"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 196
24. April 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Wovon ich hier in meinem Eintrag aber wirklich sprechen möchte: Ziemlich begütert hatten seine Geschäftsunternehmungen Herrn Hans-Georg Tabert gemacht. Vorvorgestern am Nachmittag schaute ich mir ein Stückchen vom Tabert-Reichtum mit eigenen Augen an.
Aber das sagte lediglich aus, daß Herr Hans-Georg Tabert reich geworden war. Materielle Güter, die Herr Hans-Georg Tabert zur Genüge sein Eigen nannte.
Was fehlte Herrn Hans-Georg Tabert dabei allerdings trotzdem?
Wonach hatte einer, der gewissenermaßen eigentlich alles hatte, haben konnte, noch für Wünsche? Nach was, daß der in weiterer Folge ein Verlangen hatte?
Meine bescheidene Antwort hier: Respekt, Ansehen, Prestige.
Nicht länger bloß von dem Pöbel, der ihm ohnehin dauernd ankam, den er bestens kannte. Denen, die ihn dauernd die Füße herbusselten, ihn beknieten.
Herr Hans-Georg Tabert war ein Jäger. Ein passionierter Jägersmann.
Vor eineinhalb Jahren hatte Herr Hans-Georg Tabert erstmals im eigenen Namen eine Jagd gepachtet.
Dorthin lud Herr Hans-Georg Tabert zu Jagdgesellschaften ein. Seine Einladungen verschickte Herr Hans-Georg Tabert an jagdbegeisterte Schullehrer, Ärzte, Rechtsanwälte, Mitglieder des Stadtrates. Dieser Personenkreis.
Mitten unter denen nannte Herr Hans-Georg Tabert sich Unternehmer. Hans-Georg Tabert, der ließ wissen, daß er mit Aktien gearbeitet hatte. Bei Spekulationsgeschäften an der Börse, daß er erfolgreich war. Herr Hans-Georg Tabert gab kund, daß er über Dritte an ein paar Geschäftsunternehmen beteiligt war. Tatsächlich sprach Herr Hans-Georg Tabert dahingehend nichts als die reine Wahrheit.
Herr Hans-Georg Tabert vergab schon mal günstige oder zinslose Kredite an Freunde. Das mit dem Abzahlen der Schulden bei ihm konnte in einem gewissen Maße eher locker gesehen werden. Solange man mit Herrn Hans-Georg Tabert befreundet war, war alles gut.
Also, zusammengefaßt: Herr Hans-Georg Tabert suchte den Eingang in die bessere Gesellschaft. Zu den angesehenen Leuten, denen mit gesellschaftlichem Einfluß und in Amt und Würden.
Und was kam bei so einem Mann wie Hans-Georg Tabert dann dazu?
Das, daß es ihm nach besseren Weibern gelüstete.
Nicht länger diese Weibsbilder, mit denen Hans ohnehin im Dutzend Umgang hatte.
Es einfach ausgedrückt: Hans-Georg Tabert wünschte sich mehr Klasse bei seinen Bräuten. Die an seiner Seite sollte was hermachen.
Das mußte Manuela Dombrowski auch gut mitbekommen haben. Das, daß ihr Hansi sich umguckte. Daß Hansi an anderen Orten der Nette war, während er sie, Manu, herablassend und wie nebenbei behandelte.
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