendlichen, die in der Hegelstraße wohnen mußten, bildeten diverse Banden. Schlägertrupps. Die zuweilen mit Baseballschlägern, Fahrradketten, Messern gegeneinander antraten. Regelrechter Straßenkampf im Kleinere-Stadt-Milieu. Mit mehr oder weniger schlimm Verletzten.
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