"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 171
15. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Jede Menge Freundinnen hatte Manuela in der Vergangenheit. Welche von denen von früher ähnelte Manuela im Aussehen, daß sie für jemanden - mich! - als Manuela Dombrowski durchgehen hätte können?
Es war nicht auf die Reihe zu kriegen von mir.
Welches Interesse hätte Christine Dombrowski an so einer Geschichte haben können? Aus welchem Grund käme Christine Dombrowski auf so was?
Muß man sich vorstellen, per Zufall, daß man mich irgendwo in der Stadt blickt - da gibt's ein Zeichen von Christine Dombrowski, jetzt geht's los.
Oder machte eine gemeinsame Bekannte, Freundin von Manuela und Christine Dombrowski etwas dergleichen aus eigenen Stücken? Unglaublicherweise.
Total blank war ich. Hatte nicht das allerkleinste Verständnis. Begriff es nicht. Was hätte Christine Dombrowski bis in die heutigen Tage hinein gegen mich haben können?
Ich wiederhole: Jahre her, das mit Manuela und mir. Das, daß Manuela und ich ein Liebespaar waren. Daß Manuela und ich händchenhaltend, knutschend durch die Gegend getrottet waren.
Wußte keine, die mir als Manuela Dombrowski ankommen hätte können als Manuela Dombrowski selber.
Aber - Manuela Dombrowskis, das war der Wahnsinn. Durfte ich den Worten Beppis und dieses Fransens und der übrigen Leute da bei Joeys Glauben schenken, war Manuela - Manuela Dombrowski - tot. Und das seit Monaten.
Der Gnaden-Friedhof, der Ort, auf dem sich Manuela Dombrowskis Grab befinden sollte.
Ich bräuchte mich auf meinen zwei Beinen lediglich mal für ein paar Minuten auf den Gnaden-Friedhof begeben, nach der Grabstätte Manuela Dombrowskis herumzufragen, mich mit meinen eigenen Augen von der Wahrheit dessen, das mir mitgeteilt worden war, zu überzeugen.
*
Zweiundzwanzigster Juli, meine Tagebuch-Datei offen.
Kurz vor dreiviertel acht Uhr ist es. Genaue Uhrzeit: 19:46.
Es war und ist der reinste Wahnsinn. Alles.
Das haut bei mir rein im Kopf. Knallt. Daß es fast nicht mehr geht.
Ich war auf dem Gnaden-Friedhof.
Zunächst mal in der St.-Michael-Kirche dort. Hab' einen der in voller Talar-Montur in der Kirche herumlaufenden Meßdiener gefragt. Ob er das Grab Manuela Dombrowskis wüßte; ich könnte es leider nicht finden.
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