"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 227
4. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"
Ich: 'Ich wäre einhunderprozentig auf die Beerdigung Manuelas gekommen, hätte ich früher was davon gewußt. Daß Manuela ... Davon habe ich aber erst vor drei Wochen erfahren. Bei Joeys, Frau Dombrowski. Seitdem, seit drei Wochen, muß ich sehr oft an Manuela denken. Manuela und ich, wie wir zusammen waren. Das, was sich zwischen Manuela und mir abgespielt hat. Und daß Manuela doch tot ist. Ein Grab hat Manuela für sich am Gnaden-Friedhof ...'
Frau Dombrowski: 'O ja, Herr Bernd, Manuela ist tot.'
Ich: 'Tja, Frau Dombrowski. Ich bin vor Manuelas Grab am Gnaden-Friedhof dagestanden. Das hatte Veilchen oben, Astern ...'
Frau Dombrowski: 'Hätte damals gerne gesehen, Herr Bernd, wenn Manuela und Sie weiter zusammengeblieben wären. Mit Ihnen und Manuela, das war irgendwie was andres bei Manuela, als das mit den andren. Ich hätte da dagegen nichts gehabt. Auch wenn Vati dauernd geschimpft hat. Wegen Ihnen, Herr Bernd. Daß Manuela so selten da, mit bei der Familie bei war. Das hätte Vati viel lieber gesehen.'
Ich schaue Frau Dombrowski in das aufgedunsene Gesicht, Frau Dombrowski, heute fast halslos, mit Dreifachkinn.
Frau Dombrowski: 'Hat aber auch oft Pech gehabt, Manuela, mit denen, die sie geliebt hat. Sie, Herr Bernd, Sie haben Manuela aber nie ausnutzen wollen. Andere dagegen, die ... Andere haben geglaubt, mit Manuela könnten sie ... Die sind auf Ideen gekommen. Die wollten Manuela bald nur noch ausnutzen. Daß Manuela sogar froh war, daß sie Vati hatte. O ja, so war es wirklich ein-, zweimal gewesen, sag' ich Ihnen, Herr Bernd, daß Vati dazwischengegangen ist. Da dagegen Sie ... Gegen Sie konnte ich nie was haben, Herr Bernd. Vati sogar auch nicht.'
Ich: 'Danke,Frau Dombrowski! Ich danke Ihnen!'
Frau Dombrowski: 'Wissen Sie, Herr Bernd, Sie kennen die Geschichte ja vielleicht genauer. Ich sage Ihnen mal was: ER hat dafür gezahlt, für Manuelas Grab. ER. ER war ja auch Manuelas ein und alles. Aber ER, ER war der Schlimmste von allen. Das können Sie sich nicht vorstellen, Herr Bernd. Dinge hat Manuela mir manchmal von IHM erzählt. Wie ER Manuela behandelt hat. Kann Manuela nicht fassen, wie Manuela davon reden hat können, daß sie sich an SEINER Seite wie eine Prinzessin fühlt. Viel eher war Manuela viel öfter nichts als sein Fußabstreifer. Für alles hat ER Manuela mal hergenommen, die letzten Jahre. Aber, mit Manuela war nicht zu reden. Wenn ich mal was zu Manuela gesagt hab', war Manuela mir immer tief beleidigt. Ist wochen-, sogar monatelang nicht mehr zu mir zu Besuch gekommen. Nein, ich kann das nicht begreifen, wie Manuela für den in den Tod hat fahren können. Das konnte Manuela doch unmöglich glauben, daß sie dem heil entkommen hätte können. Ich kann das alles bis heute nicht begreifen. Für DEN. So sinnlos. Und ER, ER ist nur 'ne Sekunde hinten hinterm Haus rausgekommen. Hatten sie IHN am Wickel. Ach ja ... Aber Manuela ... Manuela, die war tot.'
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