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Blog von TeddeMehr

"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach": 228

4. Mai 2012 , Geschrieben von TeddeMehr Veröffentlicht in #"Ein Sommernachmittag und das Makabre danach"

Ich raune spitzfindig das daher: 'Das ist die Liebe, Frau Dombrowski. Manuela hat IHN geliebt.'

Frau Dombrowski: 'ER war am Schluß eigentlich nur noch ekelhaft zu Manuela. Ins Gefängnis, daß ER Manuela gebracht hat, damit ER ... Da muß das mit der Liebe zu so einem irgendwann mal vorbei sein, denk' ich mir. Oder nicht? Muß ich doch mitkriegen, daß Dinge bei einer Prinzessin anders sind ...'

Darauf wußte ich nichts zu sagen.

Frau Dombrowski erhebt sich unvermittelt auf die Beine, daß mir ihre feisten Oberschenkel verschwinden, weil die Hälften ihres roten Bademantels ihr im Stehen vorne zuklappen.

Frau Dombrowski: 'Ich muß Ihnen mal was Komisches zeigen, Herr Bernd. Find' ich wirklich komisch. Hab' ich erst letztens bemerkt. Zeig' Ihnen mal was ...'

Ich schlucke: 'Ja ...?'

Frau Dombrowski: 'Ja!'

Ein wenig vor sich hinschluchzend, begab Frau Dombrowsk sich vor den schäbigen Wohnzimmerschrank, zog seitlich links Höhe Mitte einen Schubladen heraus. Herumzusuchen fing Frau Dombrowski an, unter Papierzeug, Briefen, Zetteln, das.

Frau Dombrowski rief aus: 'Ah! Hier hab's ich schon!'

Das von ihr Gefundene in den Fingern, daß Frau Dombrowski zu mir zurückkehrte, sich an ihren alten Platz mir gegenüber hinhockte.

Frau Dombrowski: 'Sehen Sie, Herr Bernd!'

Zwei Fotografien schob Frau Dombrowski zu mir die schwarzschartige Wohnzimmertischfläche herüber.

Das eine war ein Sterbebild Manuelas. Eines, wie sie bei Beerdigungen in der Kirche ausgelegt werden. Ein Paßfotobild Manuelas, schwarzweiß. Manuela, die ernst schaute.

Paßte stimmungsmäßig ausgezeichnet für ein Totenbildchen.

Das zweite Foto, das war aber ein großes Farbfoto. Manuela war da drauf mit spaßigem Kupferhaar abgebildet, breit grinsend.

Frau Dombrowski: 'In der Küche hat Christine mir bei ihrem letzten Besuch bei uns daheim Fotos gezeigt. Das Foto muß Christine dabei unbemerkt vom Küchentisch heruntergesegelt sein. Hab' das Foto tags drauf am Vormittag in der Küche zwischen leeren Bierflaschen gefunden. Schauen Sie, Herr Bernd, schauen Sie sie sich an, Manuela ... Manuela mit kupferrotgefärbten Haaren. Aber Manuela hatte nie rotgefärbte Haare. Kann mich beim besten Willen nicht dran erinnern, Herr Bernd. Manuela mochte immer ihr naturblondes Haar. Während Christine die war, die ihr Haar dauernd in allen möglichen Farben gefärbt hat. Christine ist die von uns, die sich die Haare immer anders färbt. Beim besten Willen kann ich mich nicht erinnern, daß ich Manuela in der Vergangenheit je mit rotem Haar gesehen hätte. Alles, was Manuela je frisurmäßig eingefallen ist, daß sie ihre Haare mal zu Zöpfen gebunden hat. Oder einen Pferdeschwanz hatte. Aber das, daß Manuela sich mal ihr Haar färbt, Herr Bernd, nein ... Trotzdem ist das keine andere als - Manuela.'

 

 

 

 

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