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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 195

23. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Der Großökonomen-Bauernhof im Stil des neunzehnten Jahrhunderts mit seinen schmucken, hölzernen Lattenbalkonen, blümchengeschmückt und mit vielen Fenstern, der sich im Besitz von Hans-Georg Tabert befand, war wirklich so was von einem klobigen Bau, lang und breit.

Drinnen im Gebäude, daß Hans-Georg Tabert, durfte ich den Informationen der Zeitungsleute glauben schenken, mehrere Zimmerfluchten bewohnte. Ganz im Gegensatz zur Bauernhoffassade jedoch nach Hans-Georg Taberts Geschmack modern, großstädtisch eingerichtet.

 

Ein Szenenbild, das in einem Zeitungsartikel, der Hans-Georg Tabert zum Mittelpunkt hatte, so beiläufig beschrieben zu lesen stand. Nämlich das, daß der Prinz - Hans-Georg Tabert - gerne in einer Kleinhalle in seinem Bauernhof richtiggehend hof hielt.

Regelrechter Hofstaat, der sich überall in der Räumlichkeit befand, sich auf schicken, teuren Sofas räkelte. Mädchen, Frauen tanzten leicht bekleidet, in Bikinis oder nackt. Frauenwelt, die der Prinzipal für Handreichungen an sich nur kurz herbeizuwinken brauchte. Überall im Umkreis: Speichellecker-Knaben, -Männlein, die es zum Prinzen hindrängte. Befehlsempfänger und Leibwächter.

Hans-Georg Tabert, der Prinzipal, der saß schließlich irgendwann mal auf einem erhöhten Thronstuhl. Nun, daß der hohe Herrscher Hans-Georg Tabert Abordnungen von weiter her empfing. Diverse Herrschaften, die vor Hans-Georg Tabert hintraten, sich vor ihm verbeugten. Gerne ließ Hans-Georg Tabert, nachdem man ihm den goldenen Ring der rechten Hand geküßt hatte, sich Geschichten von Kümmernissen mitteilen, die die, die vor ihm am Fußboden unten hockten oder knieten, gerne behoben hätten. Hans-Georg Tabert - Hans - versprach, er würde das Beste tun, daß die Not sich demnächst abstellte.

 

Großzügige, ausschweifende Parties, die Hans-Georg Tabert feierte. Bis hin zu den wildesten Orgien, bei denen alles geschah, was man sich nur an Ausschweifungen vorstellen konnte.

Hans-Georg Tabert jedoch immer der Mittelpunkt. Der Entscheider.

Klatschte Hans-Georg Tabert in die Hände, war eine Festivität bei ihm mittendrinnen urplötzlich vorüber. Auch wenn es gerade für manche am schönsten war.

Die Leute hatten allesamt zu gehen, weil Hans-Georg Tabert plötzlich keine Lust mehr hatte, irgendwas von ihnen und ihren Visagen zu sehen. Wer nicht begriff, was los war, für den konnte esein blutiges Näschen setzen. Gleichgültig wie weiblich und gutaussehend er war. Aufs übelste, daß man bei Hans-Georg Tabert hinausgeschmissen werden konnte, daß man froh sein durfte, unverletzt geblieben zu sein.

Eine Zeugin berichtete dem Mann von der Zeitung: Inge, ihrer Freundin, hätte einer der Tabert-Rausschmeißer beide Unterarme gebrochen. Bei anderen Tabert-Gästen hatte es Nasenbeinbrüche bis hin zu einer zerschlagenen Kniescheibe gegeben.

 

 

 

 

 

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